Familie beim Frühstück
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In der Familie: Gemeinsam gesund essen

08.02.2019 | 12:39 Uhr

In Umfragen sagen die meisten Deutschen, dass ihnen gesundes Essen wichtig ist. Besonderen Wert legen sie dabei auf das gemeinsame Essen mit der Familie. Schließlich hat das auch Einfluss auf die Ernährung der Kinder. Wir haben mit einem Ernährungsexperten über Frühstücken und gemeinsame Mahlzeiten mit der Familie am Wochenende gesprochen.

Familie beim Frühstück
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Unser Arbeits- und Familientag macht es uns nicht gerade leicht, uns gesund zu ernähren. Bei vielen sind die Tage so vollgepackt mit Arbeit, Hobbys, Verpflichtungen für Freunde und Familie und anderen Terminen, dass für gemeinsame und entspannte Mahlzeiten oder gar gemeinsames Kochen kaum Zeit bleibt. Da wird dann doch schnell das Fertiggericht aufgewärmt oder das Frühstück ausgelassen.  

Am Wochenende Zeit für einen guten Start in den Tag nehmen

Ein gesundes Leben beginnt mit einem guten Frühstück: So klar sagt das Prof. Dr. Christoph Klotter, Ernährungs- und Gesundheitspsychologe an der Universität Fulda im MDR JUMP-Interview.

Prof. Dr. Christoph Klotter, Ernährungs- und Gesundheitspsychologe an der Universität Fulda
Bildrechte: Prof. Dr. Christoph Klotter, Ernährungs- und Gesundheitspsychologe an der Universität Fulda

Frühstück ist enorm wichtig, das zeigen die Daten dazu. Wenn junge Menschen frühstücken, dann sind sie weniger übergewichtig, leistungsfähiger und konzentrierter. Vor allem viele junge Mädchen versuchen, das Frühstück auszulassen und so abzunehmen. Und das kehrt sich dann ins Gegenteil.

Beim gemeinsamen Zusammensitzen könnten sich Familien oder auch Paare auch besser organisieren und auch entspannen. Wenn das schon in der Woche nicht klappt, können alle wenigstens am Wochenende das gemeinsame, ausgiebige Frühstück genießen. Dabei kommt es aus Sicht unseres Experten auch nicht hundertprozentig drauf an, was auf den Tisch kommt. Am besten für den Körper seien grundsätzlich zwar Cerealien, also Frühstücksflocken aus Getreide mit Milch oder Fruchtsaft.

Aber da wäre ich nicht zu kleinlich und interessanterweise ist es so, dass jeder Körper die Nahrung unterschiedlich verstoffwechselt. Daher muss jeder schauen, was einem gut tut und das Wohlbefinden steigert. Dann sind auch Brot und Käse okay.

Sich "Zeit nehmen" üben

Das Wochenende eignet sich aus Sicht unseres Experten, über unsere Essgewohnheiten nachzudenken und vielleicht auch neue Rituale mit der Familie oder dem Partner einzuüben. Christoph Klotter sagt:

Kleiner Junge schneidet Schnittlauch in der Küche
Bildrechte: Kleiner Junge schneidet Schnittlauch in der Küche

Mir sagen Leute in der Beratung, dass sie zum Kochen am Abend keine Zeit haben. Und ich frag dann, warum sie für vier Stunden Fernsehen am Abend Zeit haben.

Wichtig sei, sich für Mahlzeiten mit anderen oder allein Zeit zu nehmen.

Gut verdaut kann das nur werden, wenn es in Ruhe gegessen wird. Das Brötchen nebenbei tut dem Körper gar nicht gut. Außerdem brauchen wir die Essenspausen, um besser arbeiten zu können. Wer durcharbeitet und nebenbei isst, ist unkonzentriert.

Aktuell gebe es keine wissenschaftlichen Ergebnisse dazu, ob drei oder fünf Mahlzeiten am Tag besser sind oder ob unbedingt eine warme Mahlzeit am Tag dabei sein sollte.

Das ist die deutsche Tradition. Dazu gibt’s keine Befunde von der Wissenschaft her. Aber schön ist trotzdem, wenn Abwechslung rein kommt und warm heißt im Idealfall auch, dass ich selber koche.

Jeder könne für sich allein herausfinden, wie viele Mahlzeiten und wie viele warme Mahlzeiten dem Körper am besten tun. Dafür ist am Wochenende schließlich genug Zeit.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 10. Februar 2019 | 11:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2019, 12:39 Uhr

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