Schärfere Corona-Regeln: So wollen die mitteldeutschen Länder sie umsetzen

Bund und Länder haben sich geeinigt, wie es im Dezember in Sachen Teil-Lockdown weitergeht. In einigen Punkten gehen die Länder allerdings eigene Wege.

Plakat mit Corona-Regeln an einem Pfahl vor einem Haus
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Angesichts der anhaltend hohen Infektionszahlen ist der Teil-Lockdown bundesweit verlängert und verschärft worden. In den drei mitteldeutschen Ländern sollen die neuen Beschlüsse aber unterschiedlich umgesetzt werden.

Sachsen

Im Freistaat ist das Infektionsgeschehen momentan sehr dynamisch. Inzidenzzahlen von über 300 pro 100.000 Einwohner gibt es aktuell in fünf Landkreisen. Ministerpräsident Michael Kretschmer hat für solche Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen weitere Einschränkungen angekündigt, die über das hinausgehen, was bei der Bund-Länder-Schalte beschlossen wurde. So soll dort ab nächste Woche Alkoholtrinken in der Öffentlichkeit verboten werden. Kretschmer sagte dem MDR:

Wir sehen in dieser Glühweinzeit eben auch, dass wir mit einem Alkoholverbot in der Öffentlichkeit arbeiten müssen, weil doch der eine oder andere den Verlockungen nicht entgehen kann und es dann immer wieder zu größeren Ansammlungen von Personen kommt.

Zudem sollen Bewohner nur noch aus triftigem Grund ihre Wohnungen und Häuser verlassen dürfen, etwa wenn sie zur Schule, auf Arbeit oder einkaufen müssen.

Sachsen-Anhalt

Ministerpräsident Rainer Haseloff will die geltenden Kontaktbeschränkungen etwas anders regeln. Bund und Länder haben vereinbart, dass sich Menschen aus maximal zwei Hausständen treffen dürfen. Doch die Fixierung auf Hausstände sei schwer zu fassen und entspreche nicht der Lebensrealität vieler Menschen, sagte Haseloff.

Wir haben nur noch mal versucht klarzustellen, dass wir mit den zehn Personen über die Feiertage nicht meinen, dass dort möglichst zehn unterschiedliche Hausstände unterwegs sind, sondern dass es sich möglichst um die Personen handelt, die zusammengehören, auch was die Kinder anbelangt. Dass es sich also da nicht um einen Umgehungstatbestand für einen Kindergeburtstag handelt.

Auch Feuerwerk zu Silvester soll möglich sein. Lediglich auf belebten Plätzen in Halle und Magdeburg ist ein Böllerverbot angedacht. Konkrete Regelungen müssen noch beschlossen werden. Sicher gilt schon jetzt, dass eine Maskenpflicht für Schüler ab Klasse 7 auch im Unterricht kommt und dass die Weihnachtsferien bis 8. Januar verlängert werden.

Thüringen

Während in fast allen Bundesländern die Kinder früher in die Weihnachtsferien geschickt werden, ist in Thüringen noch unklar, wie lange die Schule im Dezember gehen soll. Darüber will Ministerpräsident Bodo Ramelow noch einmal mit seinem Kabinett beraten. Bisher war als Ferienstart in Thüringen der 23. Dezember vorgesehen. Der Ministerpräsident schwor die Thüringer auf die Einhaltung der Corona-Regeln ein. Ramelow sagte:

Solidarisch sein heißt jetzt aufeinander zuzugehen und sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen und darauf zu achten, dass man das Coronavirus ernst nimmt.

Mit Blick auf den besonders betroffenen Landkreis Hildburghausen sagte Ramelow: Die Dynamik bei den Neuinfektionen sei noch nicht gebrochen. Ab kommendem Dienstag soll dort ein groß angelegter Corona-Schnell-Test unter Kindern stattfinden. Damit soll geklärt werden, ob es in Schulen und Kindergärten viele Ansteckungen gibt oder nicht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 26. November 2020 | 07:00 Uhr

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