#dasbewegtmich: Der schlechte Zustand unserer Wälder

18.10.2019 | 11:32 Uhr

Trockenheit, Schädlinge, Stürme – auch den Wäldern in Thüringen geht es schlecht. Ein Thema, das auch Ulrike aus Gera bewegt. Ihrer Meinung nach, müsste mehr Geld in den Umweltschutz gesteckt werden. Das fange bei der Bildung bereits an, sagt sie.

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MDR JUMP Fr 18.10.2019 10:39Uhr 01:04 min

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Knapp ein Drittel Thüringens ist noch mit Wald bedeckt. Doch durch Borkenkäfer oder Trockenheit gehen bis zu 40.000 Hektar Wald verloren, so die Forstministerin Birgit Keller (Die Linke). Das ist fast ein Zehntel der Waldfläche. Besonders betroffen sind Fichten und Buchen. Aber auch die meisten anderen Baumarten leiden laut Landesforst unter der aktuellen extremen Witterung.

Ein Wald mit abgestorbenen Fichten, einem Schmetterling und Diestelblüten.
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Dauerhaft löst Thüringen die Probleme nur, wenn der Wald von Mono-Kultur wieder in Mischwälder umgewandelt wird. Da sind sich Landwirtschaftsministerium und der BUND einig. Auch der Landesforst stimmt hier zu. Der baut schon seit den Neunziger den Landeswald um. Allerdings schafft man pro Jahr nur 500 Hektar und wäre in dem Tempo in 400 Jahren fertig. Thüringens hat jetzt einen 500-Millionen-Euro-Aktionsplan beschlossen: Damit werden in den nächsten zehn Jahren unter anderem Wälder klimastabil aufgeforstet. Zudem unterstützt der Freistaat laut Landwirtschaftsministerium auch Privat-Wald-Besitzer beim Wiederaufforsten und übernimmt bis 85 Prozent der Kosten. Dabei sollen Koordinierungsstellen vor Ort beraten.

Außerdem hat die rot-rot-grüne Landesregierung beschlossen, fünf Prozent von Thüringens Wald komplett in Ruhe zu lassen. Das lobt der BUND. Das könne als Freiland-Labor zeigen, wie sich Wald so entwickelt, dass er auch mit höheren Temperaturen und weniger Wasser umgehen kann. Der Landesforst sagt dagegen: Wird Wald bewirtschaftet, schafft der mehr Klimaschutz!

Thema Wald im Schulunterricht:

Der Thüringer Lehrerverband widerspricht der Kritik, im Schulunterricht werde das Thema Wald zu wenig behandelt. Das Wissen dazu werde gleich in mehreren vielen Fächern wie Biologie, Ethik oder Geografie vermittelt. Außerdem gebe es in den Lehrplänen genug Vorschläge, wie Lehrer und Schüler Unterricht in der Natur und im Wald verbringen können. Da komme es aber immer auch die Lehrer an, die diese Stunden planen und begleiten müssen. Der Thüringer Lehrerverband weist zudem darauf hin, der Lehrermangel sei besonders in den naturwissenschaftlichen Fächern spürbar.

Auch das Bildungsministerium weist darauf hin, dass die Thüringer Schulen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und der Natur erziehen. Zusätzlich zu den Lehrplänen gebe es noch Schulprojekte zum Umweltschutz, wie etwa Auszeichnung zur "Umweltschule in Europa". Außerdem hätten viele Schulen Patenschaften mit Naturparks wie Kyffhäuser und Thüringer Wald für Angebote neben dem Unterricht. Thüringens Landesregierung setze sich zudem in einem Aktionsplan dafür ein, dass in der Ausbildung von Lehrer das Thema Nachhaltigkeit eine größere Rolle spielt als bisher. Dazu gehören etwa auch Waldexkursionen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Thema des Tages | 21. Oktober 2019 | 19:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2019, 11:32 Uhr

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