Warum sich der Kfz-Versicherungswechsel dieses Jahr besonders lohnt

Wer am 30. November seine Kfz-Versicherung kündigt, sollte vorher nochmal genau überlegen. Denn dieses Jahr könnte sich ein Wechsel nicht nur lohnen. Schuld ist Corona.

Auffahrunfall
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Autobesitzer können sich freuen: Am 30. November ist Stichtag für den Wechsel der Kfz-Versicherung und im Vorfeld sinken die Versicherungsbeiträge immer gewaltig, um so neue Kunden zu locken.

Preiskampf zum Stichtag

Das Vergleichsportal Check24 hat Anfang Oktober den durchschnittlichen Preis für eine Police errechnet. Mit 303 Euro liege der unter dem Durchschnitt von 2019. Und auch im Juli, wenn die Preise traditionell höher sind, lag der Preis dieses Jahr mit 337 Euro rund 10 Euro unter dem Preis im Vorjahr.

Experten sehen sich da einen Preiskampf anbahnen, der vor allem den Autofahrern zugute kommen könnte. Autoversicherungen sind gerade günstig wie lange nicht.

Hinzu kommt, dass manche Versicherungen ihren Kunden am Ende des Jahres möglicherweise Geld zurückerstatten. Hintergrund ist, dass während des Lockdowns der Autoverkehr zurückgegangen ist und damit auch die Unfallzahlen.

Weniger Verkehr, weniger Schäden

Grob gesagt gilt, je mehr gefahren wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines Schadens, den die Versicherung bezahlen muss. Entsprechend höher fallen dann auch die Kosten für die Versicherung aus. Weil die Straßen während des Lockdowns leer waren, gab es auch weniger Unfälle.

Die Zahl der Schäden fiel um 16,2 Prozent, die Zahlungen allerdings nur um 9,4 Prozent, weil Reparaturen und Ersatzteile weiterhin immer teurer werden. Deshalb bekommen Kunden möglicherweise Beiträge erstattet.

Rückerstattung wegen Corona?

Die KfZ-Versicherer werden nach aktuellen Berechnungen in diesem Jahr wohl einen Überschuss von 2,2 Milliarden Euro erwirtschaften. HUK Coburg und Allianz haben schon im April signalisiert, einen Teil dieses Überschusses an ihre Kunden weiterzugeben. Allerdings setzen sie das mit einem Kniff um: Das Geld wird auf die Beiträge für das kommende Jahr angerechnet. Geld zurück erhält so also nur, wer bei seiner Versicherung bleibt.

Vergleichen und Rechnen lohnt sich dieses Jahr also noch mehr als sonst.

2021 könnten das Ganze auch schon wieder vorbei sein. Experten rechnen damit, dass sich das Schadensaufkommen wieder normalisieren könnte und den Versicherungen so hohe Verluste bescheren könnte. Demnach sollen die Beiträge auf lange Sicht eher stabil bleiben.

Mit Material von Reuters

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 21. Oktober 2020 | 12:45 Uhr

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