Mit diesen Tipps übersteht dein Haustier Silvester stressfrei

Zuletzt aktualisiert: 12.12.2019 | 14:24 Uhr

An Silvester knallt es, es blitzt und Feuerwerk erleuchtet den Himmel. Was für uns Menschen schön anzusehen ist, ist für die meisten Tiere ziemlich verstörend und bereitet Stress. Aber es gibt ein paar Tricks, wie ihr eure Liebsten wieder beruhigen könnt.

Hund versteckt sich
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Silvester ist eine Ausnahmesituation für die meisten Tiere, die Stress bereitet. Das ist zum Beispiel ein Grund für Supermärkte, Rakten und Böller aus dem Sortiment zu nehmen. Gerade Fluchttiere wie Pferde und Kühe meiden Stresssituationen generell. An Silvester kann es dann sogar passieren, dass sie als Herde von ihrer Weide flüchten. Aber auch viele Haustiere, wie Katzen und Hunde, müssen an Silvester leiden. Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund im MDR JUMP-Interview:

Es kommt immer wieder vor, dass Hunde und Katzen durch das Feuerwerk sehr erschreckt werden, panisch und ängstlich reagieren. Deshalb sollte man seine Tiere sehr gut abschirmen. Das heißt für Hundehalter, nicht während der Knallerei Gassi zu gehen. Und wenn man trotzdem raus muss, ist es wichtig, den Hund anzuleinen, damit er nicht wegläuft, wenn er panisch wird.

Auch Katzen sollten in der Silvester-Zeit im Haus bleiben, rat Schmitz vom Tierschutzbund. Für das Tier sollte man dann im Haus einen ruhigen Ort schaffen. Dort sollte dann das Körbchen postiert werden und im idealen Fall auch die Jalousie geschlossen werden, um für Ruhe zu sorgen.

Medikamente können beruhigend wirken

Ob ihr eurem Haustier Medikamente geben solltet, hängt davon ab, wie ängstlich es ist. Tieren, denen das Knallen an Silvester nicht viel ausmacht, solltet ihr keine Medikamente geben. Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund:

Medikamente können eine Möglichkeit sein, für Tiere, die sehr stark verängstigt sind, die sehr panisch reagieren. Dann kann man das in Betracht ziehen. Aber nur in Absprache mit einem Tierarzt, der dann wirklich sagen kann, welches ist das richtige Medikament, wie muss das dosiert werden, damit man da nichts falsch macht.

Ängstliche Tiere könnt ihr mit bestimmten Medikamenten aber beruhigen. Große Angst erkennt ihr zum Beispiel an Erbrechen, Winseln, lautem Bellen oder Aggressivität. In diesem Fall solltet ihr dem Tier anxiolytische, also angstlösende, Medikamente geben. Am besten fangt ihr bereits drei bis vier Tage vor Silvester damit an, spätestens aber zwei Tage vorher. An Silvester solltet ihr dann die höchste Dosierung geben und ab 1. Januar könnt ihr die Medikamenten-Dosis dann immer weiter senken.

Die Angst nehmen ist einfach

Euer Haustier weiß am besten, was es in Stresssituationen braucht. Sucht es zum Beispiel eure Nähe und möchte kuscheln, solltet ihr es nicht wegschicken. Will es aber allein sein und sich verkriechen, solltet ihr es in Ruhe lassen. Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund:

Man sollte beides zulassen, egal ob die Tiere Nähe suchen oder in Ruhe gelassen werden wollen. Wichtig ist, dass man selber ruhig bleibt und das Tier nicht übermäßig verhätschelt, sondern ganz normal mit ihm umgeht. Es kann auch helfen, wenn das Tier auf einen zukommt, dass man mit ihm spielt, wie man das üblicherweise macht. Auch das kann ablenken von der Knallerei oder den Raketen, die dann draußen rumfliegen.

Außerdem ist es ratsam, schon vor Silvester immer mal die Fenster, Türen und Rollos zu verschließen. So ist es nicht mehr so außergewöhnlich für die Tiere, wenn an Silvester die Rollos geschlossen werden. Aber eines ist Lea Schmitz besonders wichtig:

Die Tiere sollten nicht alleine zu Hause bleiben. Davon würde ich in jedem Fall abraten. Wenn man weiß als Tierhalter, dass das eigene Tier ängstlich reagiert, dann würde ich empfehlen, zu Hause zu blieben, weil das dem Tier auch Sicherheit gibt.

Sollte euer Tier zu sehr großem Stress an Silvester neigen, könnt ihr es auch zu Bekannten oder Familie auf dem Land oder in Gegenden geben, in denen es in der Silvesternacht nicht so laut ist. Zwar ist der Ort dann eventuell ungewohnt und unbekannt, aber wahrscheinlich das kleinere Übel im Gegensatz zur beängstigenden Lautstärke.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Mittag | 28. Dezember 2017 | 12:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Dezember 2019, 14:24 Uhr

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