Corona-Situation in Mitteldeutschland: Diese Regelungen & Bußgelder gelten bei uns

Weiterhin steigt die Zahl der Regionen in Mitteldeutschland, die den 50-Neuinfektionen-Grenzwert überschritten haben. Neue Bestimmungen sollen diesen Trend umkehren und die Zahlen sinken lassen.

Menschen in der Hohe Straße, wo aufgrund des engen Abstandes zwischen den Passanten Maskenpflicht gilt.
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Die zweite Corona-Welle ist inzwischen auch in Mitteldeutschland angekommen. Zwar standen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu Beginn noch vergleichsweise gut da. Mittlerweile haben aber auch hier fast alle Städte und Landkreise die Grenzwerte überschritten und gelten laut Robert Koch-Institut (RKI) als "Regionen mit erhöhtem Corona-Infektionsgeschehen". Solche umgangssprachlich auch "Risikogebiet" oder "Corona-Hotspot" genannten Städte oder Regionen sind mittlerweile weit verbreitet, ganz Sachsen wird derzeit so eingestuft.

Diese Regionen in Mitteldeutschland liegen über dem Grenzwert

Als "Corona-Hotspot" in Deutschland gelten Regionen, in denen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 neue Coronafälle pro 100.000 Einwohner registriert wurden. Die werden oft auch als "Risikogebiet" bezeichnet. Offiziell gibt es diese Bezeichnung nicht für Gebiete in Deutschland, nur für das Ausland. Einige Landkreise bezeichnen sich allerdings selbst als "Risikogebiet". (Quelle: Risklayer GmbH - Stand: 2.11.2020, 10 Uhr)

Sachsen:

  • Landkreis Görlitz
  • Landkreis Bautzen
  • Landkreis Meißen
  • Landkreis Leipzig
  • Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
  • Dresden
  • Leipzig
  • Chemnitz
  • Zwickau
  • Mittelsachsen
  • Erzgebirgskreis
  • Vogtlandkreis
  • Landkreis Nordsachsen

Sachsen Anhalt:

  • Jerichower Land
  • Magdeburg
  • Salzlandkreis
  • Landkreis Wittenberg
  • Burgenlandkreis
  • Halle (Saale)

Thüringen:

  • Landkreis Sömmerda
  • Saale-Holzland-Kreis
  • Eichsfeld
  • Altenburger Land
  • Jena
  • Erfurt
  • Landkreis Hildburghausen
  • Schmalkalden-Meiningen
  • Landkreis Sonneberg
  • Gera
  • Weimarer Land
  • Weimar

Welche Landkreise als Hotspots gelten, ist auf dieser Karte übersichtlich dargestellt.

Welche Einschränkungen gelten derzeit?

Aufgrund der stark ansteigenden Infektionszahlen haben Bund und Länder in der vergangenen Woche neue Einschränkungen beschlossen. Diese gelten seit Montag, dem 2. November.

Derzeit ist es nur noch erlaubt, dass sich Personen zweier Haushalte treffen, maximal dürfen das zehn Menschen sein. Nicht notwendige Reisen sollten unterlassen werden, Hotels dürfen keine Gäste für touristische Zwecke aufnehmen. Schulen und Kitas bleiben weiterhin geöffnet. Unterhaltungs- und Freizeitangebote werden geschlossen und verboten.

Diese Beschlüsse sollten von den Bundesländern umgesetzt werden. Dabei gibt es einige Unterschiede.

Zusätzlich haben einige Städte und Landkreise noch weitere Einschränkungen beschlossen. In der Stadt Leipzig gilt zum Beispiel eine Maskenpflicht an vielen öffentlichen Plätzen, zum Beispiel innerhalb des gesamten Innenstadtringes.

Besonderheiten der Bundesländer

Damit die auf Bundesebene besprochenen Regelungen in Kraft treten können, müssen diese von jedem Bundesland umgesetzt werden. Dabei gibt es einige Unterschiede.

