Astrazeneca nur noch für Ältere: So wird es in Mitteldeutschland gehandhabt

Eigentlich sollten die Corona-Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff endlich Fahrt aufnehmen - nun sollen unter 60-Jährige damit grundsätzlich nicht mehr geimpft werden. So wird der Beschluss in Mitteldeutschland umgesetzt.

AstraZeneca Impfdosen
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Bund und Länder drücken bei den Impfungen mit Astrazeneca vorsorglich auf die Bremse: Künftig sollen in Deutschland nur noch Menschen über 60 Jahren das Präparat gespritzt bekommen – es sei denn Jüngere wollen es auf eigenes Risiko. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen. Diese seien 4 bis 16 Tage nach der Impfung überwiegend bei unter 60-Jährigen aufgetreten. In Deutschland sind laut Paul-Ehrlich-Institut bisher 31 solcher Fälle bekannt. Neun der Betroffenen starben.

Wie geht es in Mitteldeutschland weiter?

Sachsen setzt die neue vorsorgliche Altersbeschränkung für den Astrazeneca-Impfstoff sofort um. Man werde der betroffenen Altersgruppe den Biontech- oder Moderna-Impfstoff anbieten, sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping.

Ab 1. April soll Astrazeneca vorerst gar nicht mehr gespritzt werden. Möglich ist das, da Sachsen als besonders betroffene Region rund 93 600 zusätzliche Impfdosen von Biontech/Pfizer erhalten hat. Details, wie es mit dem Impfen in Sachsen nach Ostern weitergeht, will das Ministerium in den nächsten Tagen bekannt geben.

Sachsen-Anhalt setzt die Impfungen mit Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren vorerst aus. Wie das Sozialministerium dem MDR mitteilte, wurden die Impfzentren des Landes informiert. Zuvor hatten sich mehrere Unikliniken für diesen Schritt ausgesprochen. Offen ist noch, wie mit der Zweitimpfung in der Altersgruppe unter 60 verfahren werden soll. Die Ständige Impfkommission kündigte eine ergänzende Empfehlung bis Ende April an.

In Thüringen wird ab sofort gar nicht mehr mit Astrazeneca geimpft. Grund ist laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV), dass der in Thüringen verplante Impfstoff komplett aufgebraucht ist. Es gebe nur noch Biontech-Impfstoff. Dies sei auch so geplant gewesen, sagte ein Sprecher dem MDR. Die Zweitimpfungen seien bislang nicht betroffen.

Die KV teilte weiter mit, dass im Freistaat bislang keine schwerwiegenden Komplikationen wie Hirnvenenthrombosen nach Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca aufgetreten seien. Rund 38 100 Thüringer unter 60 Jahre wurden bisher mit Astrazeneca geimpft.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Nachrichten | 31. März 2021 | 09:00 Uhr

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