Simson, Trabi & Co.: DDR-Nostalgie als Duft

Für das Dresdner Verkehrsmuseum erfindet der sächsische Parfümeur Uwe Herrich einen (n)ostalgischen Raumduft. Das markante Zweitakt-Aroma von Trabi, Simson & Co. kommt bei einer besonderen Ausstellung zum Einsatz.

Blauer Trabi und Simson-Motorräder parken vor einem Wohnhaus
Bildrechte: imago images/ Dieter Matthes

Königsfamilien und Milliardäre bestellen bei ihm ihre ganz persönliche Düfte: Uwe Herrich ist einer der wenigen handwerklich arbeitenden Parfümeure in Deutschland. Vom Dresdner Verkehrsmuseum bekam er einen besonderen Auftrag. Prompt kreierte er einen Duft, den jeder, der in der DDR aufgewachsen ist, sofort wiedererkennen wird.

Zweitakt-Parfum

In der DDR waren Simson-Mopeds allgegenwärtig. Und genau die will das Verkehrsmuseum in Dresden mit einer besonderen Ausstellung unter dem Namen "Generation Simson" ehren.

Es gibt wohl kaum jemanden zwischen Vogtland und Rügen, der in den vergangenen Jahrzehnten als Jugendlicher nicht wenigstens als Beifahrer auf einer Simson gesessen hätte.

heißt es auf der Webseite des Museums. Die Ausstellung findet vom 02. Februar bis zum 14. August 2022 statt. Dort soll man sich die Mopeds aber nicht einfach nur anschauen und in Erinnerungen schwelgen. Für ein paar Minuten soll man sich wieder fühlen, wie in seiner Jugend. Mit bestimmten Gerüchen kann man das erreichen, sagt Uwe Herrich im Interview mit MDR JUMP. Bei ihm bestellte das Museum Raumsprays, die nach Zweitakt-Motor riechen sollen.

Wenn man so eine Geruchserinnerung kreieren möchte, dann muss sich überlegen: Was und wie roch es denn da? Der Parfümeur selbst sollte in der Lage sein, einen Geruch aus der Erinnerung in seine Duftmoleküle zu zerlegen und sie wieder zusammensetzen zu können.

Parfümeure gibt es laut Herrich weniger als Astronauten. Durch seine jahrelange Erfahrung fühlte er sich der Aufgabe gewachsen.

Eibe und Rote Beete

Für seine Parfums benutzt Uwe Herrich nur natürliche Zutaten. So auch beim Zweitakt-Raumspray. So nutzte er zum Beispiel Duftmoleküle von Ölen.

Es gibt auch bestimmte Hölzer, die man für den Geruch der Abgase nutzen kann, wie Eibe zum Beispiel. Wenn man Metall oder Eisen haben will, dann kann man mit Pflanzen arbeiten. Da eignen sich rote Rüben, die sind sehr eisenhaltig. Und wenn man die in Alkohol legt, dann wird der nach geraumer Zeit nach Eisen und Erde riechen.

Momentan ist die Rede davon, die Raumsprays möglicherweise sogar als Parfum auch im Museum zu verkaufen. So könnte jeder den DDR-Geruch mit nach Hause nehmen und ihn, wenn gewünscht, sogar auf der Haut mit sich rumtragen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 26. Januar 2022 | 15:27 Uhr

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