Alkoholfreies Bier und Wein – Wieviel Alkohol ist trotzdem drin?

Alkoholfreies Bier liegt im Trend und ist gerade jetzt im Sommer ein beliebter Durstlöscher. Wir Deutschen trinken davon immer mehr und mehr. Nicht ganz so beliebt, aber langsam im Kommen, ist alkoholfreier Wein. Was beide Getränke von ihren alkoholhaltigen Varianten unterscheidet, das klären wir jetzt.

Mit kühlem Bier erfrischen sich zwei junge Frauen bei strahlendem Sonnenschein. 1 min
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MDR JUMP Mo 03.08.2020 10:45Uhr 01:01 min

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Wozu eigentlich alkoholfrei?

Die Antwort dürfte klar sein: Damit man Bier genießen kann, auch wenn man keinen Alkohol trinken darf oder möchte. Bei bestimmten Diäten oder Erkrankungen kann alkoholfreies Bier aufgrund seiner zahlreichen Nährstoffe und Vitamine hilfreich sein. Die meisten alkoholfreien Biere haben einen Alkoholanteil von rund 0,5 Vol/% Trotzdem können sie in der Regel bedenkenlos als alkoholfrei angesehen werden, denn es gibt auch Fruchtsäfte die ähnlich viel Alkohol beinhalten.

Wie gesund ist alkoholfreies Bier?

An einem heißen Sommertag ist ein gekühltes alkoholfreies Bier ideal zum Durstlöschen. Es enthält nur rund halb soviele Kalorien wie Bier mit Alkohol. Außerdem hat es viele Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und auch Kalzium. Vitamine sind drin und Pflanzenstoffe aus Hopfen, die entzündungshemmend sind. Ein alkoholfreies Bier kann auch bei einer Erkältung hilfreich sein. Wird es erwärmt, lösen sich die Bitterstoffe und unterstützen die Heilung. Alkoholfreies Bier enthält die gleiche Menge gelöste Stoffe wie Blut, das nennt man isotonisch. Das heißt, der Körper kann es prima und ohne weitere Anstrengung verstoffwechseln. Achtung: Bei den verschiedenen Sorten lohnt sich ein Kalorienvergleich. Manche haben 100 Kalorien pro Liter, manche bis zu 300. Die schmecken dafür meist besser. Aufgrund seines hohen Kaliumanteils ist alkoholfreies Bier für Ausdauersportler nicht geeignet, weil das auf Dauer die Leistungsfähigkeit senken kann.

Was sind die besten alkoholfreien Biere?

Im aktuellen Test von Stiftung Warentest bekamen fast die Hälfte der Biere ein „gut“. Testsieger waren die Platzhirsche auf dem Markt: Warsteiner, Clausthaler und Krombacher. Gesundheitlich unbedenklich waren alle getesteten Biere, trotz teils geringer Mengen an Glyphosat und künstlich zugesetzter Kohlensäure.

Wie entsteht alkoholfreier Wein und wie gut schmeckt er?

Gläser mit Rot- und Weißwein
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Es gibt ihn, aber bis heute ist alkoholfreier Wein ein Nischenprodukt. Im Supermarkt sucht man ihn meist vergebens. Da muss man schon auf einen speziellen Händler zurückgreifen. Geschmacklich war die alkoholfreie Variante lange Zeit nicht mit ursprünglichen Wein zu vergleichen. Der ganze Herstellungsprozess vom Heranwachsen der Traube bis zum fertigen Wein ist so komplex, dass man den Geschmack bis heute schwer kontrollieren kann. Der Grund: Reduziert man den Alkohol, verschwinden auch die Aromen. Inzwischen verbessern Winzer ihre Herstellungsverfahren für alkoholfreien Wein jedoch mehr und mehr, sodass die alkoholfreie Variante nicht allzu viel von dem ursprünglichen Weingeschmack verliert.

So werden unter anderem gezielt besonders bouquetreiche Rebsorten verwendet. Außerdem entziehen manche Winzer dem Wein während der Herstellung die Aromastoffe, damit sie sich bei der Entalkoholisierung nicht verflüchtigen und danach wieder zugeführt werden können.

Wie die alkoholfreien Biere, enthalten auch alkoholfreie Weine nur rund ein Drittel der Kalorien einer vergleichbaren Menge an alkoholhaltigem Wein.

Was ist der Unterschied von „Alkoholfrei“ und „ohne Alkohol“?

Was gerne synonym verwendet wird, unterscheidet sich rechtlich gesehen deutlich. Laut deutschem Lebensmittelrecht dürfen als „alkoholfrei“ deklarierte Weine einen Restalkohol-Gehalt von maximal 0,5 Vol. % aufweisen. „Ohne Alkohol“ bedeutet dagegen, dass das Lebensmittel gar keinen, sprich 0,0 Vol. % Alkohol, besitzt. Aber wenn der Alkohol komplett raus ist, geht oft der typische Biergeschmack ganz verloren. Alkohol ist auch in geringem Maß Geschmacksträger für die Bitterstoffe aus dem Hopfen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 04. August 2020 | 10:45 Uhr

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