Bringen Weihnachtsbäume tausende Insekten ins Haus?

20.12.2019 | 11:50 Uhr

Spätestens nach dem Totensonntag darf die Weihnachtsdeko herausgeholt werden, besagt die Tradition. Da darf natürlich auch ein Weihnachtsbaum nicht fehlen. Was viele nicht ahnen, im Baum verstecken sich womöglich kleine Untermieter! Aber stimmt es wirklich, dass wir deswegen das große Krabbeln in der guten Stube haben?

Schmuck an einem Weihnachtsbaum
Bildrechte: imago/fossiphoto

Die gute Nachricht zu erst: Trotz der großen Trockenheit im Sommer und der Borkenkäferplage gibt es in diesem Jahr reichlich Weihnachtsbäume in unseren heimischen Wäldern. Allerdings: Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen: eine Fichte koste ab etwa 7,00 Euro pro laufenden Meter.

Da der Baum aus der freien Natur direkt in unsere Wohnzimmer kommt, bringt er natürlich auch ein paar Bewohner mit, erzählt Gartenbauingenierin Annegret Petasch:

Ja, das stimmt. Mit dem Weihnachtsbaum halten etwa 25.000 Tierchen Einzug in das Wohnzimmer.

Das sind ja eine ganze Menge Insekten! Und die kriechen dann alle in unserem Wohnzimmer herum? Ganz so ist es aber dann doch nicht, so Annegret Petasch weiter:

Die Tierchen befinden sich zum Teil unter der Rinde und erwachen kurz zum Leben. Allerdings haben sie in dem warmen trocknenen Wohnzimmer keinerlei Lebensgrundlage und vertrocknen meist am Baum. Sie bleiben also in den meisten Fällen auch im Baum. Mir ist keine Situtaion bekannt, wo die Tierchen, wie zum Beispiel Spinnmilben, scharenweise den Baum verlassen hätten.

Glück gehabt! So gibt es keine Krabbelei im Wohnzimmer zu Weihnachten - trotz der Menge an Tierchen, die wir mit dem Baum versehentlich einschleppen.

Ungewöhnliche Überraschung im Weihnachtsbaum

Ein paar kleine Krabbeltierchen im festlich geschmückten Baum sind aber vergleichsweise harmlos. Zumindest im Vergleich zum Erlebnis einer Familie aus dem US-Bundesstaat Georgia: Sie fand eine kleine Eule, die in ihrem Weihnachtsbaum saß. Zumindest berichtet das die Familie auf Facebook. Einige US-Nachrichtensender haben die Geschichte aufgegriffen. Danach entdeckte offenbar die zehnjährige Tochter der Familie den Vogel im Baum und rannte mit den Worten "Oh, mein Gott!" aus dem Zimmer.  

Katie McBride Newman erzählte, ihre Tochter habe sich vor einem sehr "lebensechten Ornament" fast zu Tode erschrocken. Die Familie ist ein großer Fan von Eulen und hatte auch einige der Tierfiguren im Baum. Doch eine davon war echt: Eine kleine Kreischeule. Die hatte die Familie offenbar schon einige Zeit in ihrem Heim. Den Baum hatte sie zwei Wochen vor der Entdeckung gekauft. Die Eule war also entsprechend dünn. Die Familie fütterte das Tier auf Rat von Eulenexperten mit rohem Hühnchen und brachte das Tier dann mit einem Transportkäfig ins Freie.  

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