Blick in einen Kühlschrank mit Lebensmitteln.
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Zu gut für die Tonne! Lebensmittel richtig lagern

Im Jahr schmeißt jeder von uns rund 82 kg Lebensmittel in den Müll – auch weil vieles falsch gelagert wird und somit schneller verdirbt. Eier in die Kühlschranktür, Kartoffeln ins Gemüsefach und Brot in der Papiertüte lassen - stimmt das so? Mit unseren Tipps kann euer Essen deutlich länger halten.

Blick in einen Kühlschrank mit Lebensmitteln.
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Lebensmittel verderben schneller, wenn sie nicht richtig gelagert werden. Ob Schimmel, Schädlinge, Hefe oder Bakterien – so gut wie kein Lebensmittel bleibt davon verschont. Allerdings gibt es Wege, Essen länger genießbar zu machen.

Die Grundregeln! Kühlschrank: In einem sauberen Kühlschrank bleiben Lebensmittel länger frisch. Darum solltet ihr ihn etwa ein mal im Monat mit Essigwasser reinigen, um Keime loszuwerden. Außerdem gilt: Packt den Kühlschrank nicht zu voll. Die Luft muss zirkulieren können.

Tupper, Dosen und Gläser: Auch hier solltet ihr viel Wert auf Sauberkeit legen. Ist der Behälter verschmutzt, verkürzt sich auch die Haltbarkeit der Lebensmittel.

Einkauf: Mit einigen Tricks könnt ihr zwar die Haltbarkeit von Lebensmittel verlängern, aber ihr solltet auch darauf achten, vernünftige Mengen einzukaufen.

Das Bild erklärt, wie man den Kühlschrank am besten einräumt, welche Lebensmittel wo hin kommen. Abgebildet ist ein bespielhafter Kühlrschank vor beigem Fliesenspiegel.
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Obst

Verschiedene Sorten Obst liegen auf einem Teller.
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Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft kann man sich als grobe Faustregel merken: Heimisches liebt es kühl, Exoten mögen es warm.

Darum gilt: Kirschen, Äpfel, Pflaumen und Co. können in den Kühlschrank oder kalten Keller.

Südfrüchte wie Mango und Banane fühlen sich bei Zimmertemperatur wohler.

Äpfel, Aprikosen und Pflaumen sollten nicht in direkter Nähe zu anderem Obst gelagert werden. Denn sie sondern einen Stoff ab, der andere Obstsorten schneller reifen und damit auch verderben lässt.


Gemüse

Korb mit verschiedenem Gemüse und Obst
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Auch hier gilt: Fast alle heimischen Sorten fühlen sich im Kühlschrank wohl.

Ausnahmen sind Auberginen, Paprika, Zucchini, Tomaten und Kürbis – sie lieben kühle (nicht kalte) Temperaturen und Dunkelheit. Kartoffeln treiben im Kühlschrank oft aus – da ist es nämlich nicht nur kalt, sondern auch feucht.

Gemüse gehört im Kühlschrank immer in das spezielle Gemüse-Fach. Hier trocknet es weniger stark aus.

Pilze immer aus der Plastikverpackung nehmen, sonst fangen sie an zu schwitzen und sie faulen schnell. Eine Papiertüte oder ein Schälchen mit Küchenrolle sind deutlich besser.

Radieschen, Kohlrabi, Fenchel und Möhren immer vom Grün befreien! Das entzieht dem Gemüse sonst Wasser und lässt es schrumpeln.

Tipp: Obst und Gemüse erst kurz vor dem Essen waschen. Durch das Wasser entsteht sonst bei der Lagerung zu viel Feuchtigkeit und die lässt die Früchte schneller verderben.


Fisch, Fleisch und Eier

Viele Eier
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Wichtigste Regel: Niemals die Kühlkette unterbrechen!

Nach dem Kauf das Fleisch auspacken und mit Küchenpapier trocken tupfen. In den Kunststoffverpackungen sammelt sich leicht Kondenswasser - eine ideale Brutstätte für Bakterien.

Fisch und Fleisch gehören in die unterste Ebene des Kühlschranks (bei 2 bis 6°C) direkt über dem Gemüsefach oder in ein spezielles Fleischfach - am besten eingeschlagen in Backpapier.

Wie lange Fisch und Fleisch von der Theke gekühlt haltbar sind, ist ganz unterschiedlich:

  • Rind: 3-4 Tage
  • Kalb/Schwein: 2-3 Tage
  • Geflügel: 1-2 Tage
  • Gehacktes: 1 Tag
  • Fisch (roh): 1 Tag
  • Fisch (geräuchert) 2-4 Tage

Selbst mariniertes Fleisch mit Öl und Salz hält sich nochmal einige Tage länger.

Gefrorenes sollte beim Auftauen nicht im Fleischsaft liegen – hier bilden sich Keime und vermehren sich rasant!

Und ist das Verbrauchsdatum überschritten, sollte man Fisch und Fleisch nicht mehr essen.

