Eine Auszubildende in einem Metallbetrieb
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Aktionstag gegen ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen

18.03.2018 | 00:00 Uhr

Frauen verdienen für die gleiche Arbeit in vielen Berufen immer noch weniger als Männer. Der Equal Pay Day soll auf diesen Missstand aufmerksam machen.

Eine Auszubildende in einem Metallbetrieb
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Bis zum 18. März haben Frauen in Deutschland dieses Jahr umsonst gearbeitet. Der "Equal Pay Day" markiert den Tag, an dem Frauen auch Geld verdienen. Der Tag ist symbolisch, die Lohnlücke ist nicht überall in Deutschland gleich, dennoch beträgt sie zwischen Frauen und Männern rund 21 Prozent.

Deutschland rangiert im EU-Vergleich auf dem drittletzten Platz. Am schlechtesten verdienen die Frauen in Estland. Dort liegt die Lücke bei 25 Prozent. Aber selbst im EU Durchschnitt ist der Unterschied zwischen dem, was Männer verdienen und dem was Frauen verdienen deutlich: Frauen verdienen 16 Prozent weniger als Männer.

Im Bergbau verdienen Männer und Frauen fast gleich viel

Was Männer und Frauen verdienen unterscheidet sich auch je nach Branche. In Deutschland beträgt die Lücke im Bergbau zum Beispiel gerade mal drei Prozent. Im Baugewerbe sind es dagegen schon 13 Prozent. Am größten ist die Lücke laut Statistischem Bundesamt aber im Bereich "Kunst, Unterhaltung und Erholung". Dort verdienen Frauen im Schnitt 32 Prozent weniger, als ihre männlichen Kollegen.

Kritiker werfen den Organisatoren des Equal Pay Days vor, dass der Tag den Eindruck erweckt, dass vor allem Diskriminierung von Frauen Schuld an der Lücke sei. Tatsächlich sei die Lücke aber vor allem damit zu erklären, dass Frauen öfter in schlechter bezahlten Berufen arbeiten.

So oder so ist das laut Deutschem Gewerkschaftsbund DGB nicht nur im Berufsleben ein Problem. Frauen bekommen entsprechend ihres geringeren Verdiensts auch weniger Rente. Dazu kommt, dass Frauen immer noch häufiger zu Hause bleiben, um sich um die Kinder zu kümmern und in dieser Zeit nichts in die Rentenkasse einzahlen. Knapp ein Fünftel der Frauen über 65 sind deshalb von Altersarmut betroffen.

Sachsen-Anhalt zeigt, dass es anders geht

Dabei gibt es tatsächlich Regionen, in denen Frauen sogar mehr verdienen als Männer. Sachsen-Anhalt zum Beispiel. Frauen verdienen hier durchschnittlich 2.439 Euro. Männer 40 Euro weniger.

Ein Blockdiagramm, dass zeigt, in welchen Bundesländern Männer mehr verdienen und in welchen Frauen.
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Der Trend könnte sich fortsetzen, nicht nur in Sachsen-Anhalt. Die Bundesagentur für Arbeit geht beispielsweise davon aus, dass die Digitalisierung in technischen Berufen die Löhne drücken könnte.

Umgekehrt glauben Experten, dass die Zukunft der Arbeit vor allem weiblich sei. Damit ist gemeint, dass Eigenschaften wie Kommunikations- oder Teamfähigkeit in Zukunft gefragter sein werden. Und das seien Eigenschaften, die vor allem Frauen hätten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 18. März 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. März 2019, 00:00 Uhr

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