3D-Fernsehen, Minidisc-Player, Bildtelefone: Diese Erfindungen floppten

Entwickler tüfteln regelmäßig an neuer Technik. Manche Produkte machen unser Leben etwas schöner, andere revolutionieren unseren Alltag. So wie das Smartphone. Manchmal floppen Neuentwicklungen auch spektakulär.

Familie mit 3D-Brillen vor dem Fernseher: Die großen Hersteller haben den Verkauf solcher Geräte eingestellt
Familie mit 3D-Brillen vor dem Fernseher: Die großen Hersteller haben den Verkauf solcher Geräte eingestellt Bildrechte: IMAGO / agefotostock

Jeder von uns liegt mal falsch, aber manche Fehleinschätzungen sind einfach spektakulärer als andere. Da gibt es zum Beispiel dieses berühmte Zitat von Thomas Watson aus dem Jahr 1943: „Ich glaube, dass es weltweit einen Markt für vielleicht fünf Computer geben wird.“ Das ist aus heutiger Sicht besonders deswegen lustig, weil Watson Chef des Computerkonzerns IBM war.

Auch sehr schlaue Menschen liegen mit ihren Vorsagen mal daneben

Ganz gesichert ist nicht, ob der Manager das wirklich so gesagt hat. Aber vorstellen kann man es sich allemal, weil selbst sehr, sehr schlaue Menschen in der Technikgeschichte immer wieder unfassbar danebengelegen haben. Dazu gehört auch der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman. Er sagte 1998 für das Internet voraus:

Das Internet wird nicht mehr Einfluss haben auf die Wirtschaft, als das Faxgerät.

Viele Autos stehen in einer Schlange im Stau.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Inzwischen weiß man, dass mit dieser Aussage damit doch ziemlich danebenlag. Das gleiche gilt übrigens für Auto-Pionier Gottlieb Daimler. Der war sich 1901 total sicher , dass es auf der Welt nie mehr als eine Million Autos geben wird, „allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren“.

Schlaue Menschen lagen mit ihren Vorhersagen völlig daneben und am Ende hat eine Technik unseren Alltag revolutioniert. Solche großen Fehleinschätzungen gibt es auch in einer anderen Variante. Es gibt haufenweise Erfindungen, die mal als ganz großartig galten. Die konnten sich dann eben doch nicht durchsetzen. Mal waren technische Probleme verantwortlich, mal eine übergroße Konkurrenz, mal war das Ganze eine Fehleinschätzung der Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer.

Strahlenschutz im Schuhgeschäft: Fehlanzeige

In manchen Fällen ist es auch ganz gut so, dass zwischenzeitlich gefeierte Erfindungen wieder verschwunden sind. So war es zum Beispiel beim Röntgengerät, mit denen im Westen in den Fünfzigern und Sechzigern jahrelang in Schuhgeschäften die Passform überprüft wurde. Dabei kümmerte sich niemand um Kleinigkeiten wie den Strahlenschutz. Das war gemeingefährlich, und es ist gut, dass es solche Maschinen längst nicht mehr gibt.

Das sind die Flops!

Videokassettenformate wie Betamax und Video 2000 waren dagegen vollkommen ungefährliche, für ihre Entwickler dennoch sehr teure Rohrkrepierer. Beides waren Videolösungen, die sich aber gegen das VHS-System nicht durchsetzen, das bei uns ja auch noch viele aus den Neunzigern kennen. Der eine oder die andere hat vielleicht die entsprechenden Geräte auch noch zu Hause rumstehen.

Minidisc-Recorder von Sharp Anfang der 2000er
Minidisc-Recorder von Sharp Anfang der 2000er Bildrechte: IMAGO / Steffen Schellhorn

Auch die 3D-Fernseher für zu Hause gehören aus Sicht von Technikexperten zu den Technikflops. Immer weniger Hersteller boten in den letzten Jahren Geräte an, die dank Brille den 3D-Effekt bieten. Viele große Hersteller haben sich schon ganz von der Technik verabschiedet. Als Technik-Flop gelten auch die Minidisc-Recorder. Ja, auch die gab es mal. Aufnehmen in digitaler Qualität, ohne Rauschen: Damit sollten Minidiscs die Vorteile von CDs und Kassetten in sich vereinigen. Ein paar Jahre lang nutzten vor allem Journalisten und Musikliebhaber die Technik. Wirklich durchgesetzt hat auch sie sich nicht. Gleiches gilt für die LaserDisc, einer Art Schallplatte, die zum Speichern von Filmen genutzt werden sollte. Die war vor allem eins: teuer.

Anfangs wollte niemand die Mikrowelle haben

Auch von 3D-Fernsehern hat man länger schon nichts mehr gehört. Oder von ISDN-Bildtelefonen. Weil: Flop. Andererseits ist Videotelefonie heutzutage durch Skype und Co. aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken – aber eben mit etwas anderer Technik.

Ein Mädchen schaut in eine Mikrowelle
Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Aber es ist schon so, dass manchmal ein vermeintlicher Flop am Ende dann doch keiner ist. Es kommt halt auf die Zeiträume an, die man betrachtet. So war es zum Beispiel bei der Mikrowelle so, dass sie in den Fünfzigern in den USA auf den Markt kam, entwickelt von einem Rüstungsunternehmen übrigens, sich aber nicht durchsetzen konnte. Ab den Achtzigern klappte das dann aber doch noch – und heute haben viele von uns so ein Ding zu Hause stehen.

Ein weiteres Beispiel sind Hybrid-Motoren. Hier dauerte es zwischen Entwicklung und Erfolg noch viel länger: Schon vor mehr als 100 Jahren hatte Ferdinand Porsche ein Modell mit Benzin- und Elektroantrieb entwickelt, den er „Mixte-Wagen“ nannte. Damals wollte niemand so ein Auto haben, heute gilt das Antriebskonzept als ziemlich interessant. Auch Autos mit ausschließlich Elektromotoren gab es in der Frühzeit der Entwicklung – doch danach passierte jahrzehntelang nichts. Und heute gilt die E-Mobilität aus Klimagründen als die einzig sinnvolle Zukunft des Individualverkehrs.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 16. Oktober 2021 | 13:10 Uhr

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