Glücksgefühle, verschmierter Mund: Ein kleiner Junge freut sich über Schokolade
Glücksgefühle, verschmierter Mund: Ein kleiner Junge freut sich über Schokolade Bildrechte: IMAGO

Haben die Dresdner die Vollmilchschokolade erfunden und nicht die Schweizer?

02.11.2018 | 00:00 Uhr

Sie ist cremig, süß und sorgt für die nötigen Glücksgefühle in der dunklen Jahreszeit: Schokolade. Eine der beliebtesten Sorten ist die reine Vollmilchschokolade und die galt jahrelang als Schweizer Erfindung. Angeblich waren aber Dresdner schon schneller beim süßen Produkt. Fakt oder Fake?

Glücksgefühle, verschmierter Mund: Ein kleiner Junge freut sich über Schokolade
Glücksgefühle, verschmierter Mund: Ein kleiner Junge freut sich über Schokolade Bildrechte: IMAGO

Knapp zehn Kilogramm Schokolade verdrücken wir Deutschen im Schnitt pro Jahr. Das sind etwa zwei Tafeln pro Woche. Besonders viele Tafeln davon sind reine Vollmilchschokolade. Den Mix aus Kakaomasse, untergemischtem Milchpulver und Zucker soll angeblich der Schweizer Daniel Peter schon 1875 das erste Mal für Leckermäuler zusammengemischt haben. Jetzt nehmen aber die Dresdner für sich Anspruch, die Erfinder der Milchschokolade zu sein. Angeblich stammt nicht nur der Weihnachtsstollen aus der Elbe-Stadt.

Kommt die Vollmilchschokolade ursprünglich aus Dresden?  

Wir haben bei Dietlind Hanrieder nachgefragt. Sie ist Professorin für Lebensmittellehre an der Hochschule Anhalt:

Das stimmt tatsächlich! Das weiß man seit 10-11 Jahren. da ist ein Verein auf das Rezept gestoßen! Die Dresdener Rezeptur ist 30 Jahre älter als die der Schweizer!

Das Rezept von 1839 - also deutlich früher als die Schweizer Erfindung – hat der Dresdner Wissenschafts-Verein WIMAD in einer Anzeige eines Dresdner Schokoladenunternehmens gefunden. Darin steht:

Chocolade mit Eselsmilch präpariert, ohne Gewürz, sowohl zum Kochen in 5/5 Tafeln pr. Pfd, als auch zum Rohessen in 24 Täfelchen pr. Pfd., haben wir anfertigen lassen und verkaufen solche à 1 Thaler pr. Pfd.

Ein Esel wird mit Möhren gefüttert.
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Die Leckerei bestand laut den Forschern aus 60 Prozent Kakao, 30 Prozent Zucker und 10 Prozent Eselsmilch. Eselsmilch wurde genutzt, weil sie deutlich verbreiteter war als Kuhmilch. Die Mischung ist aber weit weniger süß und cremiger als die heute gängige Variante. Die WIMAD-Forscher haben schon 2011 versucht, die Ur-Milch-Schoki herzustellen. Die wurde eher körnig und war schwer zu kauen. Außerdem war das Ergebnis herber und dunkler als übliche Milchschokolade. Das lag unter anderem daran, dass die Kakaomasse früher viel grober gemahlen wurde als heute.

Diese Behauptung ist also ein Fakt!

Die MDR JUMP Morningshow sagt dem Halbwissen den Kampf an und prüft jeden Morgen um 05:20 Uhr und 07:20 Uhr die verrücktesten Internetmythen. Gemeinsam mit Experten checken Sarah und Lars den Wahrheitsgehalt der Behauptungen und klären am Ende: Ist die Behauptung Fakt oder Fake!?

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 02. November 2018 | 05:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. November 2018, 23:59 Uhr

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