Kommt nach der Corona-Krise die Kilo-Krise?

Während des Lockdowns hieß es vor allem: zu Hause bleiben. Viele Menschen haben in dieser Zeit weniger Bewegung bekommen und zugenommen. Doch wie kriegt man die Pfunde jetzt wieder runter?

Eine junge Frau isst Müsli mit Erdbeeren aus einer grünen Schale.
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Der Lockdown in der Corona-Krise hat uns allen viel abverlangt: Viele mussten zu Hause bleiben, sind kaum rausgegangen und haben sich weniger bewegt. Dazu kommt, dass offenbar auch mehr Süßigkeiten gekauft wurden. Der Internationale Verband der Süßwarenhersteller verzeichnete im März ein zweistelliges Umsatzplus.

Boom der Fasten-Apps

Die Umstände schlagen bei einigen auch aufs Gewicht. 38 Prozent der Deutschen haben sich weniger bewegt, hat das Meinungsfoschungsinstitut YouGov festgestellt. Und immerhin fast ein Fünftel hat laut derselben Umfrage in der Zeit zugenommen. Eine Umfrage eines Herstellers von Sport-Nahrungsergänzugsmitteln hat sogar ergeben, dass 27 Prozent der Befragten merklich zugenommen haben.

Das schlägt sich auch in den App-Stores nieder. Fasten-Apps wie BodyFast, Chew oder Die Hirschhausen-Diät verzeichnen gerade wesentlich mehr Downloads. Von dem Boom profitiert auch "Fastic". Der Fasten-Experte Sebastian Wettcke aus Dresden hat die App mitentwickelt. Auch er konnte beobachten, dass die Deutschen in der Corona-Krise zugenommen haben:

Die Menschen haben durchschnittlich zwei bis drei Kilo zugenommen.

schätzt er. Über die App konnten Wettcke und sein Team beobachten, wie sich die Nutzer so langsam an den neuen Alltag im Lockdown gewöhnt haben, erzählt er:

Am Anfang des Lockdowns waren die Leute verunsichert. Sie wussten nicht, wie es weitergeht. Viele haben dann auch weniger gefastet, weil es einfach ihre Tagesroutine durcheinandergebracht hat. Dementsprechend haben sie Gewohnheiten, die Disziplin brauchen erstmal gelassen.

Nach zwei Wochen hätten sich die meisten Menschen an die neue Routine gewöhnt und auch das Fasten wieder aufgenommen. Über den aktuellen Boom seiner App freut sich Wettcke natürlich. Seine Erklärung: Die Corona-Kilos sehe man halt auch und deshalb sei das Interesse am Intervallfasten auch gestiegen.

Für viele Deutsche ist Sport allerdings immer noch das Mittel Nummer eins um fit und gesund zu bleiben. Die Umfrage eines Fitnessgeräteherstellers ergab, dass 70 Prozent der Befragten während des Lockdowns via Youtube trainiert haben. Heimtrainer-Hersteller Peloton konnte während der Krise hohe Nachfrage verzeichnen. Und das Meinungsforschungsinstiut YouGov fand eben auch heraus, dass sich bei 62 Prozent der Deutschen das Gewicht gar nicht verändert hat. Vielleicht sind die Corona-Kilos also auch nur eine Mär.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 02. Juni 2020 | 14:10 Uhr

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