In Sachsen dürfen sich in der eigenen Wohnung bis zu fünf verschiedene Personen treffen. Oder bei Personen aus zwei Haushalten bis zu zehn Menschen. Zusätzlich gibt es eine Maskenpflicht im Unterricht ab der Klassenstufe elf.

In Sachsen-Anhalt dürfen, anders als auf Bundesebene besprochen, einige Freizeiteinrichtungen geöffnet bleiben. Dazu gehören Zoos und Tierparks, Bibliotheken und Volkshochschulen. Auch Kosmetikstudios können weiterhin Kunden empfangen.

In Thüringen dürfen im Gegensatz zum bundesweiten Beschluss Kosmetik- und Tattoostudios weiterhin öffnen. Auch Museen sind geöffnet, zumindest für kostenfreie Bildungsangebote in Außenbereichen.

Bußgelder

In Mitteldeutschland können die Ordnungsbehörden verschiedene Bußgelder erheben, wenn die Auflagen nicht eingehalten werden.

Wer in Sachsen gegen die Maskenpflicht verstößt, muss zum Beispiel mit einem Bußgeld von 60 Euro rechnen. Wenn sich zu viele Personen treffen, können 150 Euro fällig werden. Das gilt auch, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten wird.

Wenn in Sachsen-Anhalt gegen die Kontaktbeschränkungen verstoßen wird, kann das mindestens 50 Euro kosten. Wird gegen die Maskenpflicht verstoßen, gibt es unterschiedliche Bußgelder. Bei einem Inzidenzwert in der Region von 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen fällt ein Bußgeld von 50 Euro an. Bei einem Wert der Inzidenz von über 50 können es 75 Euro sein.

Auch in Thüringen gibt es ein Bußgeld beim Verstoß gegen die Maskenpflicht. Dieses liegt bei 50 Euro.

Warum steigen die Infektionszahlen?

Über die Gründe für die steigenden Infektionszahlen wird heftig debattiert. Einen klaren Grund kann man kaum benennen. Für den anfänglichen Anstieg der Zahlen macht das Robert Koch-Institut vor allem Urlaubsrückkehrer verantwortlich.

Eine andere Hypothese lautet, dass einfach mehr getestet wird und deshalb auch die Zahl der positiven Tests steigt. Auch das stimmt nur bedingt. Zwar sind die Kapazitäten für Corona-Tests deutlich erweitert worden, allerdings hat sich auch der Anteil positiver Tests seit Mitte September fast verdoppelt.

Die große Frage ist aber: Wo stecken sich die Leute an? Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass sich die meisten Menschen beim Feiern mit Familie und Freunden anstecken. Auch die Infektionen am Arbeitsplatz nehmen laut RKI zu. In Bus und Bahn stecke sich dagegen kaum jemand an, heißt es vom RKI. Das liege wohl auch an den massiven Hygienemaßnahmen und der Maskenpflicht im Nahverkehr.

Reichen die Krankenhausbetten für Menschen, die schwer an Covid-19 erkrankt sind?

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen steigt aktuell die Zahl von Patienten, die nach einer Corona-Infektion intensivmedizinisch betreut werden müssen. Aktuell sind das in Mitteldeutschland 253 Menschen. Mehr als ein Drittel von ihnen muss beatmet werden. Das zeigt das Melderegister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Diese Zahlen haben sich innerhalb von einer Woche fast verdoppelt. Vor allem in Sachsen sind die Zahlen recht hoch. Dort und auch in angrenzenden Regionen steigt die Auslastung der Intensivbetten. Laut Melderegister können aktuell über 3.500 Intensiv-Betten in den drei Bundesländern genutzt werden. Knapp ein Drittel davon ist aktuell noch frei (Stand Montag, 2. November).

Mit Material von dpa.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 26. Oktober 2020 | 17:40 Uhr

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