Ein Mann wischt sich bei Hitze mit einem Stofftuch über den Kopf.
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Die "große Hitze" hat Spuren hinterlassen

26.07.2019 | 16:13 Uhr

Ganz Deutschland glüht: Nicht nur wir Menschen, sondern auch die Tiere und die Natur leiden unter den hohen Temperaturen. Aber die Hitze hat auch ein paar kuriose und positive Meldungen hervorgebracht.

Ein Mann wischt sich bei Hitze mit einem Stofftuch über den Kopf.
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Die Natur leidet

Der Wald hat Hitzestress

Inzwischen spricht der BUND schon von einem Waldsterben 2.0. Anhaltende Trockenheit und extreme Hitze führen nicht nur zu erhöhter Waldbrandgefahr, sondern setzen den Bäumen auch stark zu.

Das Futter für Tiere wird knapp

Der Thüringer Bauernverband hat mitgeteilt, dass es kaum noch Futtermittel-Reserven aus dem Vorjahr gibt. Weil der Regen fehlt, ist die Ernte von zum Beispiel Futtermais in diesem Jahr viel kleiner ausgefallen.

Die Böden sind zu trocken

Der Deutsche Wetterdienst hat schon im April festgestellt: Selbst, wenn es in diesem Sommer ab jetzt wieder normale Niederschläge gäbe, wäre der Boden immer noch zu trocken. Das hat natürlich auch Einfluss auf die Ernteerträge der Bauern. Beim Getreide sei die Ernte in Sachsen-Anhalt jetzt schon unterdurchschnittlich, teilte der Landesbauernverband mit. Teilweise ist sie sogar schlechter als im Dürresommer 2018.

Hitze ist für den Menschen belastend

Es passieren mehr Unfälle

Laut ADAC passieren bei Hitze tatsächlich mehr Unfälle. Die ADAC-Unfallstatistik zeigt, jeder siebte schwere Unfall passiert an Tagen, die wärmer als 25 Grad Celsius sind. Unter anderem liegt das auch daran, dass wir uns bei Hitze schwieriger konzentrieren können.

Hitze führt zu mehr Krankheitstagen

Innerhalb der Jahre 2008 und 2017 hat sich die Zahl der Krankheitstage durch Hitze verdoppelt, hat die Tagesschau berichtet. Symptome wie Hitzschlag, Sonnenstich und Krämpfe haben zu deutlich mehr Krankschreibungen geführt.

Blutkonserven werden knapp

Der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost erklärt, dass Blutkonserven nur begrenzt haltbar sind. Bei Hitze geht die Zahl der Spender oft nach unten. Dabei sei aber das Spenden kein Problem, wenn vor und nach der Spende genug getrunken wird. Direkt nach der Spende sollte man auch direkte Sonne und körperliche Anstrengung bei Hitze vermeiden.

Auch Kurioses passiert bei der Hitze

Wer schwimmt denn da im Pool?

Auch die Tiere suchen Abkühlung. Deshalb staunten zwei Grimmaer nicht schlecht, als sie morgens um 06:00 Uhr einen fremden Gast im Pool schwimmen sahen: Ein junger Rehbock hat etwas Abkühlung im Wasser gesucht. Zum Glück ging alles gut aus und er konnte mit Hilfe wieder an Land gebracht und in die Freiheit entlassen werden.

Eisbomben für Zootiere zur Abkühlung

Die Tiere im Zoo Dresden haben gefrorenes Eis mit Obst-Überraschung zur Abkühlung bekommen. Und im Thüringer Zoopark Erfurt gab es für die Lamas eine Dusche mit dem Wasserschlauch.

Eintrittspreise sinken

Im Geraer Tierpark wurden aufgrund der hohen Temperaturen die Eintrittspreise gesenkt. Der Zoo bietet sich auch zum Abkühlen für die Besucher an, denn ein großer Teil des Tierparks liegt im Wald. Zeigt das Thermometer mehr als 30 Grad Celsius an, wird der Eintritt gesenkt.

Zehn Fakten über Hitze 5,5 Billionen Grad sind der echte Hitzerekord

Hätten Sie es gewusst? Während Deutschland unter der Sahara-Hitze stöhnt, hat MDR Wissen ein paar skurrile, spannende, unterhaltsame Fakten über Hitze zusammengetragen.

