"Clubhouse" - Die neue Hype-App mit Datenschutzproblem

Alle reden gerade über "Clubhouse", ein neues soziales Netzwerk, in das man - vorerst - nur mit Einladung reinkommt. Lohnt sich der Hype, oder ist "Clubhouse" nur eine weitere Datenkrake?

Frau mit Kopfhörern
Bildrechte: imago images/Panthermedia

Glaubt man Twitter, dann ist "Clubhouse" gerade das soziale Netzwerk schlechthin. Dort tummeln sich Promis wie Joko Winterscheid, Influencerinnen wie Caro Daur und selbst FDP-Chef Christian Lindner soll schon auf "Clubhouse" unterwegs gewesen sein. Zugang gibt es nur mit exklusiver Einladung und vor allem nur für iPhone-Nutzer. Eine Android-App gibt es (noch) nicht.

Was ist "Clubhouse" überhaupt?

"Clubhouse" ist eine Art Audio-Chat-App mit verschiedenen Räumen. Jeder Nutzer kann dort Räume eröffnen oder selbst welchen beitreten. In diesen Räumen befinden sich Moderatoren, Sprecher und Zuhörer. Moderatoren können andere zu Sprechern machen und sie praktisch auf die Bühne holen. Wer Sprecher ist, kann sich an der Diskussion beteiligen. Der Rest kann immerhin zuhören oder die Hand heben um sich selbst an der Diskussion zu beteiligen. Clubhouse ist ein wenig wie eine Zoom-Konferenz ohne Bild, bei der man selbst das Wort ergreifen kann (falls es einem erteilt wird).

Wer tummelt sich auf "Clubhouse"?

Angefangen hat die App vor allem als Tool für Venture Kapitalisten im Silicon Valley. Diese Start-Up-Finanziers haben "Clubhouse" benutzt, um im Lockdown Kontakt zu halten und ins Gespräch zu kommen. Für die Szene unentbehrlich. Durch geschicktes Marketing konnte "Clubhouse" schon mit seiner ersten Testversion ordentlich Hype generieren.

Mittlerweile ist dieser Hype um die App in Deutschland angekommen. Einige deutsche Promis tummeln sich auf "Clubhouse": Leute wie Luisa Neubauer, Youtuber Fynn Kliemann oder Moderator Joko Winterscheidt. Vor allem treffen sich aber die Tech-Szene und Journalisten auf "Clubhouse" und unterhalten sich darüber, wie man möglichst viele Leute in seinen Raum bekommt.

Datenschutz und andere Probleme

Wie jedes soziale Netzwerk hat auch "Clubhouse" mit Problemen wie Hassrede und Belästigung zu kämpfen. Auch exklusiv eingeladene Gäste können sich eben danebenbenehmen. Die Betreiber hatten bis vor kurzem nicht mal eine Meldefunktion in der App, eingegriffen wird in Diskussionen kaum. Das führt allerdings zu einem weiteren Problem.

Denn um die Meldungen bearbeiten zu können, müssen die Chats - zumindest temporär - gespeichert werden. Wie lange, das geht aus den Nutzungsbedingungen nicht hervor. Datenschutzrechtlich ist das zumindest bedenklich.

Ebenfalls problematisch ist, dass die App sich Zugriff auf das Adressbuch verschafft. Das führt dazu, dass Schattenprofile erstellt werden.

Auch das ist datenschutzrechtlich bedenklich.

Lohnt es sich, beizutreten?

Wer gerne anderen Menschen beim Reden zuhört, wird auf "Clubhouse" auf jeden Fall seine Freude haben. Die App erlaubt es einem, schnell durch verschiedene Räume durchzuzappen und sich Diskussionen zu verschiedensten Themen anzuhören. Meistens geht es aber vor allem um Tech-Themen. Wer schon ungern Podcasts hört, der wird auch an Clubhouse wenig Freude haben.

Wie geht es nach dem Hype weiter?

"Clubhouse" ist momentan noch nicht für jeden offen. Man kommt nur über Einladungen rein und die App gibt es auch nur fürs iPhone. Viel Hype entsteht also alleine schon durch die Exklusivität, die dadurch vorgegaukelt wird. Ob der Hype anhält ist schwer zu sagen. Einen ähnlichen Hype erlebte auch das Netzwerk "Vero" 2018. Mittlerweile ist "Vero" schon fast wieder in Vergessenheit geraten. Ob "Clubhouse" das selbe Schicksal erleidet oder eine kritische Masse an Nutzern erreicht, steht in den Sternen.

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