Ozzy Osbourne (Aufnahme von 1984)
Ozzy Osbourne beim "Monsters of Rock"-Festival in Donington (England) 1984. Bildrechte: imago/Future Image

70. Geburtstag Ozzy Osbourne hat sich selbst überlebt

Am Montag wird Ozzy Osbourne 70 Jahre alt – trotz jahrzehntelangen exzessiven Alkohol- und Drogenmissbrauchs, mit dem er mindestens so viele Schlagzeilen gemacht hat wie mit seiner Musik. Er ist eine Mischung aus Sänger, Berufsunikum und Entertainer, der alles erlebt und vor allem überlebt hat. Eine Würdigung.

von Marcel Anders, MDR KULTUR

Ozzy Osbourne (Aufnahme von 1984)
Ozzy Osbourne beim "Monsters of Rock"-Festival in Donington (England) 1984. Bildrechte: imago/Future Image

Der Mann, der eigentlich John Michael Osbourne heißt, ist gezeichnet von einem Leben voller wüster Exzesse: Er wirkt alt, hört schlecht, stottert, hat Gedächtnislücken. Doch in lichten Momenten verfügt er über einen beeindruckenden Fundus an haarsträubenden Anekdoten. Von geköpften Fledermäusen über Sauftouren in Frauenkleidern und medizinischen Selbstversuchen bis hin zu 19 gescheiterten Führerscheinprüfungen.

19 gescheiterte Führerscheinprüfungen

"Ich war immer betrunken oder stoned. Einmal war ich beim Arzt und habe gesagt: 'Doc, ich mache den Test und bin nervös.' Darauf er: 'Nimm zwei von diesen Pillen.' Aber ich habe acht genommen - und bin im Auto, mitten beim Abbiegen, eingeschlafen. Als ich zu mir kam, stand die Beifahrertür offen, der Prüfer war weg und auf einer Nachricht stand: 'Mr. Osbourne, sie sind durchgefallen und ich rate ihnen, dieses Fahrzeug nicht weiter zu fahren.'"

Seine Fehler und Macken gibt der Mann aus Aston bei Birmingham offen zu. Er ist kein perfekter Superstar, sondern ein Stehaufmännchen, das sämtliche Höhen wie Tiefen kennt. Das in den frühen Siebzigern, als Frontmann von Black Sabbath, den Heavy Metal erfindet, Anfang der Achtziger zum Solist wird und auch außerhalb der Musik erfolgreich ist.

Beeindruckender Fundus haarsträubender Anekdoten

Ozzy Osbourne
Die Posen sitzen bei Ozzy noch. Bildrechte: Universal Music

"Als wir die TV-Show 'The Osbournes' gemacht haben, dachte ich, sie läuft vielleicht ein paar Jahre. Aber ich hätte nie erwartet, dass sie so erfolgreich würde – und meine eigene Karriere zum reinen Nebenprodukt wird. Es ging so weit, dass ich vor einem Konzert in Boston von einer Frau angesprochen wurde, was ich denn dort tun würde. Darauf ich: 'Ich gebe ein Rockkonzert.' Und sie: 'Ach, so etwas machen Sie auch?' – 'Ja, aber erst seit 50 Jahren.'"

Die Frau, die sein Leben zusammenhält und seine Karriere lenkt, ist Sharon Osbourne, Gattin und Managerin in Personalunion. Dank ihr ist Ozzy eine globale Marke – mit eigener TV-Serie, Zeitungskolumnen, Büchern und demnächst noch einer Filmbiographie.

"Die Leute fragen mich: 'Wirst du darin von Johnny Depp gespielt?' Da kann ich nur sagen: Ich habe ihn ein paar Mal getroffen, er ist ein netter Kerl, aber ich hätte lieber Denzel Washington."

Der Mann, der Ameisen inhaliert hat

2018, nach 50 Jahren und 100 Millionen verkauften Tonträgern, verkündet Ozzy seinen Abschied von der Bühne. Seine letzte Welttournee führt ihn im Februar auch nach Deutschland. Das Ende seiner Karriere, so das Geburtstagskind, sei das aber noch nicht:

"Ich habe schon mal versucht, in Rente zu gehen. Nur: Wenn du das tust, musst du etwas haben, auf das du dich freust. Ansonsten ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie Sand auf deine Kiste streuen. Und was mich betrifft: Ohne Musik hätte ich keine Ahnung, was ich mit mir anfangen sollte."

Die Musikindustrie basiert auf absolutem Irrsinn. Deshalb regt sich auch niemand auf, wenn Keith Richards behauptet, er habe die Asche seines Vaters geschnupft. In meinem Fall sagen die Leute, ich hätte Ameisen inhaliert, woran ich mich aber nicht erinnern kann. Ich kriege nur noch die Hälfte der Dinge auf die Reihe, die ich mal getan habe.

Ozzy Osbourne

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Dieses Thema im Programm MDR KULTUR - Das Radio | 03. Dezember 2018 | 16:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2018, 15:14 Uhr

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