Darum solltest du nicht zu viel Wasser sparen

21.01.2020 | 10:20 Uhr

Wassersparen schont den Geldbeutel und ist gut für die Umwelt. Aber die Sparwut bringt die Abwasserversorger teilweise in Schwierigkeiten und ist am Ende sogar kontraproduktiv.

Trinkwasser in einem Wasserwerk
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wer Wasser spart, spart an einer wichtigen Ressource. Das schont die Umwelt und ist gut für den Geldbeutel, heißt es. Doch Thomas Zenger von den Dessauer Stadtwerken erklärt, dass zu viel Wasser sparen gar nicht gut ist.

Wasser sollte immer mit Bedacht eingesetzt werden, aus Gründen der Ressourcenschonung sowieso. Aber zu viel Wasser sparen, auf den Nullpunkt zu, das würde den Spareffekt wieder auffressen.

Der Grund dafür liege vor allem in den Abwasserkanälen, erklärt Thomas Zenger weiter. Wenn zu wenig Wasser durch die Abwasserkanäle laufe,fange es an zu stinken, weil Schmutzwasser nicht genug abtransportiert würde. Ins solchen Fällen müssten die Kanäle dann durchgespült werden. Außerdem würden weitere Maßnahmen zur Geruchsbekämpfung ergriffen, sagt Zenger. Dazu kämen Schäden an der Bausubstanz, die durch Gase entstehen können. Die Kosten dafür würden dann am Ende wieder auf den Verbraucher umgelegt.

Beim Trinkwasser ist die Lage noch schwieriger. Steht das Wasser zu lange in den Leitungen, können sich Keime bilden. In solchen Fällen muss auch hier gespült werden.

Wie spart man richtig Wasser?

"Man sollte sich nicht zu Tode sparen", sagt Thomas Zenger.

Wenn man auf seine Wasserabrechnung schaut und da 30 Kubikmeter Verbrauch pro Person findet, dann ist das ein gutes Maß.

Durchschnittlich verbraucht jeder Deutsche 140 Liter am Tag. Weniger als 70 bis 80 Liter sollten es nicht sein, sonst werde es fürs Abwasser problematisch, sagt Zenger. In Dessau bewege man sich da schon an der Untergrenze.

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP Feierabendshow | 21. Januar 2020 | 08:31 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2020, 10:20 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP