Schulgipfel: Flatrates für Schüler und Schülerinnen?

Trotz strikter Hygieneregeln an den Schulen gibt es die ersten Unterrichtsausfälle. Wie der Schulbetrieb unter Pandemiebedingungen läuft und was besser gemacht werden könnte, darüber wurde bei einem Schulgipfel beraten.

Schüler einer ersten Grundschulklasse sitzen im Unterricht auf ihren Plätzen.
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Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, Kanzlerin Angela Merkel und die 16 Kultusminister der Länder haben sich zum Schulgipfel getroffen. Es ging um die Herausforderungen für Schulen und Kitas in der Pandemie, sowie um die Digitalisierung im Bildungssektor.

Alle müssen sich an die Corona-Regeln halten

Vor dem Spitzentreffen appellierte Karliczek an alle, mit ihrem Verhalten zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs in der Corona-Pandemie beizutragen. Die bekannten Hygieneregeln sollten von allen am Schulbetrieb Beteiligten auch in der Freizeit eingehalten werden.         

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek Bildrechte: dpa

Die Gesellschaft hat es durch ihr Verhalten insgesamt stark in der Hand, wie der Schulbetrieb in den nächsten Monaten laufen wird.

Der Start ins neue Schuljahr sei insgesamt zufriedenstellend gewesen, sagte Karliczek. Aber Herbst und Winter werden für den Schulbetrieb neue Herausforderungen bringen, so die Ministerin. Eine Maskenpflicht im Unterricht schloss Karliczek nicht aus.

Viel Unsicherheit an den Schulen

Dass es unter Corona-Bedingungen bis jetzt so gut funktioniert habe, liege weniger an "vollmundigen Hygieneplänen" der Kultusministerkonferenz und der einzelnen Landesministerien, sondern daran, dass das Infektionsgeschehen in Deutschland derzeit noch überschaubar sei, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger.  

Alle geben sich wirklich Mühe, aber es läuft ein bisschen auf gut Glück

Das sagte Ilka Hoffmann, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Es gebe viel Verunsicherung. Schulleitungen beschwerten sich, dass vieles an ihnen hängenbleibe und der Rückhalt von der Politik fehle. Es gibt Vorgaben, die zum Teil - etwa wegen baulicher Gegebenheiten - nicht erfüllt werden können.

Digitalisierung "mit Hochdruck" vorantreiben

In puncto Digitalisierung mahnte Bundeskanzlerin Merkel zur Eile. Es gehe unter anderem darum, dass alle Schulen so schnell wie möglich an das schnelle Internet angeschlossen werden sollten. Der Bund will den Ländern dafür 500 Millionen Euro vorstrecken. Außerdem soll eine bundesweite Bildungsplattform und digitale Kompetenzzentren in den Ländern eingerichtet werden.

Zudem sollten Schüler günstige Flatrates bekommen. SPD-Chefin Saskia Esken sagte, man sei mit den Internetanbietern im Gespräch. Auch bei den Lehrern soll sich etwas tun. Sie sollen mit geeigneten Computern für den digitalen Unterricht ausgestattet werden.

Bildungsgerechtigkeit in Corona-Zeiten

Esken schlug vor, sozial benachteiligten Schülern kostenlose Nachhilfe zu ermöglichen. Die Politik müsse in der Pandemie Nachteile für sozial schwächere Familien und deren Kindern so gering wie möglich halten. Vor allem müsse darauf geachtet werden, dass Schüler wegen Corona-Unterrichtsausfalls keine Nachteile erlitten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 21. September 2020 | 19:20 Uhr

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