Superfood für den Winter: Warum man gut auf heimische Produkte zugreifen kann und sollte

Brr, sie ist da – die kalte Jahreszeit! Es drohen fiese Erkältungen und Co.
Jetzt sind Vitamine, Abwehrstoffe und Wärme von innen gefragt. Wie du das prima durch Produkte von hier bekommst, klären wir jetzt.

Vitaminbomben vom heimischen Feld? Ja, auch im Winter wächst was!

Der ungeübte Hobbygärtner zieht oft schon im September traurig seine Gartenschürze aus und wartet auf den nächsten Frühling. Dabei kannst du das ganze Jahr über Gemüse von der heimischen Scholle ernten.

Besonders Kohlsorten, wie Grünkohl, Chinakohl und Rosenkohl halten auch frostigen Temperaturen stand und liefern uns reichlich Vitamin C. Das tolle daran, bei den Kohlsorten wird das oft erst durchs Erhitzen freigesetzt und steht uns dann im fertigen Essen voll zur Verfügung

so die Diplom Ökotrophologin Heike Lemberger aus Hamburg. Kohl lässt sich prima als Mittagsgemüse, abends mit Butterbrot oder im Smoothie verstoffwechseln. Die verschiedenen Sorten bringen auch alle wichtigen B-Vitamine, Vitamin A und E und auch Kalium mit, gut für Herz, Nerven und Muskeln. Kohl ist aber nicht alles, was der Wintergarten zu bieten hat. Begeben wir also jetzt uns ins Reich der Würmer und Kriechtiere und sehen da die:

Tolle Knolle

Sie wachsen langsam und können gerne erst bei Bedarf geerntet werden. Nur bei richtig fiesen Frösten, sollten Rote Bete, Pastinaken, Möhren, Fenchel und Sellerie vom Feld oder schützend abgedeckt werden. Großer Vorteil: Die Knollen behalten ihre wertvollen Inhaltsstoffe bis zur Zubereitung. Sie lassen sich aber auch gut im Keller lagern. Wichtig dabei: Es muss ein gemüsefreundlicher Keller sein, schön kühl und auf keinen Fall zu trocken. Egal, ob du die Knollen zu Salat, Suppe und Beilage verarbeitest, oder sie wie bei Roten Beten, sogar frisch und roh vom Feld ist, sie liefern dir wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente wie Folsäure, Zink und Eisen. Neben Vitaminen bieten gerade die Rote Bete auch noch Stoffe wie Flavonoide und Saponine, die gut fürs Blut und gegen Entzündungen sind. Kleiner Extratipp: Auch als einfaches Ofengemüse vom Backblech geben Knollen eine gute Mahlzeit ab.

Veggie Rote Beete und Quinoa burger
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Diese Körner geben Bums

Ja, Quinoa, Amaranth und ähnliche Superkörner von weit her sind in und das zum Großteil auch zurecht aber:

Grundsätzlich stecken auch in all unseren einheimischen Körnern wie Hafer oder Weizen viele gesunde Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Leinsamen ist ideal im Frühstück. Er enthält viele gesunde Omega 3 Fettsäuren und lässt den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen

so unsere Expertin. So hält zum Beispiel dein Sättigungsgefühl viel länger an.  Du musst also nicht auf Körner zurückgreifen, die um die halbe Welt reisen, um dich mit Kalzium, Kalium und vor allem gesunden Ballaststoffen zu versorgen. Das bieten auch einheimische Körner.

Es geht auch herzhaft oder süß und gleichzeitig gesund

Man sollte nur einiges selber machen. Keine Angst: Du musst dir jetzt nicht gleich eine Körnermühle oder Weizenquetsche holen und dich im Sackleinen ans Feuer setzten. Bei vielen einheimischen Gemüsen und Körnern kommst du aber am besten an die wertvollen Inhaltstoffe, wenn du sie frisch verwertest. Denn:

Das Problem an vielen unserer Lebensmittel: Wir verarbeiten sie zu stark. Gerade bei den Getreiden stecken aber viele wichtige Stoffe in der Schale. Besser ist also immer, die Getreide nicht zu stark ausgemahlen zu verwenden und eher auf die Vollkornvarianten zuzugreifen

rät Ökotrophologin Heike Lemberger. Den erwähnten Weizen kannst du zum Beispiel auch selber keimen lassen und die Weizensprossen weiterverarbeiten, zu gesunden Salaten oder Suppen. Wer sich aus Buchweizen oder Hirse  auch mal einen süßen Brei zubereitet, bekommt nicht nur Energie, sondern hilft auch seinen Gefäßen und seinem Darm.

Kürbissuppe
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So gesund sind Suppen – auch für Männer

Ja, es gibt immer noch Kandidaten, die meinen, Fleisch wäre ihr Gemüse und die eine Suppe nur als Brühe bezeichnen. Dabei waren die wirklich harten Kerle früher so schlau, sich morgens eine kräftige Suppe zu genehmigen. Denn Suppen sind ganz allgemein gesund und das tolle daran: Je nach Zutaten können sie ganz verschiedenen Zwecke erfüllen. Heimischer Lauch, Sellerie, Kartoffeln und Rinderknochen ergeben eine Suppe, die lange genug gegart, richtig gut gegen Erkältungen hilft. Drehst du die Zutaten mehr in Richtung Kohl, helfen Suppen ganz prima beim Abnehmen. Und wer sich so richtig satt essen will, der kann eine kräftige Kartoffel- oder Kürbisssuppe löffeln. Großer Vorteil: Suppen lassen sich immer variieren, man muss sich nicht zwanghaft an ein Rezept halten. Viele Suppen lassen sich mehrmals aufwärmen oder einfrieren und später fast frisch genießen. Wichtig: Manche Suppen müssen wirklich mehrere Stunden köcheln,  damit sich die wichtigen, gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe lösen oder erst bilden.

Warum Produkte von hier völlig ausreichen und besser für die Umwelt sind

Wurzeln, Kräuter, Salate und Nüsse; wir haben hierzulande wirklich alles, was wir brauchen, um gesund, fit aber auch lecker über den Winter zu kommen. Dazu nochmal unsere Ernährungsexpertin Heike Lemberger:

Toll ist ja, dass wir uns abwechslungsreich ernähren können. Aktuell können wir Kürbisse in allen Varianten nutzen. Aber auch Äpfel und Birnen von hier haben wirklich viele gesunde Inhaltsstoffe.

Wer einfach mal beim Biobauern oder einem Hofladen nachfragt, entdeckt neue und alte Schätze, kommt auf Ideen für den Herd und hilft den fleißigen Leuten, die bei Wind und Wetter noch selber auf dem Feld stehen und oft in Handarbeit wirklich gute Produkte erzeugen. Auch aus Südamerika oder Asien kommen gute Produkte, nur ist deren Ökobilanz schon durch den weiten Transport weitaus schlechter.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 18. November 2021 | 11:45 Uhr

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