Brot zu Hause selber backen - so gelingt es richtig gut!

In den letzten Monaten haben sich viele an die Kunst des Brotbackens gewagt. Wir haben einen Profi-Bäcker gefragt, wie dir das perfekte Brot gelingt und welche Anfängerfehler du vermeiden solltest.

Mann schneidet frischgebackenes Brot auf
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Viele von uns haben im letzten Jahr gezwungenermaßen deutlich mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbracht als sonst. Dadurch hatten wir auch mehr Zeit, um Dinge auszuprobieren, die wir sonst nicht im vollen Terminkalender unterbekommen haben - wie Brotbacken zum Beispiel. Natürlich brauchen auch Bäckereien in dieser schweren Zeit unsere Unterstützung und der Bäcker um die Ecke freut sich, wenn wir unser Brot bei ihm kaufen. Aber wenn man es doch mal selbst ausprobieren will, dann gibt es einiges zu beachten. Wir haben Bäcker Christian Kohl aus Kefferhausen im Eichsfeld nach Tipps gefragt.

MDR JUMP: Christian, ich bin Backanfängerin und will ein ganz einfaches Weizenmischbrot backen. Was muss ich beachten?

Eine Frau bereitet den Teig vor
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Christian Kohl: Bei einem Weizenmischbrot musst du als Erstes einen Sauerteig machen. Du brauchst ungefähr 30 % Roggenmehl und 70 % Weizenmehl. Mit dem Roggenmehl und Wasser musst du den Sauerteig ansetzen. Der normale Bäcker macht nämlich keine Hefe ins Brot rein. Ich mache einen 3-Stufen-Sauerteig. Morgens um 6 setze ich den an, dann geh ich mittags noch mal ran und abends gegen 7. In der Zeit bilden sich stufenweise verschiedene Bakterien. Bei der letzten Stufe entstehen die Hefebakterien. Davon mache ich dann meinen Brotteig. Man sollte aufpassen, dass das Zimmer warm ist. Es sollten mindestens 22 Grad sein, gerne auch wärmer. Zeit und Geduld sind wichtig. Mein Sauerteig und ich verbringen fast 24 Stunden zusammen, bevor ich daraus Brot mache.

MDR JUMP: Wenn ich das Brot backe und dann merke es ist nicht aufgegangen oder in sich zusammengefallen, was habe ich falsch gemacht?

Christian Kohl: Wenn es zusammenfällt, dann hat der Teig schon zu lange gestanden. Der ist also zu lose geworden. Da muss man sich dann ausprobieren, bis man die optimale Zeit gefunden hat. Ich drücke mit dem Finger ganz leicht auf den Teig, um zu gucken, ob der Teig weich genug ist. Wenn der Fingerabdruck wieder rauskommt, dann ist der Teig soweit. Wenn der Teig zu lose ist, dann wird das Brot hinterher richtig breit, dann kann man gleich eine Pizza draus machen!

MDR JUMP: Sollte man von einer Backmischung aus dem Supermarkt lieber gleich die Finger lassen?

Christian Kohl: Selber habe ich das noch nicht ausprobiert. Manche schaffen es, bei manchen läuft es schief. Man kann es probieren, es gibt ja eine genaue Anleitung. Viele meiner Kunden holen sich den Teig bei mir und backen das Brot dann frisch zu Hause. Das machen viele kleine Bäcker, bei den großen Ketten weiß ich es nicht.

Fazit: Wenn man das Grundrezept hinbekommen hat, kann also nicht mehr viel schief gehen. Dann kann man auch mehr mit den Gewürzen und Zutaten experimentieren, die man am liebsten hat. Vom Weizenmischbrot bis zum Pumpernickel: Es gibt viele tolle Rezepte um sich auszuprobieren. Eine Brotbackmaschine ist auch nicht zwingend notwendig, der einfache Herd reicht! Und wenn man sicher gehen will, kann man beim Lieblingsbäcker fragen, ob man dort Teig kaufen kann.

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