Wohlriechender Korkstacheling, Fruchtkörper auf bemoostem Boden.
Bildrechte: imago/blickwinkel

Sensationeller Fund: Wohlriechender Korkstacheling im Harz entdeckt

Zuletzt aktualisiert: 14.10.2019 | 13:00 Uhr

Es ist ein süßer Waldmeistergeruch, den ein Pilz im Harz verbreitet. Er besitzt Stacheln und ist extrem selten. Nach vier Jahren ist erneut ein Exemplar entdeckt worden.

Wohlriechender Korkstacheling, Fruchtkörper auf bemoostem Boden.
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Im Nationalpark Harz haben Waldforscher ein Exemplar des seltenen Pilzes gefunden. Er hat sich an einer Fichte angesiedelt. Dieses Exemplar gilt als nördlichstes bekanntes Vorkommen dieser Pilzart. Der Wohlriechende Korkstacheling steht auf der Roten Liste der Großpilze Deutschlands.

Durch das gute Wetter sind derzeit viele Menschen auf der Suche nach Pilzen zum Essen. Der Wohlriechende Korkstacheling eignet sich dafür nicht. Aber auch sonst sollten Sammler einiges beachten.

Deutlich mehr Pilzvergiftungen als vergangenes Jahr

In Sachsens Wäldern schießen bei feuchtem und relativ mildem Wetter wieder Maronen, Steinpilze, Champignons & Co. Allerdings sollten unerfahrene Pilzsammler Vorsicht walten lassen: Auch die Zahl der Pilzvergiftungen nimmt zu.

So erkennst du, ob der Pilz frisch ist

In der Regel sind fast alle Pilze roh giftig. Wenn sich Schimmel am Pilz befindet, solltet ihr ihn stehen lassen, denn dann ist er nicht mehr genießbar. Habt ihr eure Pilz-Ausbeute zubereitet, kann das Gericht bis zu 24 Stunden aufbewahrt und wieder aufgewärmt werden. Vor allem ist es wichtig, dass die Pilze gekühlt werden. Am besten nutzt ihr keinen Metallbehälter aus Aluminium oder Kupfer zur Aufbewahrung, denn durch die Oxidation mit den Pilzen können Giftstoffe entstehen.

Nicht mehr als 20 Kilogramm Pilze pro Jahr essen

Wegen der radioaktiven Belastung bzw. der Belastung mit Schwermetallen sollte man nicht mehr als zehn bis 20 Kilogramm Waldpilze pro Jahr essen. Maronenröhrlinge sind am stärksten belastet. Alle Zuchtpilze wie Champignon, Austernseitlinge, Kräuterseitlinge, Stockschwämmchen... usw. sind nicht verstrahlt und schwermetallbelastet und können auch in größeren Mengen ohne Bedenken verzehrt werden. Mehr Fakten über Pilze gibt es hier:

Pilze per App testen

Ein falsches Gewächs im Korb kann fatale Folgen haben. Experten warnen davor, bei der Bestimmung nur die App zu nutzen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie kommt in der Auswertung eines Tests zu dem Schluss, dass keines der getesteten Produkte "einen unerfahrenen Anwender sicher durch die verwirrende Vielfalt an Pilzarten und Fruchtkörperformen geleiten" könne. "Das ist viel zu gefährlich", sagt Bettina Haberl von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie im Interview mit "Hauptsache Gesund": "Da raten wir ganz dringend von ab."

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 14. Oktober 2019 | 15:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2019, 13:05 Uhr

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