Ein Auto ist einem anderen Auto aufgefahren.
Bildrechte: IMAGO/7aktuell

Wer auffährt, hat immer Schuld?

20.09.2018 | 00:00 Uhr

Ein weit verbreitetes Vorurteil im Straßenverkehr heißt ja: Wer drauf fährt hat immer Schuld. Ist die Schuldfrage bei Auffahrunfällen tatsächlich so leicht zu klären?

Ein Auto ist einem anderen Auto aufgefahren.
Bildrechte: IMAGO/7aktuell

Ein Auffahrunfall, gerade im Stadtverkehr, passiert schnell und ist immer ärgerlich. Und natürlich hat der Hintermann gepennt - oder etwa nicht?

Fakt oder Fake?

Das Vorurteil ist auf den ersten Blick erstmal begründet, erklärt Melanie Mikulla vom ADAC:

Bei Auffahrunfällen gilt zunächst zwar immer zunächst der sogenannte Beweis des ersten Anscheins, das heißt, man geht in der Regel davon aus, dass der auffahrende Fahrer auch den Unfall verschuldet hat. Da er eben unaufmerksam war oder nicht den richtigen Sicherheitsabstand eingehalten hat.

Allerdings heißt das nicht, dass der Hintermann tatsächlich immer den Fehler gemacht hat:

Etwas anderes gilt, wenn der Fahrer des aufgefahrenen Fahrzeugs beweisen kann, dass der Fahrer des vorausfahrenden Autos ohne ersichtlichen Grund - also nicht verkehrsbedingt, zum Beispiel weil er aufs Handy geschaut hat - stark gebremst hat. In dem Fall ist dann der vorausfahrende Autofahrer schuld und nicht der, der hinten auffährt!

Die Behauptung ist also eine Fake. Es ist nicht immer der, der auffährt automatisch Schuld. Das ist eine Verallgemeinerung, die so nicht zutrifft. Im individuellen Fall kann es sogar sein, dass beide Beteiligte eine Teilschuld haben.

Die MDR JUMP Morningshow sagt dem Halbwissen den Kampf an und prüft jeden Morgen um 05:20 Uhr und 07:20 Uhr die verrücktesten Internetmythen. Gemeinsam mit Experten checken Sarah und Lars den Wahrheitsgehalt der Behauptungen und klären am Ende: Ist die Behauptung Fakt oder Fake!?

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 20. September 2018 | 05:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2018, 05:20 Uhr

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