Aktuelle Trends bei Modellbahnen und Autorennbahnen

Früher gab es Modellbahnen und Autorennbahnen fast ausschließlich im Fachgeschäft oder großen Kaufhaus. Heute bekommst du Startersets in allen Varianten und für nahezu jeden Preis im Internet und sogar beim Discounter. Was ist davon wirklich gut und wo lohnt es sich zu kaufen?

Modelleisenbahn fährt in einen Bahnhof ein. Modellfiguren stehen am Bahnsteig.
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Die Modellbahn

Bis vor ein paar Jahren waren Modellbahnen ein einträgliches, gut laufendes Geschäft. Rund 400 Millionen Euro werden auch jetzt noch im Jahr bei uns umgesetzt, aber: Es kommen immer mehr Hersteller auf den Markt, das Angebot wird unübersichtlicher. Nur Spurweite H0 oder TT ? Das war mal, heute kannst du aus acht Hauptspurweiten wählen. Dazu bieten viele Spielzeughersteller ganz eigene aber eben nicht kompatible Spurweiten an.

Natürlich kannst du alles im Internet kaufen oder mal schnell ein Paket aus dem Supermarkt mitnehmen. Problem: Als Anfänger kann dich das Angebot schnell erschlagen. Der Fachhändler weiß, welche Bahn oder Spurweite für wen  geeignet ist. Und hier kannst du auch nach wie vor Züge reparieren oder von analog auf digital umrüsten lassen.   

Warum es doch auf die Größe ankommt

Modellbahn - H0
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Tatsächlich ist auch aktuell die Frage nach eben der Spurweite eine der ersten, die du dir beantworten solltest. Züge der Spurweite G (45 Millimeter) zum Beispiel sind robust und wetterfest. Ideal, um mit dem Enkel im Garten eine Strecke auf- und immer wieder umzubauen. Das geht mit Trafo aber auch batteriebetrieben, analog und aber auch schon digital und ferngesteuert für Signale, Geräusche und tatsächlich Dampf. Über die klassischen Größen H0 und TT, für die es nach wie vor die meisten Teile gibt, geht es bis hin zur Minigröße Z (6,5 Millimeter), die man getrost auch in einen Koffer packen kann.    

Wer soll spielen?

Je breiter die Spur, desto stabiler in der Regel die Züge. Für Kinder ab drei Jahren eignen sich also Startersets der Spur G. Dabei ist heute in so einem Starterset alles für ferngesteuertes Bahnvergnügen drin, inklusive Lok mit Digital-Decoder. Übersichtlich, einfach zu bedienen und stabil. Kostenpunkt: ab 60 bis rund 200 Euro. Wer sich nicht nur Schienen  hinlegen möchte, sondern eine richtig Welt drum herum bauen will, kann in die Vollen gehen.

Startersets für Erwachsene mit Platte kosten dann allerdings gerne mal ab 500 Euro. Nach oben gibt es je nach Anzahl der Züge, Gebäude usw. fast keine Grenzen. Günstiger ist es da, sich ein Einsteigerset nur mit Schienen plus Platte zu kaufen und selbst Stück für Stück seine Eisenbahnwelt zu bauen.

Modelleisenbahn
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Wer viele Jahre Freude an seiner Bahn haben will, sollte bei bekannten Herstellern wie Piko, Märklin oder Fleischmann kaufen. Da ist es zwar etwas teurer. Aber die Qualität stimmt und man bekommt lange Zeit Ersatz und immer wieder neue Modelle.   

Die Autobahn

Ganz andere Welt: Die Rennbahn, Slotcar-Bahn oder schlicht eine Carrera. Der große Unterschied zur Eisenbahn: Mehr Action für weniger Geld. Gemeinsamkeit: Auch bei der Autorennbahn musst du am Anfang die Frage nach der Größe beantworten. Drei Hauptmaßstäbe stehen zur Wahl: 1:43, 1:32 und 1:24. Je größer die Autos, desto detailgenauer und umso mehr Möglichkeiten bieten sich, am Auto selbst zu bauen. Aber: bei einem 1:24 Auto brauchst du für die eigentliche Bahn auch fast doppelt soviel Platz, wie beim Maßstab 1:43.    

Der Wettkampf

Zwei Autos liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen
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Da hat sich in den letzten Jahren viel getan. Du kannst mit Gummimischungen der Reifen experimentieren. Vollgummi, Polyurethan oder Silikon. Das kann je nach Außentemperatur tatsächlich darüber entscheiden, ob du den Nachbarn beim Rennen schlägst oder nicht. Und noch mehr: Ging es bisher nur um Vollgas auf der Piste, ohne Abzufliegen, kannst du heute sogar mit Renntaktik fahren. Zu Beginn des Rennens legst du eine virtuelle Spritmenge fest. Das wird gespeichert. Und geht dir nun langsam der Sprit aus, musst du einen Boxenstopp einlegen. Wer das verpasst, bleibt liegen. Beleuchtung, Bremslichter und realistischer Sound gehören genauso dazu.

Preiswertes Vergnügen

Es geht tatsächlich schon ab drei Jahren los. Für rund 40 Euro bekommst du eine einfache Rennbahn, mit Autos, Bahn und Controllern,  batteriebetrieben. Für nicht mal 100 Euro gibt's eine komplette, hochwertige digitale Bahn für zwei Fahrer. Das reicht für den einfachen Fahrspaß. Mehr Autos, und eventuell sogar eine Landschaft an der Rennbahn kosten gerne auch mal bis zu 500 und mehr Euro. Die Autorennbahn im Internet zu kaufen, ist genauso problemlos, wie beim Spielzeughändler- es gibt tatsächlich wenig zu beachten.  

Analog oder Digital?

Wenn du deine Modellbahn nur mal ab und zu auf der Platte tuckern lassen willst und hier und da eine Straßenlampe leuchten soll, dann reicht eine analoge Anlage völlig aus. Sie ist in der Regel preiswerter in Anschaffung und Reparatur und lässt sich auch ohne Spezialwissen leicht aufbauen. Dafür können die Loks eben nur fahren, auf einem Gleis nur mit einer Geschwindigkeit. Spezialbeleuchtung, Geräusche oder etwa Dampf sind nur ganz eingeschränkt möglich. Dafür fahren auf der analogen Anlage auch digitale Loks problemlos. Die digitale Anlage verschafft dir richtiges Bahnfeeling: Mehrere Züge können auf der gleichen Strecke unterschiedlich schnell fahren, langsam anfahren und sanft bremsen. Dafür braucht aber jede Lok einen sogenannten Decoder, der die digitalen Signale empfängt.

Achtung: Es ist nicht schlimm, wenn du dich erst für eine analoge Anlage entscheidest. Nahezu jede ältere Lok lässt sich digital nachrüsten. Das ist nur eine Preisfrage und du solltest drauf achten, dass die Systeme wirklich kompatibel sind.   

Bei Autobahnen ist die Frage schnell geklärt: Digitale Systeme bieten dir viel mehr Action und Möglichkeiten, das Rennen spannend zu gestalten. Bei analogen Anlagen fährt jeder auf seiner Spur. Digital passen mehrere Autos auf eine. Verfolgung, Überholen und die erwähnte Renntaktik machen es spannend. Dabei lassen sich die Handregler ganz simpel auf die Autos programmieren, kein Hexenwerk also. Die passende App macht das Rennfeeling perfekt. Fahrerprofile, Rennstrecken und Rundenzeiten können gezeigt, programmiert und verglichen werden. Bei Autorennbahnen also ein klares Ja zur digitalen Variante.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Feierabendshow | 27. November 2020 | 18:15 Uhr

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