Schmiedefeld am Rennsteig "Aggro"-Fuchs wird Fall für Behörde

von Bettina Ehrlich

Füchse sind normalerweise scheu und halten sich vom Menschen fern. Das, was in Schmiedefeld am Rennsteig Anfang der Woche passiert ist, ist deshalb nicht normal. "In der Nähe des Sportplatzes hat der Fuchs ein Kind ins Bein gezwickt", erzählt Ortsteilbürgermeister Reinhart Pulvers. Auch Jörg Brömel vom Wintersportverein hatte seine Begegnung mit dem "Aggro"-Fuchs. Als er an der Schanze zu tun hatte, war das Tier plötzlich auf ihn zugekommen, erzählte er dem „Freien Wort“. Gleich zwei Mal musste er den Fuchs mit seinen Skistöcken abwehren. "Der Fuchs hat gefaucht und war ziemlich schlecht drauf", so Brömel.

Für das merkwürdige Verhalten kann es viele Ursachen geben, sagt Hagen Dargel, Leiter des Forstamtes in Frauenwald MDR THÜRINGEN. So könnte es beispielsweise mit der Paarungszeit zusammenhängen. Da sind Füchse oft hormongesteuert und nicht Herr ihrer selbst. Auch könnte eine Krankheit dafür verantwortlich sein. Dargel denkt dabei auch an Tollwut. Seit inzwischen zehn Jahren gilt Tollwut in Thüringen zwar als ausgerottet, hundertprozentig ausschließen kann man sie jedoch nicht.

Füchse können nach dem Jagdrecht anders als beispielsweise der streng geschützte Wolf erlegt werden. Der Forstamtsleiter empfiehlt deshalb, den Problemfuchs zu erlegen - also zu erschießen. Weil sich das Tier am Ortsrand aufhält, dürfte das laut Dargel auch kein großes Problem sein. Was aus dem Fuchs letztlich wird, entscheidet aber das Suhler Ordnungsamt. Wenn es tatsächlich zum Abschuss kommt, ist das Aufgabe des zuständigen Jägers.

Jagdverband warnt vor Überbewertung

"Man sollte diese Sache nicht überbewerten oder zu sehr medial ausschlachten", sagte am Freiag der Geschäftsführer des Landesjagdverbands Thüringen, Frank Herrmann. Gegenüber zutraulichen Wildtieren sei grundsätzlich Vorsicht geboten, da deren Verhalten untypisch sei, so Herrmann. Das gelte auch für den Fuchs. Die Tiere befinden sich derzeit in der Paarungszeit und können daher zutraulicher sein als normalerweise.
"E kann durchaus sein, dass ein Fuchs, der verhaltensgestört ist, seine Scheu verliert" erklärte Herrmann. Die Gefahr, sich mit Tollwut anzustecken, sei gering. Ganz ausschließen könne man das aber nicht.

Familie soll sich an Stadt Suhl wenden

Das Gebiet in Schmiedefeld am Rennsteig gehört nicht zum Thüringenforst, sondern wird verpachtet. Der entsprechende Pächter ist dann auch für solche Spezialaufträge zuständig. Stadtsprecherin Ingrid Papst will vorher jedoch erst einmal klären, was eigentlich genau passiert ist. "In solchen Fällen ist es immer wichtig, dass sich die Betroffenen bei uns melden, damit wir schnell reagieren können", sagt sie. Die Familie mit dem verletzten Mädchen hatte sich jedoch zunächst weder ans Ordnungsamt noch an die Polizei gewandt.

Nach Darstellung der Mutter hatte ihre Tochter zusammen mit anderen Kindern in der Nähe des Sportplatzes gespielt, so Ingrid Pabst. Plötzlich sei der Fuchs aufgetaucht und habe die Kinder attackiert. Auch Schreie und Eisbrocken hätten das Tier nicht aufgehalten. Als die Kinder wegliefen, sei das Mädchen gestürzt und der Fuchs zwickte das Mädchen ins Bein, so die Darstellung. Das Kind hatte eine dicke Skihose an und wurde leicht verletzt. Das Mädchen wurde vom Arzt versorgt und steht auch weiter unter ärztlicher Beobachtung.

Lebendfalle für den Fuchs aufgestellt

Am Freitag hieß es seitens der Stadt, dass der aggressive Fuchs lebend gefangen werden soll. Ingrid Papst von der Suhler Stadtverwaltung sagte, das Ordnungsamt habe eine entsprechende Falle aufgestellt. Bislang wurde das Tier jedoch noch nicht gesehen. Ein Abschuss in dem besiedelten Gebiet werde vorerst nicht erlaubt, so Papst.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Regionalnachrichten | 17. Januar 2019 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2019, 18:12 Uhr

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