Kurzarbeitergeld wird bis 2021 weiter ausgezahlt

Das Bundeskabinett hat eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes beschlossen, um eine Massenarbeitslosigkeit zu verhindern und um Unternehmen und Angestellte zu unterstützen.

ILLUSTRATION - Zwei Kugelschreiber liegen auf einem Antragsformular für Kurzarbeitergeld.
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Das Bundeskabinett hat die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes bis 2021 beschlossen. Damit sollen Unternehmen und Beschäftigte in der Corona-Krise unterstützt werden, erklärt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil:

Hubertus Heil
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Kurzarbeit ist sehr, sehr teuer - aber Massenarbeitslosigkeit wäre ungemein teurer für unser Land, finanziell und auch sozial.

Bei der Kabinettssitzung bezeichnete Arbeitsminister Hubertus Heil das Kurzarbeitergeld als „unser Erfolgsmodell, mit dem wir das Auskommen von Millionen Beschäftigten und ihren Familien sichern".

24 Monate Kurzarbeitergeld

Der Lohnersatz durch das Kurzarbeitergeld wurde nun auf 24 Monate verlängert, bis maximal Ende 2021. Die Verlängerung gilt für alle Betriebe mit einem Beginn der Kurzarbeit bis zum 31. Dezember 2020. So sollen es Kurzarbeiter länger als die bisherigen 12 Monate beziehen können.

Das Kurzarbeitergeld beträgt 60 Prozent des Verdienstausfalls und 67 Prozent mit Kindern. Es wird bei längerer Bezugsdauer sogar auf bis zu 80 bzw. 87 Prozent erhöht.

Sozialversicherungsbeiträge werden teilweise übernommen

Zur Stabilisierung von Unternehmen sollen außerdem die Sozialversicherungsbeiträge der Kurzarbeiter bis 30. Juni 2021 vollständig vom Bund erstattet werden. In der zweiten Jahreshälfte von 2021 sollen sie dann in der Regel noch zur Hälfte erstattet werden. Bieten Firmen allerdings Weiterbildungsmaßnahmen während der Kurzarbeit an, soll es auch dann eine vollständige Erstattung geben.

Heil: Zeit für Weiterbildung nutzen

Die Weiterbildung in den Unternehmen spielt für Hubertus Heil eine große Rolle:

Mit Weiterbildung und Qualifizierung können sich Unternehmen den Herausforderungen des Strukturwandels besser stellen. [...] Daher schaffen wir Anreize, die Zeit der Kurzarbeit zu nutzen und in Weiterbildung zu investieren.

Kampf um den Erhalt von Arbeitsplätzen

Kritik von Wirtschaftswissenschaftlern und der FDP, die Hubertus Heil vorwerfen, Unternehmen durch das Kurzarbeitergeld unnötig lang durch den Staat zu unterstützen, wies er zurück. Hubertus Heil erklärte, dass Unternehmen, wie etwa die Veranstaltungswirtschaft zurzeit schlicht kein Geschäft hätten und deshalb auf das Kurzarbeitergeld angewiesen seien. Dennoch sei klar, dass nicht jeder Arbeitsplatz gerettet werden könne, so Hubertus Heil.

Aber wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen, und das gibt Sicherheit in einer ganz schwierigen Zeit.

Mit Material der Nachrichtenagenturen AFP, Reuters und dpa.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 16. September 2020 | 10:00 Uhr

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