Mädchen machen Kaugummiblasen
Bildrechte: imago images / MITO

Was man mit Kaugummi alles anstellen kann

27.07.2019 | 10:30 Uhr

Vor 150 Jahren, am 27. Juli 1869, wurde das Patent auf den Kaugummi angemeldet. Seitdem ist er nicht mehr aus den Mündern wegzudenken. Aber Kaugummi kann noch viel mehr!

Mädchen machen Kaugummiblasen
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Das hätte sich John B. Curtis vor 150 Jahren sicher nicht Gedacht: Kaugummi ist Kult geworden. Und ein verdammt vielseitiger Stoff, der ganz schön viel kann.

Ein Flugzeug vor dem Absturz bewahren

1944, mitten über dem Atlantik: Die Besatzung eines britischen Flugzeugs entdeckt nach einem Gefecht mit einem U-Boot ein Leck in einer Leitung. Geistesgegenwärtig macht sich die Crew über die Kaugummi-Ration an Bord her. Die Crew kaut, was das Zeug hält und verstopft mit dem klebrigen Kaugummi das Leck. Am Ende landen sie sicher. MacGyver wäre stolz.

Kaugummi hilft gegen Stress

In der Schule waren die Debatten immer groß. Lehrer sagten: "Kein Kaugummi im Unterricht". Schüler konterten mit: "Aber der ist gut für die Konzentration". Zumindest ist Kaugummikauen gut gegen Stress. Wissenschaftler aus Japan haben untersucht, welche Hirnareale beim Kaugummikauen angeregt werden. Das Ergebnis: Vor allem die Hirnareale werden angeregt, die einen positiven Einfluss auf Stressbewältigung haben.

Dass mit der Konzentration stimmt dagegen nicht so ganz: Zwar erhöht Kaugummikauen die Blut- und Sauerstoffzufuhr im Gehirn, aber dass sich das nennenswert auf die Konzentrationsleistung auswirkt, ist nicht bewiesen.

Kaugummi hilft beim Abnehmen

Bei der guten Violet aus "Charlie und die Schokoladenfabrik" hat er das zwar das Gegenteil bewirkt, aber Kaugummi hilft tatsächlich beim Abnehmen: Kaugummikauen erhöht nämlich die Stoffwechselrate. Dadurch werden mehr Kalorien verbrannt. Sport und gesunde Ernährung ersetzt der Kaugummi aber trotzdem nicht.

Sogar unsere Vorfahren haben schon Kaugummi gekaut

Schon in der Steinzeit wurden bestimmte Baumharze gekaut. Archäologen fanden in Europa zum Beispiel zwischen 4.000 und 9.000 Jahre alte Teer-Reste mit Zahnabdrücken von Kindern. Die Frauen im alten Ägypten haben dann schon Mischungen aus Myrrhe und Weihrauch gekaut - versetzt mit Melone für den guten Geschmack.

Aber Kaugummi hat nicht nur gute Seiten

Kaugummi sind nicht biologisch abbaubar. Das heißt, wenn sie einmal auf die Straße oder in die Landschaft gespuckt werden, dauert es Jahre, bis sie verrottet sind. Für die Stadtreinigung sind die Dinger ein riesen Problem, weil sie mit herkömmlichen Geräten nicht von der Straße entfernt werden können.

Außerdem sind Kaugummis schlecht fürs Kiefergelenk: Eine 38-jährige aus Großbritannien soll sich mit übermäßigem Kaugummikauen die Kiefergelenke ruiniert haben. Die Gelenke wurden durch Metallplatten ersetzt. Die Frau hatte über Jahre hinweg bis zu sieben Stunden am Tag Kaugummi gekaut.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 28. Juli 2019 | 12:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2019, 10:42 Uhr

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