Eier müssen nicht direkt nach dem Kauf in den Kühlschrank. Sie halten sich auch gut zehn Tage bei Zimmertemperatur. Danach sollten sie aber gekühlt werden. Optimal ist dafür die Innenseite der Kühlschranktür.


Getränke

Kaffeebohne
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Geöffnete Säfte sollten kühl gelagert werden, dann halten sie noch gut vier Tage. Ideal ist die Innenseite der Kühlschranktür. Bei zu warmen Temperaturen verdirbt Saft viel schneller.

Kaffee verliert schnell sein Aroma. Röstereien empfehlen deshalb, ihn in Aromabeuteln aufzubewahren. Generell gilt: lieber ganze Bohnen kaufen und frisch mahlen.

Tee lässt sich wunderbar bei Zimmertemperatur lagern. Losen Tee könnt ihr in Metall-, Holz- oder Porzellandosen aufbewahren. Hauptsache er wird nicht feucht und ist vor Licht geschützt.


Milchprodukte

Milch, Joghurt, Butter, Käse und Quark
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Joghurt, Quark, Kefir, Käse usw. gehören ins mittlere Kühlschrankfach.

Angefangener Joghurt muss schnell verbraucht werden. In der Zwischenzeit mit Frischhaltefolie abdecken.

Unterschiedliche Käsesorten immer einzeln verpacken, sonst vermischen sich Gerüche und Edelschimmel kann überspringen. So halten Käsestücke bis zu drei Wochen im Kühlschrank.

Den Käse nicht auf dem gleichen Brett wie Brot schneiden, denn Heferückstände können den Käse schneller schimmeln lassen.

Butter, Frisch-, Weich- und Hartkäse können eingefroren werden, Buttermilch, Joghurt, Kefir und Quark aber nicht.

Milch gehört geöffnet immer in den Kühlschrank. Da hält sie sich im Schnitt drei bis vier Tage – egal ob Frischmilch oder H-Milch. Haltbare Milch wird zwar nicht sauer, aber bei jedem Öffnen können neue Keime in die Packung gelangen.


Saucen und Öle

An einem dunklen und kühlen Ort halten sich Öle besonders lange. Öl gehört in der Regel nicht in den Kühlschrank – Olivenöl zum Beispiel kann ausflocken. Für Leinöl ist die Aufbewahrung im Kühlschrank allerdings kein Problem.

Ein Mann gießt Öl in ein Schälchen
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Braune Flaschen zur Aufbewahrung von Ölen sind ideal.

Die Haltbarkeit kommt aber auch auf das Öl selbst an:

  • Leinöl 4-6 Wochen
  • Nussöl ca. 6 Monate
  • Sonnenblumenöl 9 Monate
  • Olivenöl mindestens 12 Monate
  • Weizenkeimöl 2 Jahre

Angebrochene Grillsaucen oder auch Ketchup verderben langsamer, wenn wenig Keime in die Flasche gelangen. Mit dem Messer in die Sauce gehen, ist also ein no go! Außerdem gehören sie in den Kühlschrank.


Gekochte Lebensmittel

Ist beim Kochen etwas übrig geblieben, können die Essensreste abgedeckt im obersten Kühlschrankfach lagern.

Erhitzte Speisen sollten immer erst komplett abkühlen, bevor sie in den Kühlschrank kommen. Andernfalls kann Schwitzwasser entstehen und das lässt die Reste schneller verderben.


Brot

Brot gehört nicht in den Kühlschrank, dort wird es nämlich altbacken. Ausnahme: Hohe Temperaturen mit hoher Luftfeuchtigkeit begünstigen Schimmelbildung. Hier ist der Kühlschrank das kleinere Übel.

Brot
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Brot in Küchentuch einschlagen und im Brotkasten lagern – alte Krümel regelmäßig entfernen, da sie Schimmel verbreiten können.

Allgemein gilt: Schnittbrot schimmelt schneller als ganze oder halbe Laibe. Also Brot lieber am Stück kaufen und vor dem Essen zuschneiden.

Anders ist es beim Einfrieren: Hier sind Scheiben viel praktischer, weil sie schneller auftauen und besser portioniert werden können.


Konserven

Ist eine Konserve nicht leer geworden, sollte der Inhalt nicht in der halb offenen Büchse im Kühlschrank bleiben. Besser: In einen dicht schließenden Behälter umfüllen.


Trockenprodukte

Nudeln
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Zucker, Salz, Reis, Nudeln (ohne Ei) und viele weitere Trockenprodukte sind bei richtiger Lagerung so gut wie ewig haltbar.

Ausnahmen sind Vollkornprodukte, denn sie können durch natürlich enthaltene Fette ranzig werden.

Wichtig: Trockenprodukte in luftdichten Behältnissen lagern, sonst können sie von Schädlingen befallen werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 30. Januar 2018 | 10:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 2018, 11:35 Uhr

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