Katze
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Mitzi, Wuffi und Co: Warum Haustiere so heißen, wie sie heißen

17.01.2019 | 10:45 Uhr

Clea, Lian und Ares - das sind die Trendvornamen für Kinder im Jahr 2018. Auch bei den Namen für das geliebte Haustier gibt es Trends zu bestimmten Namen.

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Ähnlich wie bei Menschen, versuchen auch Tierhalter für ihre Lieblinge Namen zu finden, die zum Charakter des Tieres passen. Damaris Nübling ist Linguistin an der Uni Mainz und weiß, welche Kriterien wichtig sind:

Wir haben gestaunt, wie ähnlich Haustiere benannt werden, wie Menschen. Also sie bekommen heutzutage Kindernamen. Und wir haben auch festgestellt, dass es Tierhalter gibt, die die Namensvergabe dem Tier überantworten. Also bestimmte Rituale, wie dass man die Namen auf Zettelchen schreibt. Und wenn der Hund dann diesen Zettel beschnuppert, dann ist das sein Name. Dann hat er ihn ausgesucht.

Katze
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Wenn Tiere aus Tierheimen kommen und schon einen Namen haben, wird er oft von den Besitzern nachträglich geändert. Das sei ein Zeichen dafür, dass die Menschen ihre Tiere richtig in die Familie integrieren, stellt Damaris Nübling fest. Für viele Tierhalter ist es deshalb wichtig, dem Tier dann noch einen eigenen Namen auszusuchen.

Dabei sind nicht nur die Namen eine Trend-Frage, sondern dass Haustiere überhaupt Namen bekommen. Vor etwa 150 Jahren waren es vor allem Namen, die auch an die nachfolgenden Tiere weitergeben wurden, erklärt Damaris Nübling.

Das waren keine individuellen Namen, sondern nur Traditionsnamen. Die der Folgehund dann wieder geerbt hat.

Wann genau Hunde dann ihre "eigenen" Namen bekommen haben, weiß die Wissenschaft nicht genau. Aber im Laufe der Zeit bekamen sie typische Hundenamen, wie Lumpi, Waldi oder Rex. Diese Namen werden heute aber nur noch selten benutzt, weiß Damaris Nübling.

Heute werden Hunde und Katzen anthropomorphisiert. Das heißt, sie werden menschlich benannt. Mit allen möglichen Menschennamen, auch durchaus Nachnamen. Ab ungefähr 2000 fing es dann spezifisch mit Kindernamen an.

Ein Zeichen dafür, dass die Tiere inzwischen ein vollwertiges Familienmitglied geworden sind. Heute gibt es viele Menschen, die ihr Tier wie ihr Kind behandeln. Aus den Tieren, die vor mehreren hundert Jahren beim Menschen gelebt haben, den Hof bewacht haben und ab und zu Essensreste fressen durften, sind also inzwischen Begleiter fürs Leben geworden. Damaris Nübling erklärt sich das so:

Ein kleines Mädchen und ein Hund sitzen im Schnee
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Sie werden oft beschrieben als die verlässlichsten Partner. Sie geben vorbehaltlos emotionale Wärme, Zuneigung und schauen nicht auf missliebige Eigenschaften der Halter. Da wird etwas kompensiert, was man Alltag sonst nicht so bekommt. Der Hund ist treu und einem ergeben. Hund und Katze eignen sich sehr für Projektionen.

Heutige Haustiernamen unterscheiden meist auch genau, ob es ein weibliches oder männliches Tier ist. Die häufigsten Namen für Rüden sind beispielsweise: Sammy, Benny, Timmy, Charly und Max. Weibliche Hunde heißen häufig: Gina, Amy, Luna, Ronja und Lilly.

Auch Katzen werden oft menschlich benannt. Aber bei Katzen klingen die Namen oft meist verschmuster. Damaris Nübling hat 1.000 Hunde- und Katzennamen verglichen und festgestellt:

Katzen werden noch mehr nach ihrem Äußeren benannt als Hunde. Also nach Fellfarbe, ob sie schnurren, ob sie weiße Pfötchen haben. Socke ist zum Beispiel ein häufiger Name oder Schnurri, Schoki und Tapsi. Oder Tiger bei einer gestreiften Katze.

Junges Kaninchen von Mann gehalten
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Damaris Nübling hat auch herausgefunden, dass Kaninchen noch mehr als Katzen nach ihrer Erscheinung benannt werden. Zwar sind sie laut der Wissenschaftlerin nicht ganz so menschennah wie Hunde und Katzen, werden aber besonders von Kindern sehr geliebt und gestreichelt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 17. Januar 2019 | 14:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Januar 2019, 11:00 Uhr

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