Kalenderausriss zeigt den Buß- und Bettag
Bildrechte: MDR JUMP

Wie lange zahlen Sachsen noch für den Buß- und-Bettag?

19.11.2019 | 12:00 Uhr

Ein arbeitsfreier Tag freut meist die Arbeitnehmer. Mit dem Buß-und-Bettag haben die Sachsen so einen arbeitsfreien Feiertag. Aber dafür zahlen sie auch mehr in die Pflegeversicherung ein. Zu Recht?

Kalenderausriss zeigt den Buß- und Bettag
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Seit 1995 ist der Buß-und Bettag in fast ganz Deutschland kein Feiertag mehr. Wir erinnern uns: Ursprünglich handelt es sich dabei um einen Tag der auf Notzeiten zurückgeht. Gab es eine solche Krise, wurden die Menschen aufgefordert, zu beten und Buße zu tun. Erst seit Ende des 19 Jahrhunderts wurde ein einheitliche Buß-und-Bettag mit einem festgeschriebenen Datum eingeführt.

Warum ist der Buß-und Bettag in Sachsen frei?

Mitte der 1990er Jahre wurde dieser Feiertag in fast ganz Deutschland gestrichen. Der Hintergrund: So sollten die Kosten für die neu eingeführte Pflegeversicherung minimiert werden. Nur in Sachsen gilt dieser Tag weiterhin als Feiertag. Dafür zahlen die Arbeitnehmer einen höheren Beitrag zur Pflegeversicherung. Dagegen gibt es seit einer Zeit Widerstand.  DGB-Chef Markus Schlimbach sagt:

Seit fast 25 Jahren zahlen die sächsischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer monatlich 0,5 Prozent mehr in die Pflegeversicherung ein, um den Buß- und Bettag zu behalten.

Das entstandene Ungleichgewicht sei unerträglich geworden und müsse beseitigt werden, meint Schlimbach. Und offenbar gibt es in dieser Frage Bewegung. In den laufenden Koalitionsverhandlungen wollen SPD und Grüne die Benachteiligung bei der Finanzierung der Pflegeversicherung abschaffen.

Nach Berechnungen der Leipziger Volkszeitung zahlen Arbeitnehmer in Sachsen durchschnittlich 181 Euro pro Jahr extra. Insgesamt würden sich die Kosten auf 291 Millionen Euro belaufen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 20. November 2019 | 06:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. November 2019, 11:36 Uhr

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