Superfood Avocado - mehr als nur ein Lebensmittel

30.07.2019 | 16:24 Uhr

Botanisch gesehen ist sie eine Beere, die Alligatorbirne, Butterfrucht oder, wie sie die meisten kennen, die Avocado. Sie ist gesund, vielseitig verwendbar und trotz allem nicht ganz unumstritten.

Aufgeschnittene Avocado mit Kern
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In deutschen Supermärkten ist immer Avocado-Saison. Und die Beliebtheit der Frucht wächst. In den letzten zehn Jahren hat sich die Importmenge fast verfünffacht. Wurden 2008 noch etwa 20.000 Tonnen Avocados nach Deutschland gebracht, waren es 2018 schon rund 93.000 Tonnen.

In den USA ist heute Tag der Avocado (National Avocado Day). Der „Feiertag“ jährt sich bereits zum dritten Mal und wurde von dem kalifornischen Lebensmittel-Lieferservice „Model Meals“ in Kooperation mit der Website nationaldaycalendar.com ins Leben gerufen. Der 31. Juli markiert demnach den Höhepunkt der Avocado-Saison in Kalifornien.

Schmuckanhänger aus Avocado-Kern

Auch in den sozialen Netzwerken ist dieser Avocado-Trend sichtbar. Der Hashtag #avocado hat auf Instagram über zehn Millionen Einträge. Die meisten zeigen klassisch das Superfood auf Brot, in Salat oder als Guacamole. Aber wie wäre es zur Feier des Tages der Avocado mit einem Motiv, was nicht das Fruchtfleisch in den Vordergrund stellt, sondern den Kern. Mit ein bisschen Geschick lassen sich aus diesem einzigartige Anhänger schnitzen.

Dazu muss der Kern erstmal vorsichtig geschält und halbiert werden. Danach kann das Muster hineingeschnitzt werden. Solange der Kern noch weich ist, wird dann ein Draht durch die Kernhälfte gesteckt und zu einer Öse gebogen, sodass sich Kette, Schlüsselanhänger und Co. durchfädeln lassen. Dann den Anhänger gut trocknen lassen, mit Klarlack überziehen und schließlich verschenken oder einfach selbst behalten.

Avocado-Pflanze für zu Hause

Wer sich den Kern nicht um den Hals hängen möchte, kann ihn auch einfach in einen Blumentopf mit Erde stecken. Nach ein paar Wochen entwickeln sich Wurzeln und Blätter. Mit geschältem Kern geht es etwas schneller als ohne. Avocados zuhause ernten ist allerdings nicht ganz so leicht. Das Bäumchen kann zwar theoretisch nach sechs bis zehn Jahren Blüten entwickeln, allerdings werden Avocados im Topf nicht groß genug für Früchte. Außerdem ist das Bestäuben der Blüten schwierig. Die Avocado ist ein Zwitter. Das heißt es gibt weibliche und männliche Blüten am gleichen Baum. Diese öffnen sich aber nicht gleichzeitig, können sich also nicht selbst bestäuben. Daher wird ein zweiter Baum benötigt, dessen weibliche Blüten offen sind, wenn die männlichen Blüten des ersten Baumes offen sind und umgekehrt.

Avocado Topfpflanze
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Aber auch ohne Früchte ist das Bäumchen eine schöne immergrüne Pflanze, die als solche relativ unkompliziert im Wohnzimmer gedeiht. Um zu vermeiden, dass die Blätter nur auf einer Seite wachsen, nämlich der, die Richtung Fenster zeigt, ist es empfehlenswert, die Avocado jeden Morgen ein Stückchen zu drehen. Das simuliert den natürlichen Lauf der Sonne, den die Pflanze draußen erleben würde. Außerdem mag das Avocado-Bäumchen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Deswegen sollte sie nicht nur gegossen, sondern auch hin und wieder mit Wasser besprüht werden.

Die andere Seite der Medaille

Die Avocados in den deutschen Supermärkten werden hauptsächlich aus Peru, Chile und Spanien importiert, da sie hierzulande nicht wachsen. Die Pflanzen brauchen viel Licht, viel Wasser und vertragen keinen Frost. Ökologisch gesehen ist der gestiegene Avocado-Konsum in Europa daher auch fragwürdig. Ein Kilo Avocado braucht im Anbau um die 1000 Liter Wasser (zum Vergleich: Ein Kilo Tomaten benötigt nur etwa 110 Liter Wasser). Und Wasser ist knappes Gut in den Anbauländern.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 31. Juli 2019 | 14:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2019, 16:24 Uhr

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