Gedränge bei der Eröffnung eines Elektronik-Großmarktes
Bildrechte: imago/Südtirolfoto

Setzt bei Rabatten das Gehirn aus?

28.01.2019 | 05:20 Uhr

"Schlussverkauf", "Alles muss raus!", "Zehn Prozent Rabatt" - Schilder mit diesen Aufdrucken haben auf uns eine fast magische Wirkung. Wir müssen einfach was kaufen, denn so billig wird’s schließlich nie wieder, oder?

Gedränge bei der Eröffnung eines Elektronik-Großmarktes
Bildrechte: imago/Südtirolfoto

Die Hinweise auf Rabatte und Schnäppchen lösen in Menschen offenbar etwas aus. Das sieht man regelmäßig im Winterschlussverkauf, beim Black Friday oder auch bei Geschäftseröffnungen mit Lockangeboten. Dann wird gedrängelt, gehamstert und schnell gekauft.

Die Behauptung

Scheinbar schalten Hinweise auf Rabatte unser Denkvermögen komplett aus.

Fakt oder Fake?

Wir haben bei Lifestyle-Coach Tatjana Magda nachgefragt:

Das stimmt. Es werden nämlich chemische Botenstoffe ausgeschüttet, die uns am klaren Denken hindern.

Rabatt- und Sale-Schilder führten dazu, dass im Gehirn genau die Hormone ausgeschüttet werden, die eigentlich für Glücksgefühle verantwortlich sind. Dadurch werden bei Menschen bei der Schnäppchenjagd die Sinne vernebelt. Viele überlegen gar nicht mehr wirklich, ob sie den Gegenstand brauchen oder nicht. Der Neurowissenschaftler Christian Elger ließ sich sogar mit dem Satz zitieren, dass Schnäppchen wie eine Prise Kokain auf das Gehirn wirken. Lifestyle-Coach Tatjana Magda hat aber auch Tipps, wie man sich von den Rabatt-Schildern nicht komplett willenlos machen lässt.

Ganz klarer Tipp: Erstmal raus aus dem Laden und einmal um den Block gehen. Oder - noch besser - einfach eine Nacht darüber schlafen.

Geschäfte, Großmärkte und Onlineshops nutzen aus, dass ihre Rabatt-Schilder das Denkvermögen beeinflussen. Wer keine Preise vergleicht, zahlt meist mehr. Wer wirklich günstig shoppen will, sollte daher nicht spontan zugreifen. Kirsti Dautzenberg von den "Märktwächtern Digitale Welt" der Verbraucherzentrale Brandenburg sagt:

Dr. Kirsti Dautzenberg, Marktwächter Digitale Welt der Verbraucherzentrale Brandenburg
Dr. Kirsti Dautzenberg, Marktwächter Digitale Welt der Verbraucherzentrale Brandenburg Bildrechte: Karla Fritze

Wir raten, erst einmal eine oder zwei Wochen den Preis für das gewünschte Produkt zu beobachten. So kann man ein Gefühl für den Preis entwickeln.

Dann sind Verbraucher gut informiert und könnten zu dem Zeitpunkt kaufen, an dem der dynamische Preis auf dem tiefsten Stand ist. Dabei helfen auch Vergleichsportale wie günstiger.de oder idealo.de, die auf Wunsch auch den Preisverlauf für ein Produkt in einem oder mehreren Onlineshops anzeigen. Das kann auch eine Orientierung für den Kauf beim Händler vor Ort sein. Viele gehen beim Hinweis auf Schnäppchen online auf Nachfrage oft noch etwas runter.

Die Behauptung ist also ein Fakt!

Die MDR JUMP Morningshow sagt dem Halbwissen den Kampf an und prüft jeden Morgen um 05:20 Uhr und 07:20 Uhr die verrücktesten Internetmythen. Gemeinsam mit Experten checken Sarah und Lars den Wahrheitsgehalt der Behauptungen und klären am Ende: Ist die Behauptung Fakt oder Fake!?

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 28. Januar 2019 | 05:20 Uhr