Wird der Lockdown schon nächste Woche verschärft?

Experten und Politiker fürchten, dass sich die Corona-Lage durch mutierte Varianten verschärfen könnten. Deswegen wird jetzt diskutiert, ob Bund und Länder schon in der kommenden Woche neue Corona-Regeln festlegen.

Menschenleerer Leipziger Markt im Lockdown
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Am 25. Januar wollten die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Merkel eine Zwischenbilanz zu den aktuellen Corona-Maßnahmen ziehen. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer sagte im ZDF, die Maßnahmen wirken – allerdings zu langsam. Deswegen drängen mehrere Ministerpräsidenten, als auch die Bundeskanzlerin auf ein Treffen bereits in der kommenden Woche.

Kretschmer für Verschärfung der Maßnahmen

Sachsen liegt mit 292 Corona-Neuinfektionen pro Woche je 100.000 Einwohner noch deutlich über den von Merkel formulierten Zielwert von 50. In Thüringen ist die Lage noch angespannter, dort liegt der Wert bei 310, in Sachsen-Anhalt bei 241. Sachsens Landeschef Kretschmer hat sich deshalb im ZDF nicht nur für ein zeitigeres Treffen ausgesprochen, sondern auch für strengere Maßnahmen:

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, steht vor der Sitzung des Sächsischen Landtages im Plenarsaal und trägt dabei einen Mund- und Nasenschutz.
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Wir werden sicher nächste Woche mit den Ministerpräsidenten und der Bundesregierung darüber sprechen, was wir insgesamt in Deutschland noch tun können - Kindergärten komplett runterfahren, Schulen abschließen.

Auch sei ein Betretungsverbot in Altenpflegeheimen denkbar, sollte kein negativer Corona-Schnelltest vorliegen. Auch über die Öffentlichen Verkehrsmittel muss laut Kretschmer gesprochen werden. Diese dürften nicht mehr von so vielen Menschen genutzt werden.

Was ihr über Verschärfungen denkt

Wir haben euch diese Woche auf Facebook gefragt, ob ihr Verschärfungen der Corona-Regeln für notwendig haltet. Dabei sind eure Meinungen ganz unterschiedlich ausgefallen. Tobias hält Verschärfungen für notwendig, allerdings nicht weiter im privaten Bereich:

Nein, wir brauchen strengere Arbeitsstättenregeln! Noch immer zwingen viele Betriebe ihre Mitarbeiter sinnlos ins Büro, obwohl Homeoffice möglich wäre. Selbst in dieser Pandemie schaffen es die Arbeitgeber nicht, von ihrem Ideal Präsenzarbeit abzuweichen.

Und auch Mandy spricht sich dafür aus, erst einmal über die aktuellen Regeln zu reden. Diese würden nicht von allen Menschen eingehalten:

Deswegen sind die Leute immer noch nicht in der Lage die Maske richtig aufzusetzen (über Mund UND Nase) geschweige denn Abstand zu halten!

Denny sieht das Problem der hohen Corona-Infektionszahlen nicht bei den aktuellen Maßnahmen, sondern vor allem bei einem Mangel am Impfstoff:

Das Versagen in Thema Impfungen, Impfstoff, der Gesundheitspolitik bzw. des Gesundheitsministerium und damit verspielte Verständnis und Vertrauen, darf nicht kompensiert werden durch noch schärfere Regeln und immer mehr Lockdown.

Kisten, die den Impfstoff von Moderna enthalten, liegen in einem Kühlschrank
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Spahn rechtfertigt Impfstoff-Lage

Zu der derzeit geringen Anzahl verfügbarer Impfdosen hat sich auch Bundesgesundheitsminister Spahn im ZDF geäußert. Seiner Meinung nach wird sich die Verfügbarkeit bald verbessern:

Jens Spahn vor einer grünen Tafel
Bildrechte: MDR/MDR um 11

Wir haben kein Mengenproblem, wir haben ausreichend Impfstoff bestellt, von Biontech, von Moderna alleine schon. Das sind die beiden zugelassenen. 140 Millionen Dosen, für dieses Jahr, für Deutschland. […]Das Thema jetzt ist die Knappheit zu Beginn und die war immer klar.

Spahn als auch der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach plädieren dafür, es dem Virus möglichst schwer zu machen, sich zu verbreiten. Dabei helfe nur das Einhalten der Maßnahmen, kombiniert mit einer schnellen Impfung.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 15. Januar 2021 | 06:00 Uhr

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