Ältere Android-Smartphones könnten Probleme bekommen

Normalerweise bekommt man von dem Service gar nichts mit. Es geht um Zertifikate für das sichere Surfen im mobilen Netz. Doch weil es da im kommenden Jahr eine Änderung gibt, drohen einigen Smartphone-Nutzern Probleme. Es gibt einen Ausweg – aber der ist nicht perfekt.

Smartphone
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Rund 89 Prozent aller Deutschen benutzen ein Smartphone. Die Chance ist nicht klein, dass ihr diesen Artikel auch gerade auf einem lest. Und mehr als zwei Drittel der Geräte hierzulande nutzen das Android-Betriebssystem. Der einzig nennenswerte Konkurrent ist Apples iOS, auf das in etwa das andere Drittel entfällt.

Fehlermeldungen statt Websurfen

Von Android gibt es regelmäßig neue Versionen, die aktuelle Fassung trägt die Nummer 11. Sie ist erst im September dieses Jahres veröffentlicht worden und unterstützt sogar schon den neuen 5G-Mobilfunkstandard. Diese Version dürften nur die wenigsten von uns schon auf ihren Telefonen haben. Die meisten haben dagegen deutlich ältere Android-Versionen. Und das könnte schon bald zum Problem für Millionen von Nutzern werden: Ab dem kommenden Jahr dürften die Nutzer von Android 7.1-Geräten haufenweise Fehlermeldungen bekommen, wenn sie mobile Webseiten aufzurufen versuchen.

Schuld daran ist ein Service im Netz, von dem wir normalerweise gar nichts mitbekommen. Konkret geht es um die Zertifizierungsstelle „Let’s encrypt“. Die stellt Sicherheitszertifikate aus, die man für eine – der Name legt es nahe – sichere Verbindung zwischen vielen Webseiten und unseren Smartphones braucht. Aktuell wird dieser Service von mehr als 200 Millionen Internetadressen genutzt. Doch nun hat „Let’s encrypt“ mitgeteilt, dass ab kommenden Herbst nur noch Android-Betriebssysteme der Version 7.11 mit diesen Sicherheitszertifikaten ausgestattet werden. Der Hintergrund ist ziemlich technisch und es würde zu weit führen, ihn hier zu erklären.

Nun ist es allerdings so, dass zumindest weltweit gesehen etwa ein Drittel aller Smartphones, das sind rund 850 Millionen Geräte, dann mit einem massiven Problem zu kämpfen hätten: Statt, wie gewünscht, eine Verbindung zur von ihnen angesurften Webseite zu bekommen, würden sie ihren Nutzern nur eine Fehlermeldung zeigen. So als Daumenregel: Da geht es um Geräte, die so in etwa 2017 oder früher gekauft wurden - also nicht mehr brandneu sind, aber eben auch nicht wirklich mega-alt.

Ein Ausweg existiert – aber auch der birgt Probleme

Immerhin: Es gibt einen praktikablen Ausweg, um das Problem zu umgehen. Zumindest ein Stück weit. Wer nämlich den Firefox-Browser nutzt, wird auch nach dem Herbst 2021 auch mit einer alten Android-Version noch wie gewohnt surfen können. Das Programm funktioniert ab Android 5.

Doch selbst das löst das Problem wohl nicht komplett. So könnten Apps trotzdem Schwierigkeiten machen. Welche Android-Version ihr nutzt, könnt ihr normalerweise in den Einstellungen Eures Telefons nachlesen. Und wenn sie sehr alt ist, dann werden inzwischen wohl auch nicht mehr die Sicherheitslücken über automatische Updates gestopft. Auch für diesen Fall könnte man ja zumindest mal über ein neues Telefon nachdenken, wenn man es sich irgendwie leisten kann. Zum Glück ist ja auch bald Weihnachten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 21. November 2020 | 13:10 Uhr

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