Was ist gesünder: Butter oder Margarine?

Ist Margarine ein Butter-Imitat für arme Leute? Ist Butter ein Dickmacher, der noch dazu den Cholesterinspiegel erhöht? Wir haben beide Lebensmittel einmal unter die Lupe genommen.

Butterröllchen 1 min
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Klar, Butter wird aus Milch hergestellt, beinhaltet also tierische Milchfette. In ihr stecken viele Nährstoffe, etwa die Vitamine A, D, E und K sowie der Mineralstoff Kalzium.

Margarine ist ein rein industriell hergestelltes Produkt. In ihr stecken pflanzliche Öle, Fette und Wasser. Für Geschmack und Farbe sorgen Salz, Säuerungsmittel und Farbstoffe. Häufig werden noch Vitamine zugesetzt.

Vorteile der Margarine

Margarine enthält durch die Pflanzenöle viele ungesättigte Fettsäuren, die sich „nachweislich positiv auf Blutdruck, Blutgerinnung und die Herzgesundheit“ auswirken, so Stiftung Warentest. Auch sollen diese den Cholesterinspiegel senken. Besonders viele dieser „guten Fette“ sind in Lein-, Raps- und Sonnenblumenöl vorhanden.

Aber Vorsicht: Es gibt auch Margarinen mit gesättigten Fettsäuren, die beispielsweise das ungünstige LDL-Cholesterin im Blut erhöhen. Dazu zählen Margarinen, die mit viel Kokos- und Palmfett hergestellt werden. Wer allerdings gesund ist und keine Probleme mit dem Cholesterin hat, sollte diesen Vorteil nicht all zu hoch bewerten: Cholesterin braucht der Körper auch, um beispielsweise Vitamin D oder die Hormone Östrogen und Testosteron herzustellen.

Guter Vitamin-D-Lieferant

Margarine ist eines der wenigen Lebensmittel, denen Vitamin D zugesetzt werden darf. Dieses Vitamin stärkt die Knochen und wird vor allem bei Älteren und Kranken nicht mehr ausreichend produziert, wenn sie nur selten ans Tageslicht kommen. Zudem deckt Margarine rund ein Drittel des Tagesbedarfs an Vitamin E.

Nachteile der Margarine 

Bei der Herstellung von Margarine entstehen immer Schadstoffe, im Fachdeutsch heißen diese Glysidyl-Ester. Sie können das Erbgut verändern, schreiben die Experten von Stiftung Warentest. Der Gehalt ist allerdings bei fast allen untersuchten Produkten nur sehr gering.

Problem „Natürliche Aromen“

Margarinedosen auf einem Laufband
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Ohne Aromen, die denen von Butter ähneln, würde Margarine flach schmecken. Einige Aromazusammensetzungen munden den Testern nicht – die Margarinen „riechen etwas käsig und kleben leicht im Mund“. Bei anderen Testprodukten stimmt zwar der Geschmack, allerdings gab es dabei gehäuft Probleme mit der Kennzeichnung von „natürlichen Aromen“. Laut Stiftung Warentest besteht der Verdacht, dass manche Produkte gar keine „natürlichen“ Aromastoffe enthalten: diese müssen laut EU-Verordnung in der Natur vorkommen, aus natürlichen Ausgangsstoffen hergestellt und mit natürlichen Verfahren gewonnen werden.

Butter brät eher

In der Pfanne kann Butter bereits bei mittleren Temperaturen dunkel werden. Margarine benötigt mehr Hitze.

Echte Margarine hat nicht weniger Fett

Wirklich weniger Kalorien als Butter hat Vollfettmargarine nicht. 100 Gramm Margarine liefern jeweils 720 Kilokalorien, bei Butter sind es 750 Kilokalorien. Es gibt inzwischen aber viele kalorienarme Alternativen: Statt Butter oder Margarine werden Halbfettmargarinen, Joghurt-, Pflanzen- und Diätmargarinen immer beliebter. Der Fettgehalt liegt zwischen 25 und 75 Prozent. Ob Mischfette gesünder sind als Butter und Margarine, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Fest steht nur: Sie eignen sich nur bedingt zum Braten, da sie viel Wasser beinhalten.

Fazit

Margarine ist nicht automatisch gesünder als Butter. Auch beim Abnehmen hilft das pflanzliche Fett nicht. Vor allem für Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen ist die Margarine aber eine echte Alternative: Sie enthält für die Gesundheit vorteilhafteren ungesättigten Fettsäuren, die vor allem aus Raps-, Sonnenblumen- und Leinöl gewonnen werden. Letztlich kommt es aber wie so oft auf die Menge an: Wer sich ausgewogen ernährt und sich bewegt, kann auch problemlos Butter essen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 20. August 2021 | 11:45 Uhr

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