November-Lockdown: Was gilt für Fitnessstudio-Verträge, Gutscheine oder Urlaube?

Im November geht in Deutschland für vier Wochen deutlich weniger als bisher: Restaurants, Kinos, Sportstudios und Schwimmbäder müssen schließen. Was heißt das für alle, die dafür schon bezahlt haben?

Mehrere Monate Realität: Wegen Abstandsregeln mussten Fitnessstudios einige Geräte sperren. Im November müssen sie ganz schließen.
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Nicht in den Urlaub fahren, keine Filme auf der großen Leinwand sehen und nicht essen gehen mit Freunden, Sport zu Hause machen: Im November müssen wir uns alle wieder etwas einigeln. Nur so kann der Anstieg bei den Corona-Infektionszahlen gestoppt werden, haben Bund und Länder entschieden. Wir geben einen Überblick, was für diese Zeit für alle Verträge, Abos und gebuchte Reisen gilt.

Fitnessstudio ab Montag geschlossen: Muss ich weiter Beiträge zahlen?

Hier gilt: Kunden können nicht trainieren und müssen daher auch nicht bezahlen. Das Fitnessstudio darf für diese Zeit aber einen Gutschein für den Monatsbeitrag anbieten. Zumindest für die Verträge, die vor dem 8. März dieses Jahres geschlossen wurden. Bei allen anderen Verträgen dürfen die Kunden vom Fitnessstudio verlangen, den Beitrag für den November zurück zu überweisen. Die Gutschein-Regelung mit dem 8. März als Stichtag hatte die Bundesregierung im Mai erlassen, um die Folgen der Corona-Pandemie für Unternehmen etwas abzumildern.

Der Sportverein der Kinder muss einen Monat Pause machen: Müssen die Mitgliedsbeiträge ausgesetzt werden?

Claudia Neumerkel von der Verbraucherzentrale Sachsen
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Diese Beiträge dürfen von den Mitgliedern nicht ausgesetzt werden, sagt Claudia Neumerkel von der Verbraucherzentrale Sachsen: "In der Regel ist der Mitgliedsbeitrag an einen Verein nicht an konkrete Nutzungen gebunden, sondern ist ein Beitrag für die 'Mitgliedschaft'." Sachsen-Anhalt will übrigens einige Einrichtungen offen halten, die aus Sicht des Landes wichtig für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen sind. Dazu gehören Zoos und Tierparks oder auch der Rehasport. Noch ist offen, ob Sachsen und Thüringen ähnlich von den Beschlüssen von Bund und Ländern abweichen.

Gutscheine für Spaßbäder oder Erlebnisangebote können nicht eingelöst werden: Hat man ein Recht auf eine Verlängerung?

Wenn der Gutschein nur auf ein bestimmtes Jahr befristet ist, dann verlängert sich diese Frist aus Sicht der Verbraucherzentrale Sachsen. Das heißt: Der Gutschein dürfte auch später noch eingelöst werden.

Was ist mit Dauerkarten für Fußballspiele oder der 10er-Karte für das Schwimmbad?

Ist es noch möglich, die 10er-Karte fürs Schwimmbad im Gültigkeitszeitraum einzulösen, hat man laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen keinen Anspruch auf Rückerstattung. Fürs Stadion gilt: Wurde die Dauerkarte vor dem 8. März gekauft, müssen Fans für den November einen Wertgutschein akzeptieren. Claudia Neumerkel von der Verbraucherzentrale Sachsen:

Geisterspiel Borussia Mönchengladbach gegen 1. FC Köln
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Für den unwahrscheinlichen Fall eines Erwerbs nach dem Datum kann der zeitanteilige Wert ermittelt werden. Der Kunde kann eine Rückerstattung verlangen.

Ausgefallene Konzerte: Gutschein oder Geld zurück?

Im Mai hatte die Bundesregierung entschieden: Fallen Konzerte oder Auftritte von Künstlern aus, dürfen die Veranstalter einen Gutschein ausstellen. Allerdings nur für Tickets, die vor dem 8. März gekauft wurden. Das heißt jetzt für den November: Gutscheine müssen Verbraucher nur dann annehmen, wenn sie ihr Ticket vor dem 8. März gekauft haben – etwa für ein Konzert jetzt im Herbst oder für ein früheres Konzert, dass auf den November geschoben wurde. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert, dass Veranstalter nicht wieder Gutscheine verteilen dürfen. Schließlich bekommen sie ihren Verlust vom Bund zu einem großen Teil ersetzt.

Was gilt für Feiern, die abgesagt werden müssen: Muss ich das Restaurant, den Caterer dann trotzdem bezahlen?

Nein. Liegt ein behördliches Verbot für private Feiern vor, trifft an der Absage weder Besteller noch Lieferant die Schuld. Bedeutet: Der Kunde muss nichts zahlen.

Keine Reisen im November: Bekommen Urlauber ihr Geld zurück?

Ferienhäuser mit Reetdach in den Dünen von Ahrenshoop
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Hotels, Ferienwohnungen und Pensionen dürfen im November nicht für touristische Zwecke genutzt werden. Damit ist die Rechtslage für Urlauber deutlich klarer als bei den Beherbergungsverboten, so die Verbraucherzentrale Sachsen: Wer eine gebuchte Unterkunft in Deutschland wegen des Reiseverbots nicht beziehen kann, muss die auch nicht bezahlen. Urlauber können also stornieren und haben eine Recht darauf, Vorauszahlungen zurückgezahlt zu bekommen. Ähnlich bei Pauschalreisen: Urlauber müssen ihr Geld zurückbekommen. Dabei ist egal, ob Veranstalter oder Reisende absagen. Veranstalter können Gutscheine anbieten, die müssen Kunden aber nicht akzeptieren, so die Verbraucherschützer.

Wie soll es danach weitergehen?

Den Beitrag für das Fitnessstudio oder den Verein einfach weiter abbuchen lassen, Kino-Gutscheine kaufen und später einlösen, für die Lieblingskneipe spenden, die Anzahlung für den Urlaub einfach beim Vermieter fürs nächste Jahr lassen: So haben viele schon während des ersten Lockdowns im Frühling die Unternehmen, Künstler und Vereine unterstützt, die ihnen wichtig sind. Die sollen schließlich auch dann noch da sein, wenn wieder mehr möglich ist. Diese Unterstützung wird auch im kommenden Monat sicher wieder gebraucht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 29. Oktober 2020 | 19:10 Uhr

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