Künstler Herbert Grönemeyer.
Künstler Herbert Grönemeyer. Bildrechte: Universal/Antoine Melis

Herbert Grönemeyer: "In Deutschland herrscht kein rechter Geist!"

07.11.2018 | 11:45 Uhr

Am Dienstag hat Herbert Grönemeyer in Berlin sein 15. Studioalbum "Tumult" vorgestellt, das am Freitag erscheint. Es ist eine politische Platte geworden. Grönemeyer singt vom gesellschaftlichen "Tumult" dieser Tage, aber auch vom persönlichen "Tumult", geprägt von Selbstzweifeln und Einsamkeit.

Künstler Herbert Grönemeyer.
Künstler Herbert Grönemeyer. Bildrechte: Universal/Antoine Melis

Momentan singt Grönemeyer vor allem von dem, was nicht passt. Seinen Glauben an die Menschlichkeit hat er aber trotz aller Wut in der Bevölkerung nicht verloren. "Ich glaube das Positive an dieser ganzen nervösen Zeit ist, dass uns viele Dinge viel bewusster werden, auch im eigenen Land, was Altersarmut angeht, was Obdachlosigkeit angeht oder was Armut von alleinerziehenden Müttern angeht", so Grönemeyer. Erstmals würden wir wieder anfangen, uns mit unseren Problemen im Land auseinanderzusetzen. Die Gesellschaft würde dadurch immer mehr zusammenrücken und gleichzeitig auch offen für den Rest der Welt sein.

In Deutschland herrscht kein rechter Geist! Die Menschen sind speziell auch den Geflüchteten entgegengegangen und kümmern sich um sie seit Jahren.

Herbert Grönemeyer

Rechtsextreme Hasskommentare kämen von einer "pöbelnden Mikroeinheit". Der Rest sei "offen, aufgeklärt und humanistisch".

Das neue Grönemyer-Album "Tumult"

Auch musikalisch zieht "Tumult" keine Grenzen. Man hört ein Akkordeon, einen Gospelchor aber auch elektronische Rhythmen. Hier treffen pathetische Stadionhymnen auf tanzbare Clubsongs und intime Pianoballaden. Welche neuen Titel Herbert Grönemeyer auf seiner Konzerttournee im nächsten Jahr spielen wird, würde er aber frühestens "unterm Weihnachtsbaum" entscheiden. Es gibt jedenfalls viele Texte zu lernen. Das gilt vor allem für seinen Hit "Mensch". Den könne sich Grönemeyer bis heute nicht richtig merken. "Da warte ich immer eine Millisekunde ab, was das Publikum singt und dann hake ich mich ein", verriet der Sänger mit einem lauten Lachen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 07. November 2018 | 13:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2018, 11:42 Uhr

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