Autobatterien richtig pflegen

17.12.2019 | 02:10 Uhr

Ladegerät für Autobatterien 1 min
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MDR JUMP Di 17.12.2019 02:10Uhr 01:02 min

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Das macht die Batterie platt

Niedrige Temperaturen sind der Feind jeder Batterie. Sie mindern die Kapazität des Akkus, seine Leistungsfähigkeit sinkt. Ist es richtig kalt, braucht der Anlasser viel mehr Kraft, um den trägen Motor in Gang zu bekommen. Träge deshalb, weil das Öl im Motor im kalten Zustand zähflüssig wird. Zusätzlich wird die Autobatterie im Winter durch Funktionen wie Heckscheiben- oder Sitzheizung gefordert, die ebenfalls Strom benötigen. Fährt man dazu oft nur kurze Strecken dann hat die Batterie nicht genug Gelegenheit, sich wieder genügend aufzuladen. Außerdem wird in der dunklen Jahreszeit viel öfter mit eingeschaltetem Licht gefahren. Sollte dann noch aus Versehen über Nacht ein Licht oder einen anderen Stromverbraucher angelassen werden, dann kann das zu einer Tiefenentladung führen. Die Batterie gibt keine Lebenszeichen mehr von sich und lässt sich auch nicht mehr zuverlässig aufladen. Eine neue muss her.

Das schadet zusätzlich

Zum Kältestress kommen gerade bei vielen neueren Autos Funktionen, die praktisch immer aktiv sind. GPS-Geräte, Schlüsselerkennungssensoren und die Alarmanlage ziehen permanent Strom aus der Batterie. Auch wenn das im Einzelnen nicht viel ist, in der Summe kann das einer ohnehin schon leistungsschwachen Batterie den Rest geben. Ebenso wenn ein Auto zum Beispiel während der Urlaubszeit mal für eine oder zwei Wochen nicht bewegt wird. Ist es im Motorraum feucht und schmutzig, sitzen Batterieklemmen nicht fest auf den Polen, kann das zu Kriechströmen führen, die schaden ebenfalls.

Batterie schonen

Je weniger zusätzliche Stromverbraucher eingeschaltet sind, desto mehr Power hat die Batterie für den Anlasser. Am besten schaltet man also Radio, Licht, Klimaanlage, Navi und vor allem die Sitzheizung vor dem Starten aus. Selbst das Handy gehört jetzt noch nicht in die Ladestation. Wenn der Motor läuft, liefert die Lichtmaschine im Normalfall genügend Energie, um alle Zusatzgeräte nun problemlos zu versorgen.

Problem: Start-Stopp-Automatik

Läuft der Motor nicht, kann die Batterie nicht geladen werden. Steht man also morgens im Berufsverkehr oft an der Ampel und lässt alle Verbraucher an, während der Motor abschaltet, ist das zwar gut für die Umwelt, die Batterie leidet aber, auch gerade wegen der vielen Neustarts. Stück für Stück wird sie so entladen, ohne dass man es mitbekommt. Nach der nächsten richtig kalten Nacht kann sie dann einfach mal den Dienst verweigern. Entweder achtet man deshalb auf möglichst wenig Stromverbrauch oder man "gönnt" der Batterie regelmäßig eine Extraladung.

Anzeichen für eine schwächelnde Batterie

Wenn der Motor nicht mehr in gewohnter Weise sofort und kräftig anspringt, sondern nur noch müde dreht, ist das ein klares Warnsignal. Auch Cockpit- oder Innenraumleuchten, die beim Startversuch dunkler werden, weisen darauf hin, dass die Batterie an ihrer Grenze ist.

Batterie aufladen und pflegen

Eine entladene Batterie braucht ungefähr 20 bis 30 Minuten Fahrt ohne Unterbrechung, um sich wieder voll aufzuladen. Dabei ist wichtig, möglichst wenige zusätzliche Zusatzfunktionen einzuschalten. Auch auf saubere Kontakte und fest sitzende Anschlüsse ist zu achten. Schmutz und Rückstände an den Polen kann man mit einem feinen Sandpapier abschmirgeln, dann sauberwischen und die Polklemmen ordentlich festschrauben. Achtung: Polfett sorgt nicht für einen guten Kontakt, es verhindert lediglich das korrodieren der Anschlüsse. Es kommt erst auf die Kontakte, nachdem sie auf die Batteriepole geklemmt wurden. Es gehört also nicht zwischen Batteriepol und Kontaktklemme.

