Nebenkostenabrechnung mit Geldscheinen und Taschenrechner
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Nebenkostenabrechnung selber checken - so schaffts jeder!

01.10.2018 | 13:00 Uhr

Zwölf Monate gibt das Gesetz Vermietern, um Nebenkosten abzurechnen. Nur in Ausnahmefällen kann diese Frist verlängert werden - und dann ist es am Vermieter, gute Gründe dafür zu finden. Hier erfährst du, wie du Abzocke in der Abrechnung entlarvst.

Nebenkostenabrechnung mit Geldscheinen und Taschenrechner
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Nebenkosten für Heizen, Wasser und Abwasser, den Hausmeister oder die Müllabfuhr machen in Deutschland im Schnitt etwa ein Viertel der Wohnkosten aus.

Nebenkostenabrechnung selber prüfen

Da lohnt ein genauer Blick, schließlich können kleine Fehler in der Abrechnung große finanzielle Folgen für uns Mieter haben. Parsya Baschiri von der Verbraucherzentrale im MDR JUMP-Interview:

Am besten holen Sie sich die Nebenkostenabrechnungen der vergangenen Jahre und vergleichen sie mit der aktuellen Abrechnung. Sollten dort schon auf den ersten Blick große Unterschiede zu erkennen sein, dann ist eine eingehendere Kontrolle sicherlich sinnvoll.

Auch ein Blick in den Mietvertrag lohnt sich, denn die Abrechnungsgrundlage für die Nebenkosten ist die Wohnungsgröße, sollte nichts anderes vereinbart sein.

Die häufigsten Fehler in der Abrechnung

Oftmals versuchen Vermieter die anteiligen Kosten für leerstehende Wohnungen, wie Grundsteuer oder Kosten für den Schornsteinfeger, auf die anderen Mieter umzulegen. Das ist aber nicht rechtens. Der Vermieter selbst hat diesen Anteil zu tragen. Steht im Mietvertrag, dass sich die Verteilung der Gesamtkosten nach der vermieteten Fläche richtet, dann ist auch das nicht richtig und unwirksam.

Im extremsten Fall müssten sonst bei einem fast leerstehenden Haus ein paar letzte Mieter alle Nebenkosten tragen. Auch ein Laden oder eine Werkstatt, also Gewerbeflächen, die in Ihrem Wohnhaus vermietet sind, müssen bei der Betriebskostenabrechnung von der vermieteten Gesamtfläche abgezogen und separat berechnet werden. Gewerbebetriebe erzeugen oft deutlich höhere Nebenkosten.

Fakt ist: Vermieter dürfen nur ausnahmsweise nach Ablauf eines Jahres noch Nebenkosten nachfordern. Sie müssen dafür beweisen können, dass sie die verspätete Abrechnung nicht zu vertreten haben, entschied im letzten Jahr der Bundesgerichtshof.

Vermieter haben nicht ewig Zeit

Viele Konstellationen, in denen Mieter eine verspätete Abrechnung hinnehmen müssen, gibt es nach Angaben des Mieterbunds nicht. Eine Ausnahme sei etwa, dass die Grundsteuer erst nach Ablauf der Frist festgesetzt werde. Zulasten des Vermieters gehe eine Verzögerung außerdem dann nicht, wenn der Verwalter krank geworden ist oder Belege bei einem Brand vernichtet worden sind.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 01. Oktober 2018 | 14:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Oktober 2018, 13:24 Uhr

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