Auto fährt im Nebel.
Bildrechte: Colourbox.de

Sicher Autofahren bei Extremwetter

24.03.2019 | 00:00 Uhr

Bei Sturm, Nebel oder starkem Regen kann Autofahren schnell gefährlich werden. Mit diesen Tipps kommt ihr auch bei extremen Wetter gesund ans Ziel.

Auto fährt im Nebel.
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Generell gilt, wenn unerwartet extreme Wetterlagen wie Sturm, Starkregen oder Nebel auftauchen, solltet ihr defensiv und langsamer fahren. Bei längeren Fahrten ist es gut, wenn ihr mehr Zeit einplant, damit ihr nicht in Stress geratet und unvorsichtig werdet.

Vorsicht bei Nebel

Johannes Boos vom ADAC erklärt, dass es gerade bei Nebel sehr wichtig ist, ausreichend Abstand zu halten: "Bei Nebel gilt die Faustregel: Abstand ist gleich der Geschwindigkeit!". Könnt ihr also nur ungefähr 50 Meter weit sehen, solltet ihr nicht schneller als 50 km/h fahren. Außerdem ist es ratsam auch tagsüber mit Abblendlicht zu fahren, damit ihr schneller gesehen werdet.

Warum reagiert die Lichtautomatik nicht?

"Die Lichtautomatik reagiert auf Helligkeitsunterschiede, aber nicht auf Sichtbehinderungen." erklärt Johannes Boos vom ADAC. In Tunneln funktioniert die Lichtautomatik deshalb gut. Bei Regen oder Nebel solltet ihr eurer Licht selbst einstellen.

Wann darf man die Nebelscheinwerfer anschalten?

Die Nebelscheinwerfer dürfen nur bei erheblicher Sichtbehinderung eingeschaltet werden, also zum Beispiel bei Nebel, Schneefall oder starkem Regen. Diese Lichteinstellung hilft die Sicht zu verbessern, weil das Licht flach über die Straße gestreut wird. Die rote Nebelschlussleuchte muss angeschaltet werden, wenn Nebel für weniger als 50 Meter Sicht sorgt. Das ist in etwa der Abstand zwischen zwei Leitpfosten am Straßenrand. Dann darfst du auch nicht schneller als 50 Kilometer pro Stunde fahren. Wichtig ist: Regen und Schneefall gelten nicht als Nebel. Hier ist die Nutzung verboten. Wenn die Sicht besser wird, müsst ihr die Nebelschlussleuchte auch wieder ausschalten, sonst kann euch ein Bußgeld drohen.

Drohen Strafen wenn ich bei Nebel ohne Licht fahre?

Bei Nebel ohne Abblendlicht zu fahren kann teuer werden: "Innerorts kostet das 25 Euro und außerorts 60 Euro", weiß Johannes Boos vom ADAC. Dasselbe gilt übrigens auch bei eingeschränkter Sicht durch Regen oder Schnee.

Bei Unwetter richtig reagieren

Wenn ein Gewitter aufzieht und es hagelt, hat man auf Autobahnen und Bundesstraßen oft keine andere Chance, als hindurchzufahren.

Kann ich bei Gewitter im Auto bleiben?

Johannes Boos vom ADAC weiß: "Das Auto wirkt wie ein Faradayscher Käfig. Hier ist man vor einem Blitzschlag geschützt. Das gilt übrigens auch für Cabrios mit Stoffdach, denn auch da sind Metallstangen drin, die den Blitz in den Boden ableiten. Dafür muss das Dach aber geschlossen sein." Auch sämtliche Fenster und auch Schiebedächer sollten bei Gewitter geschlossen werden.

Bezahlt die Teilkaskoversicherung auch Hagelschäden?

Die Teilkasko springt dann ein. Bevor ihr euer Auto aber in die Werkstatt bringt, solltet ihr zuerst die Versicherung informieren. Die sagt euch dann bei einer Werkstattbindung in welche Werkstatt ihr fahren müsst. Außerdem hat die Versicherung so die Chance, den Schaden vor der Reparatur anzuschauen.