Umweltfreundlich aufladen  

Reicht der Arbeitsweg nicht, um die Batterie wieder aufzuladen, dann kann man der Batterie gelegentlich mit einer Extraladung unter die Arme greifen. Zusätzliche Kilometer zu fahren und dabei Abgase in die Umwelt zu pusten, das muss nicht sein. Ein Ladegerät ist umweltfreundlicher. Dazu muss die Batterie auch nicht aus dem Auto ausgebaut werden. Wichtig ist jedoch, die Zündung auszuschalten und die Anschlüsse für Plus- und Minuspol von der Batterie zu trennen. Grundsätzlich sollte eine Autobatterie während des Ladens durch ein Ladegerät nicht an den Stromkreis des Auto angeschlossen sein. Manche Geräte geben zeitweise einen stärkeren Strom ab, als die Bordelektronik verträgt. Über Nacht wird die Batterie wieder voll geladen. Einfache Erhaltungsladegeräte gibt es ab 15 Euro, bessere Geräte mit Ladetimer und intelligenter Ladesoftware kosten ab 30 Euro. Dafür bekommt die Batterie hierbei genau soviel Strom, wie sie braucht. 

Bei Stillstand regelmäßig nachladen

Ein Mann kontolliert eine Autobatterie.
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Steht ein Auto im Winter lange Zeit unbenutzt in der Garage oder gar im Freien, dann sollte man der Batterie aller vier Wochen eine Erhaltungsladung gönnen. Auch im Sommer ist das bei längeren Standzeiten (ab sechs Wochen) nötig. Genaue Informationen dazu finden sich im Bordbuch des Autos. Bestimmte Standby-Funktionen, Marderabwehrgeräte und ganz normale minimale Kriechströme sorgen dafür, dass jedes Auto auch im Stillstand Strom aus der Batterie zieht. Das gleicht eine sogenannte Erhaltungsladung aus. Theoretisch kann man ein entsprechendes Ladegerät den ganzen Winter angeschlossen lassen. Es weiß dann selber, wann es nachladen muss.  

Genaue Informationen im Bordbuch

Im Bordbuch des Fahrzeugs steht, ob ein An- und Abschließen der Batterie so ohne weiteres möglich ist. Gerade Autos mit viel Elektronik an Bord können auf so etwas empfindlich reagieren. Manche Fahrzeuge müssen erst auf den Neuanschluss einer Batterie eingestellt werden. Fachleute sprechen dabei vom Anlernen der Batterie. Im Zweifel weiß die Werkstatt Bescheid.

Eine neue Batterie

Wenn sich die alte Batterie nicht mehr richtig aufladen lässt oder auf eine andere Art kaputt ist, dann ist eine neue nötig. Unter keinen Umständen sollte man dauerhaft mit einer schwachen oder defekten Batterie fahren. Fällt eine Batterie während der Fahrt komplett aus, kann das Folgen für die Fahrsicherheit haben. Vor dem Kauf einer neuen Batterie informiert man sich am besten ganz genau im Bordbuch, welche Art gebraucht wird. Nach 4-6 Jahren ist eine Batterie, je nach Belastung, reif für den Austausch.

Starthilfe geben – Batterie anschließen

Mann befestigt ein Überbrückungskabel an der Autobatterie eines hilfsbereiten Autofahrers
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Viel diskutiert wird die Reihenfolge, in der die Pole an- und abzuschließen sind. Dabei gibt es nur eine richtige: Beim Anschließen kommt zuerst der (rote) Pluspol an die Batterie, dann der (schwarze) Minuspol. Beim Abklemmen ist es genau umgekehrt, zuerst klemmt man den (schwarzen) Minuspol ab, dann den (roten) Pluspol. Wer das anders macht, riskiert unter Umständen, einen Kurzschluss zu bekommen. Das ist besonders bei älteren Batterien gefährlich, denn dort tritt während der Ladung eine Mischung aus Sauerstoff und Wasserstoff, Knallgas genannt, aus. Auch wenn es hier nur um geringe Mengen geht, kann sich das unter ganz ungünstigen Umständen entzünden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 17. Dezember 2019 | 10:45 Uhr

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