Die 8 wichtigsten Tipps für deinen Garten im Februar!

21.02.2020 | 02:10 Uhr

Gemeinsam gehts schneller im Garten 1 min
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MDR JUMP Fr 21.02.2020 10:45Uhr 01:01 min

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Februare kommt aus dem Lateinischen und heißt reinigen. Das passt perfekt zum Beginn der Gartensaison. Denn im Februar geht es ohne Wenn und Aber los. Es wird noch geerntet, verschnitten, gedüngt und schon wieder gesät und gepflanzt. Wer wirklich erfolgreich, ökologisch sinnvoll und mit reicher Ernte gärtnern möchte, der muss jetzt ran. Damit alles gelingt, gibt es einiges zu beachten:

Bitte keinen Frühstart hinlegen

Gartenlaube in einer Kleingartenkolonie im Winter
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Mancher Februar ist so launisch wie der April nur mit extremeren Temperaturunterschieden. Von ein paar milden Tagen mit viel Sonne sollte man sich darum nicht täuschen lassen. Oft können darauf noch lange Frostperioden mit niedrigen Minustemperaturen bis weit in den März folgen. Wer sich also jetzt schon von der Wärme dazu verleiten lässt, im Freiland zu säen oder zu pflanzen, kann herb enttäuscht werden.

Ausnahmen bilden bei moderaten Temperaturen um den Gefrierpunkt Schalerbsen, Puffbohnen, Schwarzwurzeln und auch Zwiebeln. Die Samen dieser Pflanzen keimen schon bei wenigen Plusgraden, vertragen auch ein bisschen Frost und brauchen ohnehin sehr lange für die Entwicklung der Pflanze. 

Vorbereitung und Planung

Wer im Januar noch keine Lust oder Zeit hatte, sollte spätestens jetzt einen Garten- und Pflanzplan erstellen. Darin wird festgelegt, was auf dem Beet wohin kommt. Das Aufheben solcher Pläne ist sinnvoll und wichtig. So weiß man im nächsten Jahr, welche Obst oder Gemüsesorten an einer Stelle gestanden haben und was darauf im aktuellen Jahr folgen darf. Gute Gärtner achten auf einen Wechsel von sogenannten Stark- und Schwachzehrern. Wenn der Pflanzplan steht, sollte man nachschauen, welches Saatgut noch vorhanden ist und was man nachkaufen muss. Achtung: Bei Samentüten, die älter als zwei Jahre sind, kann man mit einem Probevorkeimen testen, ob der Samen überhaupt noch aufgeht:  Ein paar Samen auf ein Stück Zellstoff, auf die warme Fensterbank und schön feucht halten. Je nach Sorte, sollte nach ein paar Tagen zartes Grün sprießen, ansonsten ist der Samen nix mehr wert.

In Wohnung und Gartenhaus

Gartenschaufel auf Blumenerde
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Erfolgreiches Gärtnern klappt nur mit gutem Werkzeug. Spaten, Heckenschere, Rasenmäher und Ähnliches sollten jetzt nochmal überprüft und gewartet werden. Pflanzkübel und Töpfe müssen gereinigt und am besten mit einer Naturseifenlauge ausgewaschen werden. Das schützt vor Pilzen und Krankheitskeimen, die dort überwintert haben. Wer ein Früh- oder Hochbeet anlegen will, kann nochmal alle Bauteile überprüfen und eventuell noch mit einem umweltfreundlichen Nässeschutz wie Wachs oder Öl versehen.

Wer Tomaten, Paprika, Zucchini oder Kürbis selber ziehen will, kann sie jetzt ins Zimmergewächshaus säen. Frühkartoffeln können auch schon vorgekeimt werden.

Quer durch den Garten

Spätestens im Februar sollten alle Wintergemüse raus aus dem Beet. Bei frostfreiem Wetter können die Beete im Freien und im Gewächshaus von Wildkräutern gesäubert und vorbereitet werden: umgraben, grubbern, abharken und bei Bedarf neue Nährstoffe einbringen. Dazu kann Pferdemist oder durchgeworfener Kompost eingearbeitet werden. Achtung: Zuviel Dünger schadet dem Boden eher.

Wer ein Hochbeet bepflanzen will, sollte anfangen, es entsprechend mit Gartenabfällen, Ästen, Laub, Mist und Erde zu packen. So bildet sich bald eine wärmende Unterlage für die ersten Pflänzchen und Samen.

