Medien Macher Menschen E-Sportler: Trainieren für die Weltspitze

E-Sport ist so erfolgreich wie nie zuvor. Während der Wettbewerb im Computerspielen vor nicht allzu langer Zeit noch ein Nischendasein fristete, bietet er heute ein veritables Geschäftsmodell. 2018 befasste sich dann selbst das Internationale Olympische Komitee mit dem Phänomen E-Sport, das sich nicht mehr ignorieren lässt. Pro-Gamer wie der Leipziger Dario Wünsch feiern international Erfolge und prägen einen neuen Medienberuf.

von Daniel Kehr

Mann mit Kopfhörern schaut auf Bildschirm. Außerdem Schriftzug des Titel sowie E-Sports 17 min
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Mehr Spieler, mehr Geld, mehr Erfolg: E-Sport befindet sich auf der Überholspur und scheint nicht zu bremsen zu sein: Neben der stetig wachsenden Zahl an Spielern steigen auch die Preisgelder in schwindelnde Höhen. Beim Turnier "The International", ein E-Sport-Wettkampf in dem Spiel Dota 2 gab es im Jahr 2018 einen Preispool von insgesamt über 25 Millionen US-Dollar.

Traumjob E-Sportler

Person von hinten unter der Dusche 1 min
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Der Tag eines E-Sportlers ist eng getaktet. Aber wie läuft er eigentlich ab?

Do 14.02.2019 21:34Uhr 00:55 min

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Bei solchen Summen, die als Preisgelder ausgelobt werden, träumen viele Jugendliche davon, einmal ein Turnier für sich zu entscheiden. Dass E-Sport längst ein lukratives Geschäft ist, zeigt sich auch an dem im Rahmen der DreamHack in Leipzig stattfindenden „eSport Business Forum,“ das als Austauschplattform mit Experten genutzt werden soll. Die DreamHack hat sich in ihrem mittlerweile vierten Jahr in Leipzig als Gaming- und E-Sport-Event etabliert und ist ein fester Termin im Messekalender. Und E-Sportler sind so gefragt wie nie zuvor: Im Sommer 2018 trafen sich Sport- und E-Sport-Funktionäre zum „E-Sports Forum“ in Lausanne in der Schweiz. Thema war die Anerkennung des E-Sports als olympische Disziplin. Dass es dazu vorerst nicht kam, tut der Popularität keinen Abbruch – sowohl Zuschauerzahlen als auch Preisgelder sind stetig am Steigen und für viele junge Menschen ist Pro-Gamer erklärter Berufswunsch.

Von nichts kommt nichts

Arbeitsplatz von "TLO" Dario Wünsch
Auf das Wesentliche beschränkt: der Arbeitsplatz des Pro-Gamers Dario "TLO" Wünsch. Bildrechte: Dario Wünsch

Wer allerdings denkt, der Weg zum erfolgreichen E-Sportler wäre leicht, liegt falsch. Es gehört weit mehr dazu, ganz nach oben zu kommen, als viel am Computer zu spielen: Gezieltes, diszipliniertes Training, Ausgleichssport und Taktikschulung sind nur einige der Dinge, die für einen Pro-Gamer essentiell für den Erfolg sind. Neben der Aktivität am Computer gehören heutzutage außerdem noch viele weitere Pflichten zur Jobbeschreibung. Einer, der es in seiner Disziplin im E-Sport bis in die Spieler-Elite geschafft hat, ist Dario Wünsch. Unter seinem Spieler-Alias „TLO“ gehört er zu den erfolgreichsten deutschen Spielern des Echtzeit-Strategiespiels StarCraft II. Der gebürtige Leipziger spielt für das internationale Team "Team Liquid" und nimmt an Turnieren rund um den Globus Teil - on- und offline. Heute lebt und arbeitet er in Toronto.

Ausschlafen ist nicht

Für seinen Erfolg arbeitet Wünsch hart: Sein Tag hat einen geregelten Ablauf, der von konzentrierter Arbeit und Routine geprägt ist. Wenn er nicht gerade vor Ort bei einem Turnier antritt, versucht er, gewisse Abläufe in seiner täglichen Arbeit einzuhalten, um so Trainingszeiten optimal zu nutzen und sein Spiel zu verbessern.

Gekommen, um zu bleiben

Schachfiguren und Frage: Was ist Starcraft? 1 min
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Dario Wünsch erklärt... StarCraft

Dario Wünsch erklärt StarCraft

"Am Ende gewinnt meist der Spieler, der die beste Balance zwischen Taktik, Wirtschaft, Geschwindigkeit und Reflexen findet", meint Dario Wünsch. Er gehört zu den erfolgreichsten deutschen Spielern von StarCraft II.

Do 14.02.2019 20:09Uhr 00:59 min

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Wenn am 15. bis zum 17. Februar die DreamHack in Leipzig Zockern und Spielebegeisterten ihre Tore öffnet, wird Dario Wünsch nicht dabei sein können. In den letzten Jahren war er öfter bei dem Event in seiner Heimatstadt zu Gast - entweder als Teilnehmer im StarCraft II-Turnier oder als Team-Captain bei Gruppenevents wie dem "Tentactic Tournament". 2019 wird es kein StarCraft II-Turnier geben, dafür warten hochklassige E-Sport-Turniere in Spielen wie CounterStrike Global Offensive (CS:GO) oder Rocket League auf die Gäste. Die Turniere werden auf Großleinwänden für die Zuschauer übertragen und von Profis kommentiert. Beim dieses Jahr neu eingeführten Rocket League-Turnier geht es um einen Preispool von 100.000 US-Dollar.

Schauen, ausprobieren

Der Ausstellungsbereich DreamExpo wartet mit Innovationen aus den Bereichen Hardware, Software, Games und Zubehör auf. Die Besucher können sich zum Beispiel darauf freuen, Sound zu "fühlen", neue Gaming-Laptops zu testen und in der Indie Arena Booth aktuelle Games direkt anzuspielen. Neu in diesem Jahr: Ein Teil der DreamHack ist schon ab zwölf Jahren zugänglich, die Angebote der Dreamexpo beschränken sich dementsprechend auf Titel, die ab zwölf Jahren freigegeben sind. Der Ü16-Teil mit weiteren Titeln ist auf der Messe extra ausgeschildert. So kommen noch mehr Gamer auf ihre Kosten - und auch die Ticketpreise wurden dem Taschengeld der jüngeren Klientel angepasst: Eine Tageskarte für 12-15-Jährige kostet keine zehn Euro. Für den Nachwuchs im Bereich E-Sport ist also gesorgt.

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2019, 10:39 Uhr