Drosten bringt Alternative zum zweiten Lockdown ins Gespräch

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt weiter. Auch einen neuen Lockdown wollen manche Politiker nicht mehr ganz ausschließen. Doch auch eine Alternative macht die Runde.

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin
Bildrechte: imago images / Reiner Zensen

Immer mehr Landkreise in Deutschland überschreiten die Marke der 50 Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen.

Und je weiter die Zahl der Corona-Infektionen steigt, desto mehr bröckelt auch der Widerstand gegen einen zweiten Lockdown. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder will nicht mehr ausschließen, dass Deutschland wieder dicht macht und fordert einen nationalen Pandemieplan sowie für Berufspendler aus dem Ausland.

Doch möglicherweise muss nicht gleich ganz Deutschland wieder in den Lockdown. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und der Virologe Christian Drosten haben eine neue Variante ins Spiel gebracht: So genannte Circuitbreaker.

Lauterbach schätzt, dass mit den kurzen, befristeten Shutdowns die Unterbrechung eines exponentiellen Wachstums gelingen könnte. Unterbrechungen wären planbarer und könnten ökonomische und schulische Kosten reduzieren, schrieb er auf Twitter.

Drosten verweist außerdem auf eine Studie aus Großbritannien, die die Auswirkungen solcher kurzen Shutdowns untersucht hat. Laut Studie könnten sie tatsächlich ein Mittel sein, um die Pandemie wieder unter Kontrolle zu bringen.

Allerdings seien diese Circuitbreaker auch keine langfristige Lösung. Ohne Kontaktverfolgung, Isolierung von Infizierten und Einschränkung von Kontakten sei die Pandemie langfristig nicht in den Griff zu bekommen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Nachrichten | 21. Oktober 2020 | 11:00 Uhr

Weitere Informationen zu Corona