Werden FFP2-Masken knapp?

Die FFP2-Maske gilt als Wunderwaffe im Kamp gegen Corona: Sie bieten den effektivsten Schutz. Bayern hat deshalb für bestimmte Orte eine Pflicht für solche Masken eingeführt. Doch das ist nicht unproblematisch.

Eine Frau mit FFP2-Maske vor einem Supermarkt in Bayern.
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Um die Infektionszahlen zu senken versuchen die Ministerpräsidenten immer strengere Maßnahmen. Bayern hat beispielsweise im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken eingeführt.

Das hat auch in anderen Ländern einen Sturm auf die Masken ausgelöst, in Drogerien und Apotheken sind sie vielerorts ausverkauft oder nur noch schwer zu bekommen, nicht nur in Bayern. Vielerorts könne es dazu kommen, dass die Masken "temporär ausverkauft" seien, heißt es bei der Bundesvereinigung deutscher Apothekenverbände. Ähnliches berichtet das Nachrichtenportal T-Online auch von Drogerieketten und Lebensmittelmärkten.

In der Beschlussvorlage für das Treffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel wird tatsächlich die Maskenpflicht verschärft. Allerdings nicht nur auf FFP2-Masken. In dem Papier ist von medizinischen Masken die Rede, also auch OP-Masken.

Die teilweise liebevoll gestalteten Alltagsmasken haben im Zug oder beim Einkaufen also ausgedient.

Warum FFP2-Masken?

FFP2-Masken gelten als besonders wirkungsvoll, weil sie Partikel aus der Atmemluft filtern und ihren Träger so vor einer Ansteckung mit den Corona-Viren schützen können. Die meisten sehen praktischerweise auch aus wie ein Kaffeefilter. Der Nachteil ist allerdings, dass das Atmen mit diesen Masken recht schwer fällt. Neben FFP2 gibt es noch den Standard KN95, der genauso funktioniert und sogar noch ein wenig mehr Aerosole aus der Atemluft filtert. Mit beiden Maskentypen schützt man also nicht nur andere, sondern auch sich selbst vor einer Ansteckung.

Einen Haken gibt es allerdings trotzdem noch. Manche Masken haben ein Ventil, mit dem die Ausatemluft schneller aus der Maske geleitet werden soll. Das schmälert allerdings den Schutzeffekt für andere, weil die Luft, die durch das Ventil geht, nicht gefiltert wird.

OP-Masken gelten zwar auch als medizinische Masken, sind aber nicht das gleiche wie FFP2-Masken. Sie schützen vor allem andere vor den eigenen Tröpfchen. Vor Aerosolen, die sehr viel kleiner als Tröpfchen sind, schützen sie laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte dagegen nur geringfügig.

So erkennst du sichere FFP2-Masken

Nicht jede Maske, auf der FFP2 steht ist gleich sicher. Den besten Schutz bieten die Masken, die zwei Zeichen tragen. Zum einen ist das CE-Zeichen wichtig. Das zeigt an, dass die Masken ein ausführliches Prüfungsverfahren unterlaufen haben. Die vierstellige Nummer dazu zeigt an, wo die Prüfung vorgenommen wurde.

Daneben sollten auf der Maske auch EN149 stehen. Das steht für "Europäische Norm 149". Die garantiert, dass die Maske zwar so dicht ist, dass Partikel und Aerosole rausgefiltert werden, aber nicht so dicht, dass man nicht mehr ordentlich atmen kann. Nur wenn die Masken beide Siegel aufweisen sind sie wirklich geprüft sicher.

Kann man FFP2-Masken wiederverwenden?

FFP2-Masken sind, wie alle medizinischen Masken Einmalprodukte. Das heißt, wer es genau nehmen will, der muss die Maske nach einem Mal tragen wegwerfen. Weil die Masken aber vergleichsweise teuer sind, haben Forscher versucht, herauszufinden, wie sie sich vielleicht doch mehr als einmal verwenden lassen. So haben Studien der Fachhochschule und der Universität Münster ergeben, dass sich die Viruslast auf einer Maske nach sieben Tagen wieder auf ein akzeptables Maß verringert, sodass man sie dann erneut verwenden kann. Auch könne man die Maske bei 80 Grad eine Stunde im Ofen backen.

Die klassischen OP-Masken könne man aber auch nach einer Hitzebehandlung mehrfach verwenden. Allerdings ist sowohl bei FFP2-Masken als auch bei OP-Masken wichtig, sie nicht zu lange und zu großer Hitze auszusetzen. So könnte nämlich das filternde Gewebe beschädigt werden.

So oder so, wichtig ist vor allem eines: Dass die Maske richtig sitzt. Nur wenn an der Seite keine Luft entweichen kann, sondern alle Atemluft durch den Filter muss, schützt die Maske wirklich.

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