So wird die Brille wieder richtig sauber

Brille auf Brillenputztuch 1 min
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MDR JUMP Fr 27.09.2019 02:10Uhr 01:04 min

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Alle Verschmutzungen, die sich tagsüber auf den Brillengläsern sammeln, sind auf doppelte Weise schädlich für den klaren Durchblick. Zum einen sorgen die fettigen, schmutzigen Partikel ganz unmittelbar dafür, dass die Sicht milchig und das Sehen dadurch beeinträchtigt wird. Zum anderen können sie dafür sorgen, dass das Glas regelrecht beschädigt wird. Werden die Schmutzteilchen nicht oder falsch weggeputzt, zerkratzen sie die Kunststoffoberfläche der Gläser. Die mikroskopisch kleinen Kratzer, die entstehen, können dafür sorgen, dass das Licht gestreut wird. Kopfschmerzen und schnelle Ermüdung der Augen können die Folgen sein. Anders als beispielsweise beim Autolack lassen sich die Kratzer auch nicht wieder entfernen:

Die meisten Gläser heutzutage bestehen aus Kunststoff. Da kann man nichts wegpolieren, damit werden die Kratzer nur noch schlimmer.

Detlef Michelis, Obermeister der Augenoptiker- und Optometristen-Innung des Landes Thüringen

Er ist Obermeister der Augenoptiker- und Optometristen-Innung des Landes Thüringen. Gänzlich zu vermeiden sind Kratzer auf den Gläsern nicht. Nach zwei bis drei Jahren sind spätestens welche sichtbar. Durch sorgsamen Umgang und richtiges Putzen bleiben die Gläser jedoch noch etwas länger brauchbar.

Mit diesen Produkten schaden Sie Ihren Brillengläsern beim Putzen

Begünstigt werden die Mirkokratzer, wenn die falschen Putzmittel verwendet werden. Papiertaschentücher, Kosmetiktücher oder Küchenrolle beispielsweise können Holzfasern enthalten, die zusätzlich die Oberfläche zerkratzen. Zudem werden die Schmutzpartikel auf den Gläsern nur hin- und hergeschoben und nicht aufgenommen. Der Effekt ist dann ähnlich wie bei Schmirgelpapier: Die Oberfläche wird aufgeraut, es entstehen Kratzer. Gleiches passiert, wenn die Brille schnell mal am T-Shirt oder an der Krawatte geputzt wird. Chemische Reinigungsmittel wie Glasreiniger enthalten Alkohol. Der kann das Kunststoffmaterial der Gläser angreifen. Alkohol ist auch in vielen billigen, feuchten Brillenreinigungstüchern enthalten. Ein Test der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena im Auftrag des NDRs zeigte zudem, dass viele der Reinigungstücher Fettverschmutzungen nur verschmieren, aber die Gläser nicht effektiv reinigen.

So putzen Sie die Brille richtig

Um die Brille zu putzen, sind Wasser, Seife oder Shampoo und ein Mikrofasertuch ideal. Wichtig ist, die Brille beim Putzen möglichst an den Glasrändern festzuhalten und mit wenig Druck zu arbeiten, damit sie nicht zerbrechen kann. Im ersten Schritt sollten lose Schmutzpartikel von den Gläsern gepustet oder sanft mit einem sauberen Mikrofasertuch weggestrichen werden. Anschließend wird die Brille unter fließendem Wasser abgespült. Das Wasser sollte lauwarm sein, damit die Schmutzpartikel gut abgewaschen werden. Zum Lösen von Schmutz- und Fettablagerungen empfiehlt Augenoptiker Michelis, flüssige Seife oder Shampoo auf der abgespülten, nassen Brille zu verreiben:

Früher haben wir Geschirrspülmittel empfohlen, aber da sind heutzutage zu scharfe Chemikalien enthalten, die die Brille angreifen könnten. Dinge, die zur Körperreinigung hergestellt wurden, sind sanft genug für unsere Brillen.

Detlef Michelis
Seniorin putzt ihre Brille
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Wichtig ist jedoch, dass im gewählten Reinigungsmittel keine rückfettenden Stoffe enthalten sind. Die sind zwar gut für die Haut, aber schlecht für klare Gläser, denn es bleiben Schlieren zurück.

Auch die Bügel und der Nasensteg sollten mit gereinigt werden, denn hier sammeln sich Talg- und Schweißreste der Haut. Im Anschluss kann die Brille mit einem Mikrofasertuch oder einem weichen, nicht fusselnden Baumwolltuch getrocknet werden.

Es ist egal, ob man das kleine Mikrofasertuch vom Optiker benutzt oder ein großes, wichtig ist: Es sollte sauber sein und nur für die Brille verwendet werden.

Detlef Michelis

Mikrofaser- oder Brillentücher sollten regelmäßig in der Waschmaschine bei 40 Grad ohne Weichspüler gewaschen werden.

Wenn es schnell gehen muss: Reinigungsspray nutzen

Im Büro oder unterwegs ist es schwieriger, auf diese Art und Weise die Brille gründlich zu reinigen. Eine gute Alternative zu feuchten Reinigungstüchern sind Reinigungssprays. Sie können beispielsweise auf die Brillenputztücher vom Optiker aufgetragen werden und reinigen die Brille ebenfalls gründlich und schonend.

Die Gefahr bleibt aber immer, dass Sie grobe Schmutz- oder Staubteilchen in die Gläser einreiben, wenn Sie die Brille nicht mit fließendem Wasser abspülen. Wenn es also irgendwie geht, warten Sie ab, bis Sie die Möglichkeit haben, die Brille mit Wasser sauber zu machen."

Detlef Michelis
Hände halten Brille
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Regelmäßig im Ultraschallgerät reinigen lassen

Augenoptiker benutzen zum Putzen spezielle Ultraschallgeräte. Die Brille wird auch darin mit Wasser und einem speziellen Reinigungskonzentrat geputzt, allerdings entstehen durch die Schwingungen des Ultraschalls Bläschen, die effektiv und ohne Reibung alle Verschmutzungen entfernen. Zudem wird mit dem Ultraschallgerät jede noch so kleine Ritze der Brille gründlich sauber – besonders an den Gläserrändern ist das Gerät somit viel effektiver als eine normale Reinigung. Die meisten Optiker übernehmen die Ultraschallreinigung kostenlos. Wer mehrere Brillenträger in der Familie hat oder nicht ständig zum Optiker möchte, um diese gründliche Reinigung vorzunehmen, für den könnte sich die eigene Anschaffung eines Ultraschallgerätes lohnen. Es kostet etwa 30 bis 40 Euro.

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Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 27. September 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2019, 02:10 Uhr