Zwei Personen sitzen in einer Sauna.
Wieviel Hitze hält ein Mensch aus? Bjarne Hermannsson saß 2008 bei der Weltmeisterschaft 18 Minuten und 15 Sekunden in der 110 Grad heißen Sauna - und gewann. So lange wie niemand vor oder nach ihm bei diesem Wettbewerb. Im Alltag wird es jenseits der 37 Grad gefährlich. Denn dann kann der Körper Wärme nicht mehr abgeben. Wenn die Luft sehr feucht ist, ist dieser Punkt schon unterhalb der 37 Grad erreicht. Lebensgefährlich sind Temperaturen ab 42 Grad. Bildrechte: PantherMedia / nd3000
Zwei Personen sitzen in einer Sauna.
Wieviel Hitze hält ein Mensch aus? Bjarne Hermannsson saß 2008 bei der Weltmeisterschaft 18 Minuten und 15 Sekunden in der 110 Grad heißen Sauna - und gewann. So lange wie niemand vor oder nach ihm bei diesem Wettbewerb. Im Alltag wird es jenseits der 37 Grad gefährlich. Denn dann kann der Körper Wärme nicht mehr abgeben. Wenn die Luft sehr feucht ist, ist dieser Punkt schon unterhalb der 37 Grad erreicht. Lebensgefährlich sind Temperaturen ab 42 Grad. Bildrechte: PantherMedia / nd3000
Streit zwischen einem Paar
Hitze macht aggressiver Pöbeleien, Hupen, Handgreiflichkeiten und Schlimmeres sind möglich, wenn es heiß ist, sagt Sozialpsychologe Hans-Peter Erb. Und das geht in unseren Breiten los bei 28, 29 Grad. Grund dafür: Wir sind dann nicht mehr in unserer Komfortzone, denn für den Mitteleuropäer liegt die bei 22 bis 25 Grad. Alles darüber ist einfach zu warm und dann beginnt der Stress. Bildrechte: PantherMedia / Bernd Leitner
Eine sogenannte Silbergrasflur ist in der Lieberoser Heide nahe Lieberose (Brandenburg) zu sehen
Es gibt eine Wüste in Deutschland Die Lieberoser Heide in Brandenburg gilt als Deutschlands größte Wüste, denn es gibt hier besonders wenig und nur speziell angepasste Vegetation, dafür im Sand Temperaturen bis zu 60 Grad. Das 1942 durch einen Waldbrand freigelegte Gelände wurde nach dem Krieg von der roten Armee als Übungsgelände genutzt. Die schweren Panzer verhinderten erneuten Bewuchs mit Bäumen oder Büschen. Bildrechte: dpa
Tiefseeschlote geben schwarzen Rauch ab
Wer hält die größte Hitze aus? Prokaryoten sind kleine Lebewesen, die keinen Zellkern besitzen. Bakterien gehören dazu. Und einige davon sind termophil oder sogar hyperthermophil. Sie lieben Hitze, leben in der Tiefsee in den sogenannten Black Smokern, heißen Sprudelquellen oder Salzlaken in der Wüste. Viele von ihnen fühlen sich bei um die 90 Grad Celsius bestens und vertragen auch Temperaturen bis zu 120 Grad. Bildrechte: NOAA
Blitzschlag über der Wüste, Big-Bend-Nationalpark, West-Texas, USA
Der Blitz schlägt die Sonne Was kommt nach der Hitze? Das Gewitter! Und hier zeigen die Blitze, was sie drauf haben. Denn sie sind fast sechs Mal so heiß wie die Oberfläche der Sonne. In Zahlen: Blitz – bis zu 30.000 Grad Celsius, Sonne – 5.500 Grad Celsius. Bildrechte: IMAGO
Computergrafik des Planeten Merkur
Merkur ist nicht der heißeste Der Merkur ist der sonnennächste Planet unseres Systems, und trotzdem nicht der heißeste. Auf seiner Tagseite werden höchstens rund 430 Grad Celsius erreicht, das liegt zehn Grad unter der Tiefsttemperatur auf der Venus. Grund dafür ist, dass Merkur keine Atmosphäre besitzt. Es gibt also keine Gashülle, die sich aufheizen und durch physikalische Effekte diese Hitze auch halten kann. Deswegen wird es auf dem Merkur nachts etwa -170 Grad kalt. Bildrechte: imago/Science Photo Library
Planet Venus als Computergrafik mit NASA-Texturen
CO2 heizt Venus auf Die Atmosphäre der Venus besteht überwiegend aus dem Treibhausgas Kohlendioxid (CO2). Das sorgt dafür, dass die Temperaturen an der Oberfläche durchschnittlich irrsinnig heiße 464 Grad Celsius erreichen. Bei dieser Hitze sind die Metalle Zinn und Blei flüssig. Obwohl sich der Planet nur sehr langsam um seine eigene Achse dreht, wird es auch in der Nacht nie kälter als 440 Grad Celsius. Die Venus ist der heißeste Planet des Sonnensystems. Bildrechte: imago/blickwinkel
Alexander Gerst schaut aus der Raumstation auf den blau leuchtenen Erdball.
Astronauten haben Weltraumfieber Im Weltall heizen sich die Körper auf. Untersuchungen deutscher Mediziner haben 2017 gezeigt, dass die Astronauten und Kosmonauten ständig fast 38 Grad Körpertemperatur haben. Der Wärmeaustausch funktioniert in Schwerlosigkeit offenbar schlechter. Bildrechte: NASA
Rohre, Leitungen, Spulen und dicke Stahlwände.
Es sind 5,5 Billionen Grad! Forscher am Kernforschungszentrum CERN haben 2011 Blei-Ionen kollidieren lassen. Sie wollten damit den Zustand des Universums kurz nach dem Urknall simulieren. Und haben dabei nach eigenen Angaben eine Temperatur von 5,5 Billionen Kelvin erreicht. Zum Vergleich: Im Inneren unserer Sonne herrschen 15,6 Millionen Kelvin. Bildrechte: University of Birmingham
Spitzen von Eisbergen ragen bei wolkenlosem Sonnenschein, schmelzend aus dem Wasser im Polarmeer vor Grönland.
Der absolute Nullpunkt Zum Schluss ein Blick auf das Gegenteil von Hitze, den absoluten Nullpunkt. Minus 273,15 Grad Celsius, Null Grad Kelvin. Die Teilchen kommen zum Stillstand, alle Unordnung schwindet. Dachte man zumindest lange. Deutsche Physiker haben nämlich nachgewiesen, dass auch negative Kelvin-Temperaturen möglich sind. Vielleicht führt diese Erkenntnis einmal zu einer Erklärung der Dunklen Materie im Universum, so die Forscher der LMU München und des MPI Garching. Bildrechte: IMAGO
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Dieses Thema im Programm MDR JUMP Die Feierabendshow | 26. Juli 2019 | 15:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2019, 16:13 Uhr

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