Glücksatlas 2018 Sachsen-Anhalt ein wenig glücklicher

Die Sachsen-Anhalter sind etwas zufriedener mit ihrem Leben als noch im vergangenen Jahr. Das geht aus dem neuen Glücksatlas hervor. Im vergangenen Jahr war Sachsen-Anhalt noch an letzter Stelle.

Ein Flüchtlingsmädchen schaukelt auf einem Spielplatz in der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen
Was ist Glück? Laut Wissenschaft geht es um Lebenszufriedenheit statt um einen Glücksmoment. Der Glücksatlas fragt nach den Bereichen Wohnung und Freizeit, Arbeit, Gesundheit und Einkommen. Bildrechte: dpa

Die Menschen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg zählen zu den unglücklichsten Menschen in Deutschland. Das geht aus dem "Glücksatlas 2018" hervor. Im Vergleich zum Vorjahr, als Sachsen-Anhalt den letzten von 19 Plätzen belegt hatte, verbessert sich die Lebenszufriedenheit aber leicht.

Die Studie fragt unter anderem nach der Zufriedenheit mit dem Leben allgemein und speziell auch nach der Zufriedenheit in einzelnen Lebensbereichen wie "Wohnung und Freizeit", "Arbeit", "Gesundheit" und "Haushaltseinkommen". Außerdem wurden beispielsweise Daten der Bundesagentur für Arbeit oder des Statistischen Bundesamtes ausgewertet.

"Wie zufrieden sind Sie alles in allem, mit ihrem Leben?"

Auf einer Skala von 0 bis 10 bewerteten die Befragten ihre allgemeine Lebenszufriedenheit im Schnitt mit 6,88 Punkten. Das waren 0,05 Punkte mehr als im Vorjahr. Unglücklicher sind die Menschen nur in Brandenburg mit 6,84 Punkten. Damit belegt das Bundesland den letzten von 19 Plätzen im Ranking. Im bundesweiten Schnitt werden 7,07 Punkte erreicht. Am glücklichsten sind die Menschen in Schleswig-Holstein (7,44) vor Hamburg und Hessen.

Die relativ niedrige Zufriedenheit führen die Autoren der Studie vor allem auf das vergleichsweise niedrige Einkommen im Land zurück. Nur in Mecklenburg-Vorpommern hätten die Menschen weniger Geld zur Verfügung. Auch die Arbeitslosen- und Pflegequote in Sachsen-Anhalt sei eine der höchsten in Deutschland. Positiv hätten hingegen die Sachsen-Anhalter die niedrigen Mietkosten bewertet.

Verfügbares Einkommen: 85 Prozent des Pro-Kopf-Bundeswertes

Buchcover des Glückatlas
Der Glücksatlas wird zum achten Mal in Folge herausgegeben. Bildrechte: Deutsche Post DHL Group

Als Referenzwertwert für das niedrige Einkommen wird das verfügbare Einkommen pro Einwohner herangezogen. Dieses lag laut Statistischem Landesamt bei 18.648 Euro im Jahr 2016. Laut Definition ist das verfügbare Einkommen das Geld, was den privaten Haushalten zufließt und für Konsum- und Sparzwecke verwendet werden kann. Im bundesweiten Schnitt liegt das verfügbare Einkommen je Einwohner bei 21.919 Euro. Damit stehen jedem Sachsen-Anhalter lediglich 85 Prozent des Pro-Kopf-Bundeswertes zur Verfügung.

Ein weiterer Indikator für die geringe Lebenszufriedenheit ist der Anteil der Personen, die in einer Partnerschaft leben – also verheiratet oder unverheiratet mit einem Partner zusammenleben. Laut Studie sind das in Sachsen-Anhalt nur 66 Prozent. Im bundesdeutschen Schnitt leben 70,5 Prozent der Menschen mit einem Partner zusammen.

Umfrage Für den Glücksatlas 2018 befragten Meinungsforscher des Allensbach-Instituts zwischen März und Juni 2018 repräsentativ etwa 5.100 Menschen in Deutschland nach ihrer Lebenszufriedenheit. Hinzugerecht wurden Daten des sozioökonomischen Panels von 2014 bis 2016, das ca. 25.000 Befragte umfasst. Seit 1984 wird die Lebenszufriedenheit jährlich gemessen.

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Quelle: MDR,dpa,afp/mp

Dieses Thema im Programm MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 11. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2018, 16:18 Uhr

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