Mutter und Tochter beim Strandurlaub
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Urlaub 2018 - Neue Regeln im Reiserecht

29.05.2018 | 17:15 Uhr

Mehr Schutz bei online gebuchten Reisen. Mehr Zeit, um Reisemängel anzuzeigen: Das sind die zwei wichtigsten Änderungen im Reiserecht seit dem 1. Juli. Doch nicht alle Neuerungen sind gut für Urlauber. Wir fassen die wichtigsten Regeln zusammen.

Mutter und Tochter beim Strandurlaub
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Immer mehr Menschen stellen sich ihren Urlaub am Computer zusammen: Günstiger Flug, schönes Hotel, Mietwagen und möglicherweise auch noch einen Ausflug oder ein Konzert vor Ort. An diese Entwicklung wurde mit den neuen EU-Richtlinien seit dem 1. Juli auch das Reiserecht angepasst, dass zum Teil noch aus den 90ern stammte.

Besser geschützt gegen Ferienkatastrophen

Der aus mehreren Bausteinen zusammengestellte Urlaub galt bisher grundsätzlich als Individualreise. Bei Problemen etwa mit dem Hotel oder einem Flugausfall mussten sich Urlauber dann mit den Anbietern dieser Bausteine auseinandersetzen. Wer dagegen ein komplettes Pauschalpaket buchte, war besser abgesichert: Er bekam bei einer Pleite des Veranstalters das Geld zurück, bei Mängeln Preisnachlässe und Schadenersatz.

Eine Abflugtafel zeigt einige annullierte Flüge
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Nach den neuen Regeln sollen auch Onlinenutzer besser vor Ferienkatastrophen geschützt werden. Buchen sie kurz nacheinander ein Hotel und einen Flug über das gleiche Portal oder das gleiche Reisebüro auf eine Rechnung, dann wird das jetzt als „verbundene Reiseleistung“ angesehen. Onlineportal oder Reisebüro müssen dann den Reisepreis absichern. Vorteil für Urlauber: Geht etwa ein Portal pleite, sehen sie ihr Geld wieder. Werden online mehrere Einzel-Leistungen für eine Reise im Paket angeboten, dann gilt das Ganze sogar als Pauschalreise. Mit allen Rechten für den Urlauber.

Mehr Zeit zum Reklamieren

Nach dem neuen Pauschalreiserecht können Urlauber Reisemängel bis zu zwei Jahre nach Rückkehr aus dem Urlaub anzeigen und geltend machen. Bisher galt dafür eine Monatsfrist. Genau wie bisher auch, müssen Urlauber aber schon vor Ort den Veranstalter auf Probleme mit dem Hotel, dem Essen oder Ausflüge hinweisen. Daran erinnert die Stiftung Warentest in ihrem Überblick zu den neuen EU-Reiserecht-Richtlinien.

Größere Preisänderungen möglich

In den neuen Regeln verstecken sich aber auch Nachteile für Urlauber. Darauf hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Vorfeld hingewiesen und - erfolglos - Korrekturen gefordert. Ralph Walter von der Verbraucherzentrale Thüringen sagt:

Uns bereitet vor allem die nachträglichen Preisänderungen Sorgen. Da dürfen die Veranstalter jetzt stärker erhöhen als früher.

Bisher konnten Anbieter zwischen Buchung und Antritt der Reise den Reisepreis um bis zu fünf Prozent erhöhen, wenn es dafür konkrete Gründe gab. Das konnten Erhöhungen beim Treibstoffpreis oder bei den Hafengebühren sein. Ab dem 1. Juli dürfen sie nachträglich um bis zu acht Prozent den Preis erhöhen. Erst oberhalb dieser Grenze dürfen Urlauber kostenlos von dieser Reise zurücktreten. Auch das kritisiert der VZBV: Nach den neuen Regeln soll der Schutz des Reiserechts nicht mehr für Ferienhäuser, -wohnungen und Tagesreisen für unter 500 Euro gelten. Geld für Mängel bekommen Urlauber so schwerer oder gar nicht mehr zurück.

Ab dem 1. Juli

Die neuen Regeln gelten nicht rückwirkend, sagt Verbraucherschützer Ralph Walter:

Für alle Urlaube, die ich vor dem 1. Juli gebucht habe, gelten die alten Regeln. Für alles danach die neuen Regeln.

Wer jetzt noch Last Minute für den Sommer bucht – sollte daher im Kleingedruckten nachlesen, was eben bei Mängeln gilt oder bei nachträglichen Preis-Erhöhungen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 29. Mai 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2018, 16:42 Uhr

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