Gemüse, Obst und Kräuter

Wenn es nicht mehr zu arg frostet oder das Außenfrühbeet eventuell sogar beheizbar ist, können dort schon Sommerlauch, Kohlrabi, Kresse und Radieschen gesät werden. Auch Salat und Spinat eignen sich dazu. Aber es muss immer möglichst frostfrei unter Glas und Folie bleiben. Beerenbüsche und -bäumchen können verschnitten werden. Wer an Stachelbeere und Kollegen keine Blattläuse mag, sollte ihre Beschützer, die Ameisen fernhalten und dafür die kleinen Stämmchen mit Leimringen umwickeln. Sogenannte Fruchtmumien müssen abgelesen werden. Das sind nicht geerntete und vergammelte Früchte vom Vorjahr, die eine prima Brutstätte für Schädlinge bieten.

Auch Obstbäume können jetzt mit Leimringen versehen werden. Junge Bäume bekommen manchmal durch hohe Temperaturschwankungen Risse in der Rinde. Dagegen hilft ein Anstrich mit weißer Kalkfarbe aus dem Garten- und Baumarkt. Empfindliche Spalierobstsorten sollten vor der mitunter aggressiven Februarsonne mit einem Laken oder ähnlichem geschützt werden. Petersilie lässt sich im Freien oft schlecht ziehen. Sie kann, neben anderen Kräutern und auch Salaten in der Wohnung vorgezogen werden. Auch den Wein kann man im Februar zurückschneiden.

Zierpflanzen

Buchsbaum
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Es muss Ordnung in den Steingarten! Alte Äste und Laub sollten abgesammelt, Wildkräuter gejätet werden. Denn manch kleine Stauden oder Bodendecker blühen bereits jetzt. Warum? Sie nutzen die kurze sonnige Zeit ohne den Schatten der noch blattlosen größeren Pflanzen, um sich mit Energie zu versorgen und zu vermehren. Immergrüne Zierhölzer wie Buchsbaum oder Kirschlorbeer brauchen unter Umständen schon Wasser. Sie verdunsten es ja über die Blätter den ganzen Winter, wenn es frostfrei ist. Deshalb sind sie an trockenen, frostfreien Februartagen dankbar fürs Gießen.  

Bäume und Hecken verschneiden und fällen

Ibrahim Hafizovic steht 2017 auf einer Leiter im Gegegnlicht und schneidet die Äste an einem Birnbaum.
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Verschneiden
Wer vorhat, seine Hecke, ein Gebüsch oder Laub- oder Nadelgehölze stark zurückzuschneiden oder ganz zu entfernen, hat dafür bis Ende Februar Zeit. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet nämlich zwischen dem 1. März und dem 30. September solche Radikalmaßnahmen. Damit sollen brütende Vögel und ihre Nester geschützt werden.

Wichtig: Sogenannte Form- und Pflegeschnitte sind das ganze Jahr erlaubt. Als Naturfreund sollte man aber auch dann auf eventuell vorhandene Nester achten und sie schonen.  

Obstbäume und -büsche können im Prinzip das ganze Jahr beschnitten werden, wenn es sich um Pflegeschnitte handelt. Wichtig dabei: Nie bei Frost verschneiden. Es könnten Äste abbrechen und die Struktur von Busch oder Baum beschädigt werden.

Fällen
Wer Laubbäume in großem Maß zurückschneiden oder sie fällen will, braucht dafür eine Genehmigung von der Gemeinde. Die Regelungen dazu sind von Ort zu Ort unterschiedlich. Am besten erkundigt man sich beim zuständigen Ordnungsamt. Spätestens wenn ein Laub- oder Nadelbaum 30 Zentimeter Stammumfang (ca. einen Meter über dem Boden) hat, muss man zwingend nachfragen. Ansonsten drohen Geldstrafen bis in den sechsstelligen(!) Bereich.

Wichtig: Obstbäume und kranke Bäume können theoretisch das ganze Jahr über gefällt werden. Leben aber Tiere wie Wespen oder Vögel im Baum, müssen sie stehenbleiben, es sei denn, man hat eine entsprechende Genehmigung. Ein Walnussbaum ist übrigens kein Obstbaum und darf deshalb nicht ohne Weiteres gefällt werden. Holz und alte Äste können geschreddert werden, Grünschnitt gehört nicht in das Osterfeuer!

An die Tiere denken

Wer Nistkästen hängen hat, sollte sie spätestens jetzt reinigen und so anbringen, dass keine Katze sie erreichen kann. Vogelhäuser und Meisenknödel sollte man solange nachfüllen, bis der Frost vorbei ist.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 21. Februar 2020 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2020, 02:10 Uhr