Vater schreit durch ein Megafon aus Zeitungspapier seine zwölfjaehrige Tochter an.
Bildrechte: imago/photothek

Kinderstreiche - Wie Eltern damit umgehen sollten!

11.03.2019 | 13:33 Uhr

Klingelpartie, Ketchup im Seifenspender oder Zucker und Salz vertauschen - Kinder lieben kleine Streiche. Aber wie reagieren Eltern richtig, wenn die Kids die Geduld der Erwachsenen auf die Probe stellen?!

Vater schreit durch ein Megafon aus Zeitungspapier seine zwölfjaehrige Tochter an.
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Kinderbücher sind voll damit: Bei Pippi Langstrumpf, Pumuckl oder bei der Apfelhexe Petronella Apfelmus werden Streiche am laufenden Band gespielt.

Viele Eltern fragen sich, wie richtig auf Streiche reagieren?

Da wird der Schlüssel versteckt, Zucker und Salz vertauscht oder Zahnpasta auf die Türklinke geschmiert. Klar, die Kids haben bei solchen Aktionen viel Spaß. Aber wie sollten Eltern damit umgehen? Dorothea Jung ist Familienberaterin bei der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V.:

Es ist immer sinnvoll, erstmal ruhig zu bleiben und wenn die größten Katastrophen beseitigt sind, sollten Eltern probieren, mit dem Kind ins Gespräch zu kommen.

Schließlich würden Kinder nicht in erster Linie Streiche spielen, um die Eltern zu ärgern. Wichtig sei zu schauen, ob es wirklich nur Langeweile war, warum die Kids Unsinn machen oder ob es einen anderen Grund gibt. "Vielleicht hat das Kind auch gedacht, die Tapete ist so kahl, da sollte etwas Buntes dran", gibt Familienberaterin Jung zu bedenken.

Sind Strafen die richtige Eltern-Reaktion?

Manchmal wollen Kinder auch einfach nur helfen, erklärt Jung. Die hätten vielleicht beobachtet, wie Mama oder Papa die Schuhe putzen. Und dann wollen sie ihre Eltern bei der Aufgabe unterstützen. Das gelingt gerade am Anfang unter Umständen nicht so gut und die falsche Schuhcreme wird benutzt. "Wenn man dann hört, das Kind wollte eigentlich Mama und Papa helfen, kann man dann im nächsten Schritt überlegen, wie kann man das üben", erklärt Jung.

Wenn man Konsequenzen für Fehlverhalten ausspricht, dann sollten diese Konsequenzen immer für die Kinder nachvollziehbar sein und in einem Zusammenhang mit der "Tat" stehen. Also, hat ein Kind etwas schmutzig gemacht, wäre die richtige Konsequenz, dass es das auch wieder sauber macht.

Fakt ist: Für Schäden, die Kinder angerichtet haben, können diese noch bis zu 30 Jahre später zur Kasse gebeten werden. Auf diesen Grundsatz verwies das Kölner Amtsgerichts einen Autofahrer, dessen Wagen von einem elfjährigen Jungen mutwillig beschädigt worden war. Der Mann hatte von der Mutter Schadenersatz einklagen wollen.

Das Gericht entschied jedoch, dass ihr keine Verletzung der Aufsichtspflicht anzulasten sei. Da auch keine Haftpflichtversicherung für den Jungen existiere, die für den Schaden aufkommen könnte, habe der Autofahrer bis zu 30 Jahre Zeit, um seine Ansprüche gegenüber dem jungen Übeltäter durchzusetzen. Erst dann trete laut Gesetz die Verjährung ein (Az.: 126 C 472/95).

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 11. März 2019 | 15:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. März 2019, 13:33 Uhr

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