Viele Kärtchen, die an der Windschutzscheibe festgesteckt sind.
Bildrechte: imago images / Schöning

Das steckt hinter den Autokärtchen-Händlern

17.07.2019 | 13:27 Uhr

Immer wieder tauchen sie an den Fensterscheiben von Autos auf: Kärtchen, bedruckt mit Katzen oder 500 Euro-Scheinen, auf denen viel Geld für den Gebrauchten geboten wird.

Viele Kärtchen, die an der Windschutzscheibe festgesteckt sind.
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Eigentlich dürfte es solche Kärtchenhändler gar nicht erst geben. Die Rechtslage ist da eindeutig, erklärt Michael Hummel, der Referatsleiter Recht beim sächsischen Verbraucherschutz:

Das ist eine Belästigung, wenn mir das jemand unter den Scheibenwischer klebt oder an die Seitenscheibe klebt. Dann verletzt er mein Persönlichkeitsrecht, er drängt mir diese Werbung auf, er nötigt mir die Entsorgung auf und stört auch den Besitz an meinem Auto.

So sieht es zumindest das Recht. Kärtchenhändler gibt es trotzdem, bestraft werden die wenigsten. Helmut Loris, der Leiter des Leipziger Ordnungsamtes erklärt, warum:

Wenn wir den Nachweis nicht erbringen können, dass derjenige, dessen Telefonnummer auf dem Kärtchen steht auch derjenige ist, der die Verteilung veranlasst hat, können wir kein erfolgreiches Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten.

Deswegen sei es am besten, wenn man Kärtchenverteiler sofort beim Ordnungsamt meldet, wenn man sie sieht.

Was aber, wenn man sein Auto wirklich loswerden möchte? Lohnt sich der Verkauf über die Kärtchenhändler vielleicht doch? Michael Hummel meint, man sollte vorsichtig sein:

Man muss damit rechnen, dass es schon eher haarige und schwierige Geschäftsverhältnisse werden. Wer den geschäftlichen Kontakt damit beginnt, dass er diverse Rechtsvorschriften verletzt, dem sollte ich zunächst nicht trauen.

Dass es nicht einfach ist, sein Auto über einen derartigen Händler loszuwerden, hat die Stiftung Warentest herausgefunden. Die Tester haben vier verschiedene Händler angerufen und versucht, gebrauchte Autos zum bestmöglichen Preis loszukriegen. Die Art der Begegnungen reichte dabei von nett bis bedrohlich. Vor allem aber war das Verhandlungsgeschick der Tester gefragt. Das eine Geschäft, dass am Ende zustande kommt, geht nach harten Verhandlungen über den Kaufpreis reibungslos über die Bühne.

Nur Bargeld akzeptieren

Die Stiftung Warentest empfiehlt, sich vorher kundig zu machen, wie viel das Auto noch wert ist. Außerdem sollte man nur zu zweit verhandeln, weil die Händler mit allen möglichen Mitteln versuchen, den Preis zu drücken. Sollte tatsächlich ein Geschäft zustande kommen, sollte man unbedingt ein eigenes Vertragsformular mitnehmen, in dem steht, dass jegliche Gewährleistung ausgeschlossen ist. So ist sicher, dass man nicht für eventuelle Mängel haften muss. Außerdem sollte man nur Bargeld akzeptieren, keine Schecks oder anderes.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 15. Juli 2019 | 15:49 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2019, 13:26 Uhr

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