So kommt ihr sicher durch einen Sturm

Bei einem Sturm ist die Gefahr besonders auf Brücken und in Waldschneisen hoch von einer Böe erfasst zu werden. Solltet ihr von starkem Wind beim Fahren behindert werden, ist es ratsam das Tempo zu drosseln, denn so könnt ihr besser gegenlenken, weiß Johannes Boos. Besondere Vorsicht ist beim Überholen von LKW und Bussen geboten, denn wer aus dem Windschatten kommt, wird nach dem Überholen vom Seitenwind voll erfasst.

Was ist bei einem Unwetterschaden am Auto zu tun?

"Wichtig ist, die Schäden umgehend der Teilkaskoversicherung zu melden", erklärt Johannes Boos. Die Erstellung eines Gutachtens und die Reparatur solltet ihr aber immer vorher mit eurem Versicherer absprechen. Ansonsten bleibt ihr womöglich auf den Kosten sitzen. Das gilt auch bei einer Vollkaskoversicherung.

Habe ich als Autofahrer Haftungsansprüche gegenüber Grundstücksbesitzern, zum Beispiel bei Schäden durch herabgefallene Äste?

Diesen Anspruch hat man nur in besonderen Fällen. Johannes Boos erklärt: "Nämlich dann, wenn der Verursacher seine Verkehrssicherungspflicht verletzt hat." Wenn beispielsweise Ziegel von einem Dach fallen, muss der Besitzer nachweisen, dass er regelmäßig prüft, ob die Ziegel noch fest sitzen. Und Eigentümer von Bäumen müssen regelmäßig deren Zustand kontrollieren und morsche Äste entfernen.

Wer zahlt, wenn ich auf einen umgestürzten Baum auffahre?

Wenn der Baum schon länger auf der Straße liegt, ist es ein Fall für die Vollkasko-, aber nicht Teilkaskoversicherung. Denn der Schaden ist nicht direkt auf den Sturm zurückzuführen. "Grundsätzlich wichtig zu wissen: Viele Versicherer zahlen erst ab einer bestimmten Windstärke. Da sind dann häufig Beweise gefragt." fügt Johannes Boos hinzu.

Das hilft gegen Aquaplaning

Bei starkem Regen kann es zu Aquaplaning kommen. Dann hilft es nur noch vom Gas zu gehen, die Kupplung durchzudrücken und das Lenkrad gerade zu halten. Beim Aquaplaning entsteht ein Wasserfilm auf der Straße, die Räder "schwimmen" und verlieren den Kontakt zur Fahrbahn. Dann hat Bremsen und Lenken keine Wirkung mehr.

Wie erkenne ich Aquaplaning?

"Wenn ein Wasserschwall an der Rädern des Fahrzeugs vor euch zu erkennen ist, ist das ein akutes Warnsignal!" erklärt Johannes Boos vom ADAC. Bei Aquaplaning merkt ihr außerdem, dass das Lenken kaum noch Wirkung zeigt. Solltet ihr beim Aquaplaning ins Schlingern geraten, solltet ihr vom Gas gehen, die Kupplung durchdrücken und das Lenkrad gerade halten.

Wie sollte ich bei Spurrillen auf der Straße fahren?

Hat die Straße Spurrillen, solltet ihr versetzt dazu fahren. Das gilt besonders bei der rechten Spur von mehrspurigen Bundesstraßen oder Autobahnen. Für die Geschwindigkeit bei Starkregen hat Johannes Boos vom ADAC eine Faustregel: "Schlägt der Scheibenwischer auf der schnellsten Stufe: maximal Tempo 80".

Welche Kontrollen am Fahrzeug helfen gegen Aquaplaning?

Johannes Boos hat die Antwort: "Wichtig ist, dass ihr regelmäßig die Profiltiefe messt und den Reifen rechtzeitig gegen einen neuen austauscht. Ab einer Profiltiefe von 3,5 Millimeter abwärts wird es gefährlich. Dann fällt die Leistungsfähigkeit bei Aquaplaning deutlich ab." Auch den Reifendruck solltet ihr regelmäßig kontrollieren. Die Infos zum geeigneten Reifendruck findet ihr meist im Tankdeckel.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 24. März 2019 | 18:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. März 2019, 13:28 Uhr

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