Heizen wird teurer - so kannst du die Kosten im Griff behalten

Erneuter Schnee und niedrige Temperaturen treiben uns dazu, die Heizungen wieder aufzudrehen. Dafür müssen wir in diesem Jahr etwas tiefer in die Tasche greifen.

Heizung aufdrehen
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Billiges Heizen gehört der Vergangenheit an. Klimapaket und Homeoffice treiben die Preise in die Höhe.

Klimapaket: Öl, Gas und Benzin werden teurer

Ein rauchender Industrieschornstein
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Weil der Ausstoß von klimaschädlichem CO2-Gas in Deutschland und weltweit sinken muss, hat die Bundesregierung im Jahr 2019 das Klimapaket vorgestellt. Ab Januar 2021 gilt damit nun auch die CO2-Bepreisung für die Bereiche Wärme und Verkehr. Drei Viertel der deutschen Haushalte heizen noch überwiegend mit Öl und Gas. Und genau diese fossilen Energieträger sollen nun teurer werden. Für jede Tonne ausgestoßenes CO2 werden 25 Euro fällig. In den folgenden Jahren steigen die Abgaben dann schrittweise, bis sie 2025 einen Wert von 55 Euro pro Tonne erreichen.

Was bedeutet das für uns?

Was das für eine Familie mit zwei Kindern bedeutet, hat Lundquist Neubauer vom Vergleichsportal Verivox für MDR AKTUELL ausgerechnet:

Ein Musterhaushalt mit einem Heizbedarf von 20.000 Kilowattstunden und einem Familienauto müsse im kommenden Jahr mit Mehrkosten von 108 Euro, bei einer Gasheizung und mit einer Ölheizung mit 158 Euro rechnen.

Während Eigentümer sich zum Beispiel für ein neues Heizsystem entscheiden können, sind Mieter deutlich benachteiligter, so der Bundesverband der Verbraucherzentralen:

Mieter können sich im Gegensatz zu Eigentümern weder für ein neues, energieeffizientes Heizungssystem entscheiden, noch Einfluss auf die Dämmung ihrer Gebäudefassade nehmen. Das kann nur ihr Vermieter. Dennoch tragen Mieter beim Heizen die vollen Mehrkosten aus der CO2-Abgabe. Die Bundesregierung erarbeitet daher gerade ein Modell, wie sich die Mehrkosten zwischen Mieter und Vermieter fair verteilen ließen.

Die Bundesregierung verspricht auch eine Entlastung beim Strompreis. So wird die EEG-Umlage gesenkt, die jeder von uns bei der Stromrechnung mitbezahlt. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert jedoch eine deutlich stärkere Entlastung beim Strom. Denn laut Neubauer würden die Strompreise für eine Familie rein rechnerisch um gerade mal 12 Euro im Jahr sinken.

Berufstätige Mutter mit Kindern im Homeoffice.
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Auch die Arbeit im Homeoffice könnte die private Heizkostenrechnung nach oben treiben. Schließlich mussten Beschäftigte, die normalerweise zur Arbeit fahren würden, auch in den Wintermonaten zu Hause bleiben und somit mehr heizen. Verbraucher im Homeoffice könnten laut Verivox mit einem rund 4 Prozent höheren Heizbedarf rechnen.

Starker Unterschied zum letzten Jahr

Für 2020 galt übrigens genau das Gegenteil. Auch wenn wir im letzten Winter von Schnee überrollt wurden und deutlich mehr heizen mussten, dürfte sich das auf der Heizkostenabrechnung kaum bemerkbar machen. Laut Verivox war das Heizen in Deutschland in den letzten Jahren nie so günstig wie 2020. Zum Teil lag das daran, dass 2020 insgesamt das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war, so der Deutsche Wetterdienst. Besitzer von Ölheizungen profitierten aber auch von den im Zuge der Coronakrise gesunkenen Rohstoffpreise.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 05. April 2021 | 10:00 Uhr

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